Simone Buchholz stellt neues Buch beim Harbour Front vor

Stand: 27.09.2022 08:08 Uhr

Die Autorin Simone Buchholz hat in den vergangenen Jahren vor allem Krimis geschrieben. Nun hat sie ein ganz anderes Buch geschrieben - und es am Montagabend beim Harbour Front Literaturfestival in der Fabrik vorgestellt.

von Danny Marques Marcalo

Zehnmal hat Simone Buchholz ihre trinkfeste Staatsanwältin Chastity Riley auf St.Pauli ermitteln lassen. Doch nun hat sie sich an ein neues Projekt gewagt: "Unsterblich sind nur die anderen" heißt ihr neuer Roman. Die Fans von Chastity Riley können beruhigt sein: Ihr geht es gut. Sie ermittelt nicht mehr in Hamburg und hat einen versteckten Gastauftritt im neuen Roman von Simone Buchholz. "Sie hat jetzt ein Hotel, das heißt 'Desperate Rooms', und das taucht immer da auf, wo es gebraucht wird", sagt Buchholz lachend. "Mein Agent hat es nicht gemerkt und mein Lektor hat es auch nicht gemerkt."

"Unsterblich sind nur die anderen" - ein Schiff reist durch die Zeiten

Cover "Unsterblich sind nur die anderen" © Suhrkamp Verlag
"Unsterblich sind nur die anderen" ist bei Suhrkamp erschienen und kostet 18 Euro.

In "Unsterblich sind nur die anderen" geht es um eine Fähre, die zwischen Dänemark und Island pendelt. Es ist aber kein normales Schiff, sondern ein "Fliegender Holländer". Die Fähre reist in Ewigkeit von einer Seite der Nordsee zu anderen. Einige der Figuren sind uralt. Es gibt Meeresgöttinnen und es gibt viele Zeitebenen.

Simone Buchholz hat sich als Krimiautorin, aber auch als Kolumnistin einen beträchtlichen Fankreis aufgebaut. Ihrem authentischen, direkten Stil ist sie treu geblieben. Auch im neuen Buch haben die Figuren ihr Herz auf der Zunge - egal ob Mensch oder Seewesen. Sie liest eine Szene vor, in der Heldin Iva und ihre Freundin Malin gerade an Bord der Fähre gegangen sind:

"Das Zimmer lag im ersten Stock. Mit Blick aufs Meer. Iva saß am Fenster, draußen die Dünen und das blaue Licht. Die schwarze Nordsee griff nach dem Himmel. Malin lag auf dem Bett und krümmte sich ein bisschen: 'Ich hab Eisprung'. 'Ich auch' sagt Iva und stellte ihr Wasserglas aufs Fenster. "Rutsch rüber". Buchzitat

Simone Buchholz: Schreiben als Befreiungsprozess

In Leopardenmuster-Outfit - auch die Stiefel - und mit einem Glas Weißwein erzählt Buchholz launig vom Schreibprozess. "Das Schreiben war richtig befreiend, weil ich mal nicht ermitteln musste, sondern einfach mal erzählen konnte", sagt Buchholz. "Mit alldem, was ich zehn Jahre lang in die Werkzeugkiste gepackt habe. In der habe ich mal richtig gewühlt und hab's krachen lassen."

Auf einer Recherchereise zu den Färoer-Inseln sei sie seekrank geworden. Die Seekrankheitspillen wollte sie erst nicht nehmen. "Im Frühstücksraum sagten dann alle, die brauchst diese Pillen - du bist grün, gelb. Und dann habe ich mir die auch geholt. Ich habe das dann recherchiert, das ist ein ganz primitives Anti-Depressivum, nur dass es mit Koffein versetzt ist."

Mit diesem Abend ist Simone Buchholz offiziell in für sie neuen literarischen Gewässern unterwegs. Es ist gut, dass sie diese Route eingeschlagen hat.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 27.09.2022 | 06:40 Uhr

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