Sendedatum: 23.07.2013 14:20 Uhr  | Archiv

Arp Schnitger und sein Werk

von Hans-Heinrich Raab

Zwischen Ostfriesland und dem Alten Land gibt es eine Orgellandschaft, die Weltgeltung genießt und deren berühmtester Vertreter, Arp Schnitger, in Neuenfelde vor den Toren Hamburgs begraben ist. Ein mit reichem Fotomaterial ausgestatteter Band erleichtert es dem Orgelfreund seit vier Jahren ganz erheblich, sich einen Überblick über das große Gesamtwerk des Orgelbauers zu verschaffen, das bis Russland und Brasilien ausgestrahlt hat. Nun liegt der Bildband bereits in einer zweiten und erweiterten Auflage vor.

Arp Schnitger - Vita

Arp Schnitger (geboren 1648, genaues Datum unbekannt, gestorben am 28.7.1719 in Neuenfelde bei Hamburg) war zu seiner Zeit der Orgelbauer mit der umfangreichsten Werkliste und der weitesten geografischen Verbreitung seiner Instrumente: im Osten bis Moskau, im Westen bis England und im Süden bis Portugal. Mit dem Geschenk einer für Lissabon gebauten Orgel an die Kathedrale im brasilianischen Mariana (1752) hat sich das Verbreitungsgebiet sogar auf die südliche Hemisphäre erweitert. Von den über 160 Orgelbauten blieben 45 Orgelprospekte erhalten.

Das Äußere von Schnitger-Orgeln unterscheidet sich beträchlich. Je nachdem, ob sie in den Niederlanden oder in Deutschland stehen oder aber, ob sie ins Ausland geliefert wurden, zum Beispiel nach Portugal, nach Russland oder Brasilien. "In den Niederlanden sind alle Prospekte – d.h. die Außenansicht dieser Orgeln, nicht gefasst, das ist bestes Eichenholz mit einem leicht bräunlichen Firnis versehen. Und je weiter man in den Osten kommt, umso mehr sind diese Prospekte bemalt. Die Prospekte, die wir in Portugal oder in Brasilien haben, sind in dieser chinesischen roten Malerei bemalt, wie sie im 18. Jahrhundert üblich war - und das ist ein ganz phantastischer Anblick", erklärt Harald Vogel

Exzellente Aufnahmen

Die exzellenten Farbaufnahmen wurden von Volkhard Hofer und Reinhardt Menger gemacht. Der Band enthält auch historisches Fotomaterial von Orgeln, die zerstört wurden und Faksimiles von Dokumenten und Zeichnungen. Die kunstwissenschaftliche Beschreibung stammt von dem niederländischen Nestor der Schnitger-Forschung, Cornelius Edskes. Sein Bruder Bernhardt Edskes, selber Orgelbauer, der Schnitgerorgeln restauriert und kopiert hat, ist Autor des orgelbautechnischen Teils; Peter Golon und Dorothea Schröder haben die regionalen und musikhistorischen Zusammenhänge herausgearbeitet.

 

Arp Schnitger und sein Werk

Seitenzahl:
240 Seiten
Genre:
Bildband, Sachbuch
Verlag:
Verlag H. M. Hauschild , 224 Seiten, 97 Abbildungen
Bestellnummer:
978-3-89757-525-7
Preis:
48,50 €

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue Bücher | 23.07.2013 | 14:20 Uhr

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