Stand: 26.11.2018 10:00 Uhr

Umfangreiche Recherchen zum Tod von Olof Palme

Stieg Larssons Erbe
von Jan Stocklassa
Vorgestellt von Katja Deiß
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Jan Stocklassa ist per Zufall auf die Recherchen von Stieg Larsson zum Tod von Olof Palme gestoßen.

Ein Journalist, der besessen davon ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen, der unermüdlich recherchiert: Der Bestseller-Autor Stieg Larsson war wie dieser Held seiner Romane "Verdammnis", "Verblendung" und "Vergebung" - ein erfolgreicher investigativer Journalist, später noch Bestsellerautor. 2004 ist er gestorben. Jetzt kommt heraus, dass er vor seinem Tod selbst eine brisante Recherche verfolgte, den Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme. Als einer der ersten geht er Hinweisen nach, die in die rechtsextremistische Szene führen. "Es ist ein wahrer Krimi und es ist interessant zu sehen, wie Stieg Larssons Recherchen zu Rechtsextremismus in seine Bücher eingeflossen sind und wie sie ihn zum Palme-Mord gebracht haben", sagt der Journalist Jan Stocklassa, der im Oktober sein Buch "Stieg Larssons Erbe" veröffentlicht hat.

Mann, der etwas liest.

Umfangreiche Recherchen zum Tod von Olof Palme

Bücherjournal -

Jan Stocklassa ist per Zufall auf ein unglaubliches Archiv gestoßen: Die Recherchen von Bestseller-Autor Stieg Larsson zum Tod von Olof Palme, die er in "Stieg Larssons Erbe" weiterführt.

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Der Mord an Olof Palme - ein schwedisches Trauma

28. Februar 1986: Olof Palme wird nach einem Kinobesuch in Stockholm auf offener Straße erschossen. Polizeischutz hat er keinen. Der Täter entkommt. Für die Schweden ist dieser Mord ein Trauma - bis heute. Jan Stocklassa hat herausgefunden, wie sehr dieses Verbrechen - passiert mitten im Zentrum der Stadt - auch den Bestseller-Autor Stieg Larsson beschäftigt hat. Per Zufall stößt Jan Stocklassa 2014 auf die Recherchen von Stieg Larsson. In einem Lagerraum am Rande von Stockholm findet er unzählige Dokumente, Notizen, Hinweise - eine groß angelegte Recherche, Stieg Larssons Vermächtnis. Aus den Notizen geht er hervor: Stieg Larsson verfolgte konkrete Hinweise, dass schwedische Rechtsextremisten am Palme-Mord beteiligt waren.

Olof Plame polarisierte

Olof Palme hat wie kein anderer schwedischer Politiker polarisiert. Auf der einen Seite war er charismatisch, hat begeistert, auf der anderen Seite hat er viele vor den Kopf gestoßen, er hat sich mit Fidel Castro getroffen, gegen den Vietnam-Krieg demonstriert. Stieg Larssons Recherchen zeigen, wie der Hass auf ihn wuchs und sie legen nahe, dass dieser mit den Jahren zunehmend von mächtigen Gegnern gesteuert wurden. "Er hat starken Hass und Widerstand von vielen Menschen innerhalb und außerhalb Schwedens auf sich gezogen", sagt Stocklassa. "Sie kamen in einem schrecklichen Bündnis zusammen, um Olof Palme loszuwerden. Ich denke, der konkrete Auslöser war dann, dass Olof Palme einen Waffendeal mit Südafrika aufdecken wollte. Das war eine Bedrohung für sehr mächtige Leute innerhalb und außerhalb Südafrikas", sagt er.

Stocklassa folgt Stieg Larssons Recherchen

Kurz vor seinem Mord noch hatte Olof Palme auf einer Anti-Apartheids-Konferenz in Stockholm das Regime in Südafrika ungewöhnlich scharf angegriffen. Der südafrikanische Geheimdienst als Drahtzieher - diese These ist nicht neu. Doch in Stieg Larssons Notizen findet sich eine mögliche Verbindung zwischen Südafrika und schwedischen Rechtsextremisten. Jan Stocklassa beschließt, diese Recherchen weiterzuführen.

Kontakt zu Verdächtigen

Er kommt zu dem Schluss, dass Stieg Larsson wahrscheinlich versucht hätte, die Leute zu treffen, von denen er annahm, dass sie an den Mordplänen beteiligt waren. Jan Stocklassa gelingt es, Kontakt zu verdächtigen Personen aufzubauen. Er greift auf Methoden zurück, die auch in den Verfilmungen von Stieg Larssons Romanen eine wichtige Rolle spielen. Lisbeth Salander - die Figur des Bestseller-Autors - ist weltberühmt. Sie hackt die Computer Verdächtiger und liefert so wichtige Hinweise. Jan Stocklassa stößt mit dieser Methode auf einen Mann, bei dem sich seiner Meinung nach auffällig viele Hinweise auf eine Beteiligung verdichten. Und beschließt, eine Mitstreiterin auf ihn anzusetzen, die mit ihm das Grab von Olof Palme besucht. Stocklassa installiert eine Kamera und filmt, wie die Frau mit dem Verdächtigen entlang kommt. Der Besuch am Grab mache deutlich, so der Journalist, wie aktiv der Mann noch heute Olof Palme hasse. Er spuckt auf das Grab. Und er habe weitere Anhaltspunkte, sogar Hinweise zur Tatwaffe. "Ich habe gute Gründe anzunehmen, dass er nah an dem Mord-Komplott dran war. Er könnte sogar an dem Mord beteiligt, sogar der Attentäter sein. Ich habe das Material zusammengestellt und der Polizei übergeben. Und ich denke, es gibt gute Gründe, zu untersuchen, ob er an dem Mord beteiligt war", sagt Stocklassa.

"Stieg Larssons Erbe" heißt sein detailreiches, spannendes Buch. Sein Inhalt wird Furore machen, den Fall neu aufrollen und mal wieder an Schwedens Trauma rütteln.

Stieg Larssons Erbe

von
Seitenzahl:
488 Seiten
Genre:
True Crime
Verlag:
Europa
Bestellnummer:
978-3-95890-225-1
Preis:
25 €

Dieses Thema im Programm:

Bücherjournal | 28.11.2018 | 00:00 Uhr

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