Inga Rumpf - auch mit 75 noch Trumpf

Stand: 02.08.2021 23:55 Uhr

Hamburgs Rockröhre Inga Rumpf spielte und sang in Gruppen wie den City Preachers, Frumpy oder Atlantis und hat ihren langjährigen Freund Udo Lindenberg auf Tournee begleitet.

von Andreas Gaertner

Was hat Rock-Musikerin Inga Rumpf mit der Filmlegende Hans Albers gemeinsam? Beide sind in Hamburg-St. Georg geboren. Schon als Kind wollte Inga Rumpf Musikerin werden: "Was für andere Kinder vielleicht einen Spielzeugladen ist, war für mich eine Musikalienhandlung. Und ich wusste, wenn ich eine Gitarre bekomme, dann geht für mich das Leben eigentlich erst los. Und das war dann mit elf Jahren der Fall: Da lag dann endlich die Gitarre unterm Weihnachtsbaum. Und da wusste ich: Wow - jetzt leg ich los. Jetzt öffnen sich für mich die Türen."

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Inga Rumpf lernt Lindenberg in den 60ern kennen

Inga Rumpf hat in Gruppen wie den City Preachers, Frumpy oder Atlantis gespielt und gesungen. Sie hat ihren langjährigen Freund Udo Lindenberg auf Tournee begleitet. Kennengelernt hatten sie sich schon, als Udo Ende der 60er als noch unbekannter Schlagzeuger bei den City Preachers einstieg. Er war gerade frisch aus Gronau in Hamburg angekommen. Vor allem hat Inga Rumpf unzählige Songs geschrieben und gesungen - in allen Nuancen von Folk, Blues, Gospel, Soul, Jazz und Rock.

Inga Rumpf singt © NDR Foto: Jan Sauerwein
"My Life Is A Boogie" war einer von vielen Hits der Sängerin Inga Rumpf. Ihr Leben ist aber auch Rock, Jazz und Gospel.

Auch international ist sie erfolgreich. In den 70ern schon tourte sie mit Atlantis durch die USA. Atlantis spielten dabei unter anderem auch im Vorprogramm von Aerosmith oder Lynyrd Skynyrd. In den 80ern stellte sich auch ein größerer kommerzieller Erfolg für Inga Rumpf persönlich ein. Ihre - so sagt sie - "schwarze Schwester Tina Turner" hat einen Song gecovert: "I Wrote A Letter". 1981 auf der Rumpf-LP "Reality" erschienen, geriet er in die Hände des Produzenten, der Tina Turners Comeback plante. Er kam auf die B-Seite der Turner-Single "Let's Stay Together". "Das war natürlich auch eine große Ehre", sagt Inga Rumpf.

Stelldichein mit den Rolling Stones

Inga Rumpf mit den City Preachers 1969 © picture alliance | CHROMORANGE / Titus E. Czerski Foto: Titus E. Czerski
Live, aber nicht in Farbe: Inga Rumpf mit den City Preachers 1969 in Hamburg.

Mittlerweile lebt sie in der Wesermarsch, aber keineswegs zurückgezogen. Die Lockdown-Zeit durch Corona hat sie kreativ genutzt. Und so hat sie zum 75. Geburtstag am 2. August eine neue Doppel-CD ("Universe Of Dreams" und "Hidden Dreams") sowie eine Autobiografie ("Darf ich was vorsingen?") veröffentlicht. Und da erfahren wir, dass Inga Rumpf sogar Fans bei den Rolling Stones hat - mit Keith Richards und Ron Wood hat sie sogar Songs in London aufgenommen - zu hören auf ihrer neuen CD.

Die Stücke hat sie quasi selbst wiederentdeckt, als sie für ihre Autobiografie tief in ihre Vergangenheit eintauchte. "Nachdem ich mich dazu entschlossen habe, das zu machen, habe ich gedacht: Also entweder du schreibst jetzt ganz ehrlich und lässt die Hosen runter. Oder es macht gar keinen Sinn." Herausgekommen ist eine sehr persönliche und spannende Geschichte über die Künstlerin Inga Rumpf, aber auch über den Zeitgeist und die Musik der 50er bis heute.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 02.08.2016 | 11:40 Uhr

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