Stand: 11.02.2019 13:59 Uhr

Hamburger Filmbranche beim Berlinale-Empfang

von Patricia Batlle

Traditionell trifft sich die norddeutsche Filmszene beim Hamburger Filmbrunch am ersten Festivalsonntag bei der Berlinale. Wie jedes Jahr hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein zum Empfang geladen. Die rund 650 Gäste tauschten Neuigkeiten aus, und sprachen über laufende Projekte und das Filmfest. Unter ihnen waren Teile der Filmteams der zwei Hamburger Filme im Berlinale-Wettbewerb, "Systemsprenger" und "Der goldene Handschuh" - wenn auch ohne dessen Regisseur Fatih Akin und Hauptdarsteller Jonas Dassler -, NDR Intendant Lutz Marmor und Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda.

Norddeutsche beim Hamburger Empfang der Berlinale

Kultursenator Brosda war in Premiere von Akins "goldenem Handschuh"

Unter den Gästen waren Regisseure wie Lars Jessen, Hermine Huntgeburth, Özgür Yildirim und Monika Treut, Schauspielerinnen und Schauspieler wie Wanda Perdelwitz, die zehnjährige Hauptdarstellerin aus "Systemsprenger" Helena Zengel und ihr Kollege Albrecht Schuch sowie Adam Bousdoukos, Uwe Rohde und Margarethe Tiesel aus dem Film "Der goldene Handschuh". Kultursenator Brosda hatte die Weltpremiere vom "Goldenen Handschuh" im Berlinale-Palast besucht und zeigte sich im Gespräch mit NDR.de begeistert: "Das ist ein Film, der sehr dicht ist in der Atmosphäre, die er aufbaut. Er gibt einen Einblick in ein Milieu, das den wenigsten Menschen in unserer Gesellschaft offen steht. Es ist insofern ein Beleg dafür, was Kino an Kraft entwickeln kann."

Der Film arbeite mit allen akustischen und visuellen Mitteln der Überwältigung, die das Kino bieten könne, so Brosda. "Für mich war entscheidend, dass man sich immer wieder kneift und sich sagt, das ist wirklich so passiert. Das relativiert die Meinung des einen oder anderen, der meint, da ginge es um abstrakte Schauwerte. Das ist ein Einblick in eine Zeit und eine Tatenstruktur, die passiert ist. Ich fand spannend, dass es kein Film über das abgrundtief menschliche Böse ist, was man bei Horrorfilmen erwarten könnte, sondern über das Elend der menschlichen Existenz. Insofern ist es ein spannender Wettbewerbsbeitrag."

Regisseurin Nora Fingscheidt von "Systemsprenger" will Debatte anregen

Regisseurin Nora Fingscheidt war glücklich nach der bejubelten Weltpremiere ihres Filmes "Systemsprenger" im Wettbewerb: "Es ist eine Riesenehre, mit diesem ersten Langspielfilm diese Plattform zu bekommen. Das bedeutet, dass darüber berichtet wird. Ich wünsche mir, dass der Film eine Debatte anregt: über die Wertschätzung der sozialen Berufe in unserer Gesellschaft, aber auch über die Rolle von Gewalt bei Kindern. Ich glaube, dass Gewalt gerade von kleinen Kindern ein Hilfeschrei ist."

Maria Köpf, die im Frühling aus dem Amt als Geschäftsführerin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein scheidet, zieht "eine großartige Bilanz. Ich freue mich über die Entwicklungen der letzten zwei Jahre und bin stolz, dass wir so tolle Projekte fördern konnten. Und zwei Hamburger Filmteams im Rennen um den Goldenen Bären: Das gab es so noch nie! Wir drücken all unseren Filmteams hier in Berlin kräftig die Daumen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Journal | 11.02.2019 | 19:00 Uhr

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