Stand: 26.05.2020 23:01 Uhr

Starker Auftritt: Werder punktet gegen Gladbach

von Christian Görtzen, NDR.de
Milot Rashica (Werder Bremen) in Aktion © gumzmedia/nordphoto Foto: gumzmedia
Werder-Offensivspieler Milot Rashica (3. v. r.) war präsenter als beim Spiel in Freiburg.

Zwar nicht die erhofften drei Punkte, aber ein satter Zugewinn für die Moral - Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat sich am Dienstagabend im Heimspiel gegen den Champions-League-Kandidaten Borussia Mönchengladbach ein 0:0 und damit einen weiteren Zähler im Kampf um den Klassenerhalt erarbeitet. Drei Tage nach dem 1:0 in Freiburg bot die Mannschaft von Werder-Coach Florian Kohfeldt in einem interessanten Spiel eine starke, engagierte Leistung. Die schwache Heimbilanz wurde gleichwohl nicht aufpoliert. Bremen hat erst einmal zu Hause gewonnen, am dritten Spieltag gegen Augsburg (3:2). Werder steht auch nach dem 27. Spieltag mit jetzt 22 Zählern auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Klaassen verpasst Bremer Führung

Kohfeldt hatte im Vergleich zum Freiburg-Spiel zwei Änderungen an seiner Startelf vorgenommen.

28.Spieltag, 26.05.2020 20:30 Uhr

Werder Bremen

0

M'gladbach

0

Tore:
Werder Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Groß, Moisander - Gebre Selassie, M. Eggestein, Klaassen, Friedl - Osako (62. Bittencourt) - Sargent (74. Selke), Rashica (86. Bartels)
M'gladbach: Sommer - Jantschke (71. Bensebaini), Ginter, Elvedi - Lainer, C. Kramer (82. Bénes), Neuhaus, Wendt - Stindl (71. Hofmann) - Pléa, Thuram (82. P. Herrmann)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Innenverteidiger Kevin Vogt (Prellung an der Hüfte) und der Siegtorschütze im Breisgau, Leonardo Bittencourt (Bank), machten Platz für Christian Groß, der eigentlich für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Nord spielt, und Yuya Osako. Die personell veränderte Defensive der Bremer wurde von den Gästen flugs auf ihre Stabilität hin überprüft. Florian Neuhaus zog innerhalb kurzer Zeit zweimal ab (4./9.), beide Male aber war Werder-Torhüter Jiri Pavlenka zur Stelle. Besser noch als diese beiden Gelegenheiten war allerdings wenig später jene für die Gastgeber. Nach einem druckvollen Pass von Theodor Gebre Selassie brachte in der Mitte Josh Sargent mit einer geschickten Körpertäuschung seinen Mitspieler Davy Klaassen in eine gute Position. Den Schuss des Niederländers packte sich Borussia-Keeper Yann Sommer im Nachfassen (12.).

Werder wird Elfmeter verwehrt

Klaassen war auch an der nächsten interessanten Szene beteiligt. Er ging außerhalb des Sechzehners zu Boden, nachdem ihn sein Gegenspieler Christoph Kramer knapp innerhalb des Strafraums im Kampf um den Ball am Fuß berührt hatte (20.). Der notwendige Elfmeterpfiff des Unparteiischen Manuel Gräfe (Berlin) blieb aber aus, auch der Video-Schiedsrichter schritt überraschenderweise nicht ein. Kohfeldt war über die Beurteilung der Szene derart erbost, dass er nach dem Halbzeitpfiff auf Gräfe zuschritt und ihn wortreich auf dessen Fehlurteil hinwies. Klaassen sagte nach dem Spiel im Gespräch mit dem NDR: "Für mich war es ein Elfmeter."

Starke zweite Halbzeit der Grün-Weißen

In den zweiten Abschnitt starteten die Norddeutschen mit viel Schwung.

In der 50. Minute stellte Milot Rashica, der in Freiburg unter seinen Möglichkeiten geblieben war, mit einem tückischen Freistoß Sommer vor große Probleme. Den zurückspringenden Ball schoss Marco Friedl aus spitzem Winkel auf das Tor der Gäste. Sommer wehrte erneut ab. Auch in der Folgezeit war den Grün-Weißen anzusehen, dass sie sich nicht mit einem Remis gegen das Spitzenteam zufrieden geben wollten. Allerdings liefen die Gastgeber Gefahr, sich auskontern zu lassen. Vor allem über ihre linke Außenbahn machten die Westdeutschen Tempo. Eine scharfe Hereingabe von Marcus Thuram klärte in der Mitte Niklas Moisander (59.) gerade noch rechtzeitig.

Die Grün-Weißen ließen sich davon nicht irritieren, drängten weiter auf die Führung. Und die wäre beinahe gelungen, nachdem Sommer den Ball vertändelt hatte. Josh Sargents Schuss wurde aber noch geblockt (73.). Wenig später jagte der eingewechselte Bittencourt den Ball knapp über die Latte (79.). Die Gäste waren eine Minute zuvor abermals durch Neuhaus zu einer sehr guten Gelegenheit gekommen. Das Geisterspiel bot eine packende Schlussphase, in welcher der eingewechselte Davie Selke zum Matchwinner hätte werden können. Seinen Schuss aus freistehender Position packte sich aber Sommer (90.). Am Ende passte das Ergebnis von 0:0 nicht zu einem hochinteressanten (Geister-)Spiel.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 26.05.2020 | 20:00 Uhr

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