Fritzen beim Comicfestival Hamburg © NDR.de Foto: Christina Grob

Hamburger Comicfestival will Vielfalt der Szene

Stand: 03.10.2021 20:27 Uhr

Vom 1. bis 3. Oktober konnten Interessierte auf dem Hamburger Comicfestival rund um St. Pauli die Vielfalt des Mediums Comic entdecken.

von Mathias Heller

15 Jahre gibt es das Hamburger Comicfestival nun schon. Mitbegründer ist der Zeichner Sascha Hommer, der mittlerweile selbst an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) graphisches Gestalten unterrichtet. Vor 15 Jahren war Sascha Hommer noch Student. Ein Festival zu machen, war für ihn aufregendes Neuland. Das war damals viel mehr mit Stress verbunden als jetzt, wo das Festival viel größer geworden ist.

Dabei ist es in Pandemie-Zeiten "mit halb angezogene Handbremse am Start", wie Sascha Hommer erzählt. Über 30 Orte werden mit Lesungen, Ausstellungen und Signierstunden bespielt auf St.Pauli, der Neustadt und Altona. Wie schon im vergangenen Jahr wurde von von vielen Indoor-Veranstaltungen abgesehen und so werden wieder viele Arbeiten in Schaufenstern und anderen öffentlichen Orten von außen zu sehen sein.

Panel Walk - Ein Spaziergang über das Festival

Es gibt Orte, die jedes Jahr mitmachen wollen. Dabei sind nicht nur Galerien, sondern auch Cafés und andere Ladengeschäfte, die Teil des Comicfestivals werden und an ungewöhnlichen Orten Kunst präsentieren. Die Orte wurden so ausgewählt, dass es eine Route gibt, die zu Fuß zurücklegt werden kann.

Auf dem Panel Walk wird eine Menge geboten. So kann man zum Beispiel vom Hein-Köllisch-Platz mit dem Kölibri und der Galerie Gemüse über die Paul-Roosen-Straße und dem dortigen Kunst Kiosk ins Karoviertel spazieren. Von dort durch Planten und Blomen ins Gängeviertel zum Mom Art Space und dem LaDøns, wo der Carlsen Verlag die Arbeiten der Israelin Rutu Modan zeigt.

Weites Spektrum: Klassische und avantgardistische Comics

Die enorme Bandbreite der Künstlerinnen und Künstler ist dem professionellen Blick der Macher geschuldet, die tief in der Szene als Zeichnerinnen oder Comic-Buchhändler verwurzelt seien, so Sascha Hommer. Die Festivalmacher versuchen wahrzunehmen, wie der Blick von außen wirkt, von Menschen, die sonst nur Lucky Luke und Asterix kennen. Das Festival ist für Fans von klassischen Comics wie für Fans von avantgardistischen Comics.

Hamburger Comicfestival will Vielfalt der Szene

Die Leipzigerin Anna Haifisch ist in diesem Jahr Headliner des Festivals. Erstmals zeigt sie im auf dem Comicfestival ihren Abschlussband der Trilogie "The Artist". Sie bekommt leuchtende Augen, wenn sie an die Bedeutung des Festivals denkt: "Ein Indie-Comic-Festival mit Fokus auf ganz verschiedene Dinge. Sachen, die mich interessieren: experimentelle Comics, klassische Comics - das ist ein weites Spektrum."

Sascha Hommer möchte mit dem Hamburger Comicfestival eine große Vielfalt an Themen, Stilen und Plätzen abbilden. "Ich wünsche mir für die nächsten 15 Jahre, mit dem Festival nicht nur Dinge abzubilden, die bereits in Deutschland präsent sind, sondern auch neue Dinge zu zeigen, die man so in Deutschland noch nicht oft gesehen hat."

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Hamburger Comicfestival will Vielfalt der Szene

Rund um St. Pauli konnten Interessierte beim Comicfestival auf einem Panel-Walk ganz unterschiedliche Stile entdecken.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Rund um St. Pauli

Preis:
Freier Eintritt
Hinweis:
Informationen finden Sie auf der Seite des Comicfestivals: https://comicfestivalhamburg.de/
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 01.10.2021 | 17:20 Uhr

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