Stand: 21.01.2020 09:00 Uhr

FC St. Pauli: Zittern bis zum Schluss?

von Sebastian Ragoß, NDR.de

Der FC St. Pauli hat in der Zweiten Bundesliga bislang ein Auf und Ab erlebt: Einem schwachen Start folgten ein kurzes Hoch, ein langes Tief und zwei wichtige Siege zum Jahresende. Der Vorsprung auf Rang 16 beträgt lediglich zwei Punkte, zudem geht St. Pauli ohne seinen bislang besten Spieler in die Restrunde. Der Teamcheck.

So lief die Hinrunde

Nach einer Sommervorbereitung, die von Verletzungen und internen Querelen geprägt war, startete der FC St. Pauli mit lediglich einem Punkt aus den ersten drei Spielen in die Saison. Auch aufgrund zahlreicher Neuverpflichtungen fing sich das Team und hatte im Herbst einen starken Lauf, dessen Höhepunkt zweifellos der Derby-Erfolg gegen den HSV war. Lange hielt der positive Trend allerdings nicht an, St. Pauli rutschte nach acht Partien ohne Sieg wieder in die Abstiegszone. Mit zwei Heimsiegen gegen Wehen Wiesbaden und Tabellenführer Arminia Bielefeld verschafften sich die Norddeutschen am Jahresende aber wieder etwas Luft und überwinterten auf Rang elf.

Wer kommt, wer geht?

Die Wintervorbereitung startete mit einem Paukenschlag: St. Pauli verkaufte Mats Möller Daehli an KRC Genk.

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Der Norweger war in dieser Saison bislang der beste Spieler der Hamburger und hinterlässt "eine sportlich große Lücke", wie Sportchef Andreas Bornemann betonte. Doch offensichtlich war das Angebot der Belgier finanziell zu verlockend.

Einen Ersatz holten die Hanseaten bislang nicht. Ohnehin sollte der Fokus darauf gelegt werden, den zu großen Kader zu verkleinern. "Wir wollen die Gruppe straffen", so Bornemann. Doch noch konnte St. Pauli in der Winterpause keinen Profi abgeben.

Der Trainer: Luhukay ist ein Mann der klaren Worte

Jos Luhukay ist ein Trainer, der gerne Klartext redet, was auch seine Spieler in dieser Saison erfahren haben. Der Niederländer forderte bereits in der Sommervorbereitung vehement einen Mentalitätswandel im Verein und in der Mannschaft und kritisierte seine Profis auch während der Saison einige Male öffentlich. Taktische und fußballerische Fortschritte sind bei St. Pauli zu erkennen, doch aufgrund der vielen verletzungsanfälligen Spieler fehlt die Konstanz. Dies soll 2020 besser werden. "Wenn die Jungs gesund und fit bleiben, haben wir schon eine gute Qualität“, ist Luhukay überzeugt.

Erwartungen an die Restrunde

Der FC St. Pauli wird in den verbleibenden Partien den Blick weiterhin auf die Abstiegszone richten müssen. Wichtig wird es für Luhukay vor allem sein, eine halbwegs eingespielte Formation zu finden. An den ersten 18 Spieltagen kamen sage und schreibe 32 Feldspieler zum Einsatz. In Möller Daehli hat allerdings ein extrem wichtiger Spieler den Club verlassen. Prognose: Es wird eng, doch St. Pauli holt dank seiner Heimstärke genügend Punkte, um den Abstieg knapp zu vermeiden.  

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Hamburg Journal | 20.01.2020 | 19:30 Uhr