CD-Cover "Habana" von Roy Hargrove’s Crisol © Verve Records

Roy Hargrove's Latin-Jazz-Projekt mit Chucho Valdés

Stand: 08.08.2022 14:15 Uhr

Roy Hargoves Album "Habana" von 1997 ist eine Fusion von kubanischen Musiktradition und amerikanischem Jazz. Hargrove gewann damit 1998 den Grammy in der Kategorie "Best Latin Jazz Performance".

CD-Cover "Habana" von Roy Hargrove’s Crisol © Verve Records
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von Sarah Seidel

Als der Trompeter Roy Hargrove 1996 zusammen mit der Pianistenlegende Chucho Valdés und anderen kubanischen Spitzenmusikern sein Album "Habana" vorbereitete, ließ er sich von einer besonderen Energie leiten. Das Aufeinandertreffen von amerikanischem Jazz und kubanischer Musiktradition entfachte bei ihm einen kreativen Funken, der zur Aufnahme seines Albums "Habana" führte. Ganz im Sinne der alten Latin-Jazz-Helden Mario Bauza, Chano Pozo und Machito, die schon im New York der 1940er Jahre zusammen mit amerikanischen Jazzmusikern wie Dizzy Gillespie für Furore gesorgt hatten. "Habana" – ein Album, das gut ist für Sommer-Feeling und das zum Tanzen einlädt. Im Geiste dabei: die Gründerväter des Afro-Cuban Jazz.

Zusammenarbeit mit dem kubanischen Pianisten Chucho Valdés

Für Roy Hargrove waren die meisten seiner Alben Ereignisse. Dazu zählte auch das Album "Habana" von 1997. Damals waren bei dem Latin-Jazz-Projekt New Yorker Musiker, Musiker aus Havanna und aus Puerto Rico mit dabei. Im Mittelpunkt dieser Zusammenarbeit stand Chucho Valdés, ein Meisterpianist aus Kuba.

Mit dem Latin-Jazz von "Habana" eroberte Roy Hargrove nicht das letzte Mal neues musikalisches Terrain. Mit seinem "RH Factor" ging er nur wenige Jahre später in Richtung Neo-Soul und HipHop. Die Sache mit den Schubladen interessierte den Musiker nicht, die überließ er lieber anderen.

Roy Hargrove sah sich selbst als einen kompletten Musiker. Und das galt für ihn genreübergreifend. Die Einladung zum Jazzfestival in Kuba Anfang 1996 löste bei Roy Hargrove den Wunsch aus, sich intensiver mit dem Latin-Jazz zu beschäftigen. In Havanna traf er auf die Musiker der Band "Los Van Van", die ihn damals mit den Rhythmen Kubas und mit Rumba, Mambo und Salsa vertraut machten.

Das Album für aufgeheizte Sommernächte: "Habana"

Zurück in New York ließ Roy Hargrove die kubanische Musik nicht mehr los. Er stellte eine Band zusammen, die zunächst im Village Vanguard spielte und später in Italien aufnahm. Ausgerechnet während des "Umbria Winter Jazz" in Orvieto ging es im Januar 1997 ins Studio. Die Musiker wurden dafür aus Kuba und New York eingeflogen. Nach mehreren Konzertabenden war man schließlich bereit für die Aufnahmen zu "Habana".

Noch heute, nach 25 Jahren, schenkt uns dieses Album das beste Feeling für aufgeheizte Sommernächte. Und Roy Hargrove? Der Ende 2018 im Alter von nur 49 Jahren Verstorbene war ein begnadeter Trompeter, der in jedem Moment alles gab. Das wussten auch seine Fans.

 

"Habana"

Genre:
Jazz
Zusatzinfo:
Das Album ist auch digital erhältlich über alle gängingen Plattformen.
Label:
Verve Records
Veröffentlichungsdatum:
30. Mai 1997

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | CD-Neuheiten | 09.08.2022 | 12:30 Uhr

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