Smartphone mit Mondoku-Spiel liegt in einer Hand © NDR Foto: Anina PommerenkeN

Mondoku-App: Sudoku mit künstlerischer Ausrichtung

Stand: 31.05.2021 08:03 Uhr

Ein Hamburger Spiele-Verlag für Apps bringt ein Spiel für Ratefüchse und Kunstfreunde heraus. Es ist eine Mischung aus Sudoku und dem Stil des Malers Piet Mondrian.

Smartphone mit Mondoku-Spiel liegt in einer Hand © NDR Foto: Anina PommerenkeN
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von Anina Pommerenke

Anderthalb Jahre hat es gedauert von der Idee bis zur fertigen App. Den ersten "Prototypen" in schwarz-weiß brachte Chris Twellmann ausgedruckt auf Zetteln mit ins Büro. Ohne Anleitung sollten seine sieben Mitarbeiter ihr Glück versuchen und das Zahlen-Puzzle lösen. Die Idee überzeugte! Jetzt - kurz bevor Mondoku in die App-Stores kommt -  wird es noch mal stressig: "Wie üblich ist alles auf den letzten Drücker fertig und nicht schon zwei Wochen vorher. Entsprechend viel kann dann auf den letzten Metern auch noch passieren, wenn dann alles aufeinander läuft."

Ausgedacht hat sich das Konzept der kanadische Spieledesigner Jérôme Morin-Drouin. Der Hamburger Verlag "LITE Games" hat mit ihm gemeinsam am Feinschliff gearbeitet und sich dann zum Beispiel um die Vermarktung der App und das Organisatorische gekümmert.

Zahlenrätsel mit verschiedenen Kästchen in Farbe und Form

Florian Lau und Chris Twellmann bei der Spieleentwicklung © NDR Foto: Anina PommerenkeN
Tüfteln am Computer: Spiele-Entwickler Florian Lau und Chris Twellmann

Projektmanager Florian Lau hat das fertige Ergebnis als einer der ersten auf sein Smartphone geladen: "Es ist halt vom Prinzip her so wie Sudoku aufgebaut. Das heißt, man muss in Reihe und Spalte Zahlen anordnen. In unserem Fall geht das bei vier los und geht bis neun hoch. Die dürfen jeweils nur einmal in einer Zeile und einer Spalte vorkommen. Der besondere Clou ist halt, dass die Zellen unterschiedlich groß sein können." Genauso wie bei den neoplastizistischen Werken von Piet Mondrian eben. Das soll dem bewährten Konzept von Sudoku noch mal eine neue Wendung geben.

Eine neue Partie beginnt mit einem Raster mit Kästchen. Es gibt bunte Felder, die bereits Zahlen beinhalten und weiße Felder, in die noch Zahlen eingetragen werden müssen. Sobald man eine Zahl korrekt in ein weißes Feld ergänzt hat, färbt es sich in einer knalligen Farbe à la Mondrian erklärt Lau: "Jedes Puzzle, wenn es abgeschlossen ist, ist ein eigenes Kunstwerk, das in seiner eigenen Galerie hängt, das man sich dann wenn man fertig ist auch noch mal anschauen kann."

App mit künstlerischer Ausrichtung

Florian Lau und Chris Twellmann sitzen in einer Sitzgruppe © NDR Foto: Anina PommerenkeN
Live-Test in entspannter Atmosphäre

Ein echter Mondrian kostet gut und gerne bis zu 50 Millionen Dollar. Ein selbstgemachtes Mondoku-Bild ist kostenlos. Die App finanziert sich über Werbebanner oder den Freikauf weiterer Level, durch die sich User*innen aber auch nach und nach durcharbeiten können. Weil immer mehr Zahlen eingetragen werden müssen und immer mehr Kästchen frei bleiben, wird das Spiel auch immer schwieriger. Die künstlerische Ausrichtung zieht sich durch die gesamte Gestaltung der App.

Ob das Konzept nun eher Sudoko-Fans oder doch Kunstfreunde anlockt, wird sich zeigen. Normalerweise entwickelt LITE-Games Apps aus Spieleklassikern wie Backgammon oder MauMau. Daher ist es für den Verlag ein besonderes Projekt, erklärt Chef Chris Twellmann: "Mir hat das erste Spiel einfach schon so viel Spaß gemacht, da habe ich gesagt, wenn man das jetzt noch ein bisschen verfeinert, dann ist da sehr viel Potenzial, mit dem wir sehr viele Leute begeistern können." Insgesamt hat LITE-Games etwa eine tägliche Reichweite, die vergleichbar ist, mit der Auflage der Süddeutschen Zeitung. Für die neue App wären 10.000 Downloads ein erster Erfolg. Im zweiten Schritt soll sie dann 10.000 Nutzer*innen pro Tag haben, damit sie sich langfristig selbst finanzieren kann.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 31.05.2021 | 07:20 Uhr