Stand: 11.04.2016 16:00 Uhr

Heino Ferch spielt den Regisseur Fritz Lang

Fritz Lang
, Regie: Gordian Maugg
Vorgestellt von Krischan Koch

Fritz Lang ist einer der berühmtesten Regisseure der deutschen Filmgeschichte. Er schuf den Stummfilmklassiker "Metropolis". Als cineastisches Meisterwerk gilt vor allem auch sein erster Tonfilm, der düstere Thriller "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" von 1931. Über die Entstehungsgeschichte von "M" gibt es jetzt einen Spielfilm: "Fritz Lang" mit Heino Ferch in der Titelrolle.

Filmstill mit Heino Ferch

Premiere: "Fritz Lang" mit Heino Ferch

Hamburg Journal -

Er gilt als einer der größten Regisseure für monumentale Filme: Fritz Lang. Er wurde durch seinen Film "Metropolis" weltbekannt. Nun ist er selbst Protagonist eines Kinofilms geworden.

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Fritz Lang verfilmt einen wahren Kriminalfall

Die 20er-Jahre waren eine Blütezeit des deutschen Kinos - und sein Starregisseur war Fritz Lang. Doch nach den großen Erfolgen ist Lang in der Krise. Seine Ehe mit der Drehbuchautorin Thea von Harbou befindet sich auf einem Tiefpunkt. Und die Einführung des Tonfilms wird zur Herausforderung. Fritz Lang (gespielt von Heino Ferch) verabschiedet sich von den großen Ausstattungsfilmen wie "Metropolis".

Auf der verzweifelten Suche nach einem neuen Stoff stößt Lang auf einen spektakulären Kriminalfall, der 1930 die Öffentlichkeit in Atem hielt. Die Polizei fahndet nach einem Serienmörder, dem "Vampir von Düsseldorf". Kriminalrat Gennat (Thomas Thieme) gibt dem prominenten Regisseur Einblick in die Ermittlungen.  

Die Banalität des Bösen steht im Mittelpunkt

Regisseur Gordian Maugg hat nicht Fritz Langs gesamte Karriere im Blick. Er beschränkt sich auf die Recherchen zu seinem Meisterwerk "M - Eine Stadt sucht einen Mörder". Die neu gedrehten Spielszenen montiert Maugg mit alten Dokumentaraufnahmen und mit Ausschnitten aus dem Originalfilm "M". Die Schnitte sind manchmal kaum erkennbar. Denn auch die neuen Szenen sind in strengem Schwarzweiß und nostalgischem fast quadratischem 4:3 Format gedreht.

Gordian Maugg geht es um die gesellschaftliche Stimmung Ende der Weimarer Republik, aus der heraus der Film entstand. Er will die Banalität des Bösen zeigen, wenn der Kriminalrat bei Kaffee und Kuchen den Mörder verhört. 

Alte und neue Filmszenen fließen ineinander

Bei seinen Recherchen wird Fritz Lang immer mehr in den Kriminalfall hineingezogen und dabei mit seinen eigenen Träumen konfrontiert. Der Film lässt Kino und Realität ineinanderfließen. Die neugedrehte Szene, in der der Mörder seine Tat schildert, springt plötzlich in den Originalfilm mit Peter Lorre.

Heino Ferch zeigt Fritz Lang mal als arroganten Dandy mit Monokel, mal als koksenden Macho. Das ist ganz eindrucksvoll gespielt. Trotzdem bleibt uns der Künstler Fritz Lang weitgehend fremd. Regisseur Gordian Maugg schwelgt in Zitaten und expressionistischen Licht- und Schattenbildern. Das wirkt akribisch recherchiert. Sehr kunstvoll, aber auch kühl. Die fiebrige Magie von Fritz Langs Meisterwerk "M" fehlt dem Film. Das ist dann doch nur ein virtuoses Spiel für Cineasten.

Fritz Lang

Genre:
Biografie, Dokumentation
Produktionsjahr:
2016
Produktionsland:
Deutschland
Zusatzinfo:
mit Heino Ferch, Thomas Thieme, Samuel Finzi
Regie:
Gordian Maugg
Länge:
104 min.
FSK:
FSK ab 12 Jahre
Kinostart:
14. April 2016

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 13.04.2016 | 06:40 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/kultur/film/Biografie-Fritz-Lang,fritzlang114.html

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