Vorwürfe gegen Vorstand Wüstefeld - HSV will Prüfkommission bilden

Stand: 19.09.2022 18:27 Uhr

Der Aufsichtsrat des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV hat auf den zunehmenden Druck auf Finanzvorstand Thomas Wüstefeld reagiert und will zeitnah eine Sonderkommission bilden. Diese soll die seit Wochen anhaltenden Vorwürfe gegen den 53-Jährigen prüfen.

"Ich werde dem Aufsichtsrat vollumfassende Informationen geben, denn wir wollen den Sachverhalt ja aufklären", sagte Wüstefeld am Montag der dpa und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung.

Gegen den HSV-Vorstand wurden im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Medizinunternehmer in den vergangenen Wochen immer wieder massive Vorwürfe erhoben. Es geht um Millionenklagen, eine mögliche Strafanzeige wegen Untreue und angeblich illegal verkaufte Medizinprodukte. Unter dem Aktenzeichen 415 HKO 44/21 verhandelt das Landgericht Hamburg einen Wettbewerbsverstoß.

Wüstefeld: "Wichtig, die Themen aufzuklären"

"Unsere Unterlagen sind zusammengestellt, um zu zeigen, wie der wirkliche Sachverhalt ist. Es ist natürlich wichtig, die Themen aufzuklären und dafür zu sorgen, dass endgültig Ruhe reinkommt", hatte Wüstefeld dem NDR am Sonnabend am Rande des HSV-Heimsiegs gegen Düsseldorf in einem exklusiven Interview gesagt.

VIDEO: HSV-Vorstand Wüstefeld nimmt Stellung zu den Vorwürfen (7 Min)

Nach Recherchen des "Hamburger Abendblatt" soll es zudem Zweifel an den akademischen Titeln "Prof. Dr.", die Wüstefeld trägt, geben. Der HSV-Vorstand hat alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Vereins-Chef Jansen nicht in der SoKo Wüstefeld

Vereins-Präsident und HSV-Aufsichtsratschef Marcell Jansen soll der Sonderkommission dem Bericht nach nicht angehören. Zwischen ihm und Wüstefeld bestanden schon vor dessen HSV-Zeit geschäftliche Verbindungen. So sitzt Wüstefeld unter anderem im Kuratorium eines Jansen-Unternehmens.

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Sportclub | 18.09.2022 | 22:50 Uhr

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