Stand: 14.12.2019 14:52 Uhr

St. Pauli gelingt Befreiungsschlag im Kellerduell

von Ines Bellinger, NDR.de
Erzielte zwei umjubelte Tore für St. Pauli: Viktor Gyökeres.

Beim FC St. Pauli steigt die Hoffnung auf ein geruhsames Weihnachtsfest. Die Zweitliga-Fußballer vom Hamburger Millerntor gewannen am Sonnabend das Kellerduell gegen den SV Wehen Wiesbaden verdient mit 3:1 (1:0) und verschafften sich mit dem ersten "Dreier" nach acht sieglosen Spielen etwas Luft im Abstiegskampf. Die drei Punkte und nun vier Zähler Vorsprung vor dem Vorletzten sind für die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay allein deshalb wertvoll, weil im letzten Spiel des Jahres am kommenden Sonnabend Spitzenreiter Arminia Bielefeld auf dem Kiez vorstellig wird. "Wir sind sehr erleichtert", sagte Luhukay und in Richtung Bielefeld: "Ich freue mich jetzt schon auf das Spiel."

Gyökeres erzielt die Führung

Die personelle Situation vor der Partie versprach wenig Aussicht auf ein Entkommen aus der spielerischen Misere. In Mats Möller Daehli hatte sich nach einem Schlag auf die Wade im Training der offensiv derzeit aktivste Profi abgemeldet. Innenverteidiger James Lawrence muss nach einer Knieverletzung womöglich sogar operiert werden. Zudem fehlte der gelb-rot-gesperrte Philipp Ziereis.

17.Spieltag, 14.12.2019 13:00 Uhr

FC St. Pauli

3

Wehen Wiesb.

1

Tore:

  • 1:0 Gyökeres (22.)
  • 1:1 Schäffler (70.)
  • 2:1 Veerman (86.)
  • 3:1 Gyökeres (90. +1)

FC St. Pauli: Himmelmann - L.-M. Zander, Östigard, Knoll, Ohlsson (61. Kuyucu) - Becker - Sobota, Buchtmann (61. Benatelli) - Miyaichi (75. Lankford), Gyökeres - Veerman
Wehen Wiesb.: H. Lindner - Ajani, Mockenhaupt, Dams, Chato, Dittgen - Mrowca (88. Röcker) - Aigner (70. Shipnoski), Titsch-Rivero (62. Knöll), Kyereh - Schäffler
Zuschauer: 29211

Weitere Daten zum Spiel

St. Pauli ging engagiert in die Partie, kam zunächst aber nur aus der Distanz zu (harmlosen) Abschlüssen. Finn Ole Becker sorgte mit einem harten Distanzschuss für das erste Ausrufezeichen, doch Heinz Lindner im Wiesbadener Tor war auf dem Posten (8.). Das 1:0 fiel just in dem Moment, als die Sonne für einen symbolischen Hoffnungsschimmer über dem Millerntorstadion sorgte. Wiesbaden hatte einen Angriff der Hausherren eigentlich schon geklärt, da ergatterte Viktor Gyökeres den Ball, dribbelte von links in den Strafraum und zog nach einem Schwenk nach innen einfach mal ab. Sein Schrägschuss wurde noch leicht abgefälscht und erschien daher unhaltbar für Lindner (22.).

Die Führung war verdient und hätte zur Pause sogar höher ausfallen können. Eine Ecke von Marvin Knoll ließ Henk Veerman gekonnt über den Scheitel rutschen, doch der Ball setzte auf und trudelte dann knapp am langen Pfosten vorbei (31.). Auch Gyökeres tauchte vor der Halbzeit noch einmal gefährlich vor dem Gäste-Tore auf, verpasste per Kopf aber den Flankenball von Ryo Miyaichi (40.). Hinter ihm lauerte noch Waldemar Sobota, aber der traf den Ball nicht richtig, weil sein Gegenspieler ihn regelkonform unter Druck setzte.

Knoll patzt - Veerman und Gyökeres bügeln aus

Für St. Paulis Torhüter Robin Himmelmann war es nach Wiederanpfiff mit dem gemächlichen Nachmittag vorbei. Wiesbaden erarbeitete sich nun mehr Spielanteile und kam seinerseits zu Chancen. Zunächst parierte Himmelmann einen abgefälschten Schuss von Marcel Titsch Rivero (52.) relativ problemlos. Fünf Minuten später klärte er in höchster Not, als er gegen Stefan Aigner mit dem rechten Schienbein den Weg ins lange Eck versperrte. Dazwischen war einmal mehr Veerman vom Pech verfolgt. Sein Schlenzer von halblinks strich am rechten Pfosten vorbei (54.).

Von der Siegerstraße schien sich St. Pauli schließlich selbst noch einmal abzubringen. Einen eigentlich schon abgelaufenen Angriff der Wiesbadener klärte Knoll dermaßen ungeschickt, dass er Manuel Schäffler 13 Meter vor dem Tor in beste Schussposition brachte. Der frühere Kieler nagelte den Ball unhaltbar für Himmelmann ins linke Eck. 70 Minuten konzentrierte Arbeit lagen plötzlich in Trümmern. St. Pauli warf nun alles nach vorn. Und nachdem Veerman aus dem Abseits heraus (77.) und Luca-Milan Zander in aussichtsreicher Position (84.). vergeben hatten, durften die leidgeprüften Fans auf dem Kiez doch noch jubeln. Veerman behielt vor dem Tor endlich einmal die Nerven und erzielte aus Nahdistanz das 2:1 (86.). Gyökeres setzte nach einem Konter in der Nachspielzeit noch einen drauf (90.+1).

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 14.12.2019 | 15:00 Uhr