Stand: 23.09.2018 15:48 Uhr

0:5 - ein Tag zum Vergessen für den HSV

von Johannes Freytag, NDR.de
Auch Lewis Holtby zeigte gegen Regensburg eine schwache Partie und blieb zur Halbzeit in der Kabine.

Der Platz an der Sonne ist dem Hamburger SV offenbar nicht bekommen. Nur wenige Tage, nachdem die Mannschaft von Trainer Christian Titz Spitzenreiter geworden war, landete sie äußerst unsanft auf dem harten Boden der Zweitliga-Realität. Am Sonntag unterlagen die Norddeutschen - auch in der Höhe verdient - dem SSV Jahn Regensburg im eigenen Stadion mit 0:5 (0:3). Erst dreimal hatten die Hamburger zuvor vor heimischer Kulisse ebenfalls ein 0:5 kassiert.

"Die schwache Zweikampfquote und die vielen individuellen Fehler haben heute wesentlich zum hohen Ergebnis beigetragen", sagte Titz nach der Partie. Kapitän Aaron Hunt fand im NDR Interview klare Worte: "So geht's nicht und so werden wir auch nicht aufsteigen. Das zieht sich schon durch die letzten Wochen. Wir laden den Gegner zum Toreschießen ein. So kann man nicht verteidigen." Die herbe Niederlage muss die junge HSV-Elf ganz schnell aus den Köpfen bekommen, denn nach dem Gastspiel am Donnerstag beim Tabellenvierten Greuther Fürth wartet am kommenden Sonntag das prestigeträchtige Stadtderby gegen den FC St. Pauli. Keine Frage, dem HSV steht eine ganz schwere Woche bevor.

HSV rotiert ins Verderben

6.Spieltag, 23.09.2018 13:30 Uhr

Hamburger SV

0

J. Regensburg

5

Tore:

  • 0:1 Adamjan (11.)
  • 0:2 Adamjan (21.)
  • 0:3 Adamjan (35.)
  • 0:4 Correia (53.)
  • 0:5 George (75.)

Hamburger SV: Pollersbeck - G. Sakai, Lacroix, van Drongelen, Douglas Santos - Steinmann (33. Narey) - Hwang, Mangala, L. Holtby (46. Lasogga), Tat. Ito - Hunt (79. Janjicic)
J. Regensburg: Pentke - Saller (22. Lais / 81. Fein), Sorensen, Correia, Föhrenbach - Geipl, Thalhammer - Stolze, George (89. Al Ghaddioui) - Grüttner, Adamjan
Zuschauer: 44716

Weitere Daten zum Spiel

Titz ließ wie angekündigt kräftig rotieren und brachte im Vergleich zum Nachholspiel in Dresden gleich sechs neue Leute. Leo Lacroix, Matti Steinmann, Orel Mangala, Hee-chan Hwang sowie die wiedergenesenen Tatsuya Ito und Lewis Holtby standen in der Startelf. Möglicherweise der ein oder andere Wechsel zuviel? "Wenn du zu Hause fünf Gegentore bekommst, dann hast du sehr viele Dinge falsch gemacht. Aber es daran festzumachen, dass wir andere Spieler drinhaben, daran hat es mit Sicherheit nicht gelegen", sagte der Coach nach dem Spiel.

Doch die neu formierte Hamburger Mannschaft agierte fahrig, nervös und zeigte erschreckende Defizite im Spielaufbau. Ein Ballverlust von Steinmann unmittelbar vor dem eigenen Strafraum blieb noch folgenlos (3.), ein Rückpass von Gotoku Sakai acht Minuten später allerdings nicht: HSV-Keeper Julian Pollersbeck versuchte ein Dribbling gegen Regensburgs Sargis Adamjan, ließ sich den Ball abluchsen und der Armenier schob den Ball zum 1:0 für die Gäste ein (11.). Gerade als sich der HSV von diesem Tor zu erholen schien, trafen die Regensburger erneut. Andreas Geipl steckte auf Adamjan durch, dessen Schuss schlug - leicht abgefälscht von Lacroix - im Winkel ein (21.). Und die Gastgeber? Brauchten lange bis zu ihren ersten Torchancen: Mangala drosch knapp vorbei (27.), Ito scheiterte an Jahn-Keeper Philipp Pentke (31.).

Hunt verschießt Elfmeter

Titz reagierte und brachte Khaled Narey für den indisponierten Steinmann (33.), doch der neue Mann stand noch keine zwei Minuten auf dem Platz, als der Ball zum dritten Mal im HSV-Gehäuse einschlug. Einen Freistoß von Geipl verlängerte Asger Sörensen auf Adamjan, der frühere Rostocker machte freistehend aus kurzer Distanz seinen Hattrick perfekt (35.). Die erste Spielhälfte bot aber noch mehr Leid für die gebeutelten HSV-Fans: Hunt wurde von Marcel Correia gelegt und trat anschließend selbst zum Foulelfmeter an. Der Schuss des Kapitäns geriet aber derart schwach und unplatziert, dass Pentke keine Mühe hatte, den Ball festzuhalten (41.). Mit dem 0:3 und deutlich zu vernehmenden Pfiffen der Fans ging es in die Pausenkabinen.

Regensburg macht früh den Deckel drauf

Nach Wiederanpfiff durfte Pierre-Michel Lasogga (für Holtby) ran. Würde mit dem Stürmer, der vor einer Woche die Partie gegen Heidenheim (3:2) im Alleingang drehte, die Aufholjagd gelingen? Nein, denn Jahn Regensburg düpierte die Hausherren weiter nach Belieben. Vier Hamburger ließen Adamjan frei zum Schuss kommen, der Ball landete nur am Außenpfosten (47.). Kurz darauf segelte ein Freistoß von Geipl an den zweiten Pfosten, wo der Ex-Braunschweiger Correia zum 4:0 einschob - Gegenspieler Hunt machte dabei keine glückliche Figur (53.). Nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit war die Partie damit gelaufen. Die ersten HSV-Fans machten sich bereits auf den Heimweg. Vielleicht die richtige Entscheidung, denn nennenswerte Offensivaktionen ihrer Mannschaft gab es kaum. Im Gegenteil: Jann George durfte noch das 5:0 für die Gäste erzielen (75.).

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.09.2018 | 22:50 Uhr

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