Stand: 13.04.2018 13:37 Uhr

Premium-Buch mit tibetischer Wandmalerei

von Nadina Gräser

Die Sammler Edition des Taschen Verlages hat Zuwachs bekommen. "Murals Of Tibet" ist schwer und hat es in sich: 23 Kilo, 50 mal 70 Zentimeter groß, Kostenpunkt: 10.000 Euro. Jedes Exemplar über tibetische Wandmalerei hat der Dalai Lama handsigniert. Nun wurde das Buch in Hamburg präsentiert.

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23 Kilo schwer, 50 mal 70 Zentimeter groß, 10.000 Euro teuer: Der Bildband "Murals of Tibet".

Praktizierende Buddhisten, Kunstsammler und Interessierte sind gekommen und hören Geschichten. Der Tibetologe Jakob Winkler erzählt aus dem Leben Buddhas. Von der Geburt bis zum Tod, über Liebe und Sex, Glaube, das Gute, das Böse und das Paradies. Der Wissenschaftler und Mit-Autor des Buches projiziert dazu ausgewählte Fotos der Tempelmalereien an die Wand.

Fotos eröffnen neue Dimensionen

Gemacht hat die Bilder der Fotograf Thomas Laird. Über Jahre hat der Amerikaner Expeditionen nach Tibet unternommen. Teilweise waren die Wandmalereien versteckt, nicht zugänglich oder auch halb zerstört. Winkler sagt, für seine Forschungsarbeit eröffneten die Fotos ganz neue Dimensionen: "Sie sind in sehr guten Lichterverhältnissen aufgenommen auf ihre Art viel klarer als wenn man vor den Malereien selbst seht. Ich habe auf den digitalen Aufnahmen mehr erkannt als tatsächlich vor Ort." Hinzu kommt, fast alle Tempel seien in der Kulturrevolution zerstört worden. Außerdem sei eine Wertschätzung für das Alte in Tibet oft nicht so gegeben.

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Neugierige drängen sich vor einem Ansichtsexemplar von "Murals of Tibet" bei der Buchvorstellung in Hamburg.

Thomas Laird und der Taschen Verlag arbeiteten seit 2009 an dem Sumo-Band. Seit den 70er Jahren erforscht Laird die Geschichte des Himalayas und hat gute Kontakte zum Dalai Lama. Lektor Florian Kobler:

Bildgewalt in adäquater Größe

"Thomas Laird hat gesagt, er macht das Buch nur dann, wenn es groß produziert werden kann. Sonst ist es für ihn sinnlos. Denn die Wände sind teilweise 9 Meter hoch und 7 Meter breit. Die Macht und die Bildgewalt kann eigentlich nur kommuniziert werden, wenn man es in einer adäquaten Größe sehen kann. Und die Einflüsse aus Indien, aus Kaschmir, aus Nepal, aus China, die können jetzt überhaupt erst aufgedeckt werden. Das ist das eigentliche Verdienst über den Erhalt und das öffentlich machen der Kunst hinaus, dass man die Details studieren kann."

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Jedes der 998 Exemplare des opulenten Bildbandes wurde vom Dalai Lama (rechts) handsigniert.

Die Prunk-Edition umfasst 998 Exemplare. Das Format ist exorbitant. Das Papier ist besonders glatt gestrichen. Die Buchdeckel sind aus sibirischem Birkenholz, die Lesebänder aus Seide. Es kommt mit einem zerlegbaren aus Papierrollen gestalten Buchständer des Architekten und Pritzkerpreisträgers Shigeru Ban und einem Begleitbuch. Aber rechtfertigt das auch den Preis? Noch einmal Jakob Winkler:

Bücher für die Ewigkeit

"Dadurch, dass diese Bücher so kostbar gemacht sind, werden sie nicht nach 30 Jahren entsorgt werden. Sie werden noch in Jahrhunderten bestehen. Dieses Buch ist vom Arrangement ein Kunstwerk und das betont den Inhalt."

Am Ende dürfen die Gäste selbst darin blättern und nachlesen. Viele sind überwältigt von der Detailverliebtheit, den Farben und den Geschichten, die anhand der Bilder erzählt werden.

Kleinere Ausgabe geplant

Zu einem späteren Zeitpunkt soll es eine halb so große weniger prunkvolle Ausgabe im Handel geben. Wer jetzt schon Lust hat die Wandmalereien en Detail in Augenschein zu nehmen:  In den Buchländen des Taschen-Verlags und auch in einigen Thalia Buchhandlungen liegen Ansichtsexemplare aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 13.04.2018 | 11:20 Uhr

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