Wolfsburgs Felicitas Rauch (l.) und Münchens Lina Magull kämpfen um den Ball. © WITTERS/LennartPreiss

VfL Wolfsburg verliert Topspiel und Tabellenführung

Stand: 25.03.2023 19:47 Uhr

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben das Bundesliga-Topspiel und die Tabellenführung verloren. Beim FC Bayern München unterlag das Team von Trainer Tommy Stroot nach insgesamt enttäuschender Leistung mit 0:1 (0:0).

von Johannes Freytag

Sechs Spieltage vor dem Saisonende hat der Titelverteidiger in der Tabelle nun einen Zähler Rückstand auf den Dauerrivalen. Georgia Stanway sorgte mit einem verwandelten Handelfmeter für den verdienten Sieg der Münchnerinnen, die deutlich mehr Torgefahr versprühten und dreimal Latten- oder Pfostenpech hatten. Der Meister hingegen enttäuschte vor allem offensiv, beste VfL-Akteurin war Torhüterin Merle Frohms, die zahlreiche starke Paraden zeigte.

"Am Ende haben Details entschieden", erklärte VfL-Coach Tommy Stroot. Den Kampf um die Meisterschaft gibt er nicht auf: "Es geht weiter. Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen und die Bayern unter Druck setzen. Wir sind auf der Lauer." 

In drei Wochen stehen sich die Kontrahentinnen erneut gegenüber. In München geht es am 15. April (14 Uhr) um den Einzug ins DFB-Pokal-Finale. Schon kommenden Donnerstag haben die "Wölfinnen" eine weitere schwere Partie zu bestreiten. Im Heimspiel gegen Paris gilt es, das 1:0 aus dem Hinspiel zu verteidigen und das Halbfinale in der Champions League zu erreichen.

Frohms verhindert den Rückstand

Die Wolfsburgerinnen agierten im ersten Durchgang vor 2.500 Fans im ausverkauften Bayern Campus sehr passiv und hatten den lauffreudigeren Münchnerinnen wenig entgegenzusetzen. Die erspielten sich eine Torgelegenheit nach der anderen. Erst parierte VfL-Keeperin Frohms den wuchtigen Schuss von Stanway (15.), der zweite Versuch der Britin ging an die Latte (18.).

Auch beim dritten Hochkaräter des FCB war Frohms auf dem Posten: Einen Kopfball von Sydney Lohmann aus kurzer Distanz wehrte sie mit einer Weltklasseparade an die Unterkante der Latte ab, anschließend drosch Dominique Janssen per Fallrückzieher den auf der Linie aufprallenden Ball aus der Gefahrenzone (34.). So waren die "Wölfinnen" mit dem 0:0 zur Pause gut bedient, denn bis auf einen Kopfball von Lena Oberdorf nach einer Ecke (27.) kamen sie kaum einmal zu gefährlichen Offensivaktionen.

Pajor lässt gute Chance liegen

Keine zwei Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, da touchierte der Ball erneut das Aluminium des Wolfsburger Tores: Lina Magull hatte aus spitzem Winkel das Lattenkreuz getroffen (47.). Und wenig später parierte Frohms einen verdeckten und abgefälschten Schuss mit dem Fuß (58.).

Aber der VfL hatte inzwischen auf ein 4-4-2 umgestellt und unterband so die Kombinationen der Gastgeberinnen im Mittelfeld besser. Zudem zeigten sie sich auch mal selbst im gegnerischen Strafraum. Nach einer sehenswerten Hackenablage von Jill Roord kam Ewa Pajor frei zum Schuss, Münchens Torhüterin Maria-Luisa Grohs packte aber sicher zu (57.). Mit Popps Kopfball hatte Grohs ebenfalls keine Mühe (65.).

Frohms nur vom Elfmeterpunkt zu bezwingen

Die FCB-Frauen mussten mit zunehmender Dauer ihrem laufintensiven Spiel Tribut zollen, Wolfsburg wurde immer stärker. Svenja Huth hatte die nächste VfL-Möglichkeit, als sie gegen Grohs einen Schritt zu spät kam (70.).

Doch richtig zwingend war das nicht, was der VfL da anbot, München konnte sich wieder befreien und hatte weiterhin die besseren Chancen: Frohms wehrte einen Schuss von Lohmann ab (82.). Kurz darauf war die beste Wolfsburgerin aber doch geschlagen: Nach einem Handspiel von Lena Lattwein gab es zu Recht Strafstoß, Stanway verwandelte sicher (84.). Der eine Treffer reichte, um das Spiel zu entscheiden.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 25.03.2023 | 17:55 Uhr

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