Stand: 19.09.2019 08:52 Uhr

VfL Wolfsburg: Europa-Comeback vor kleiner Kulisse

20 Bundesliga-Tore für den VfL hat Wout Weghorst schon erzielt - folgt Donnerstag der erste Europacup-Treffer?

Wie sich die Zeiten ändern: Als der VfL Wolfsburg letztmals ein Europapokal-Heimspiel hatte, war die Partie ausverkauft. Die Rückkehr auf die internationale Bühne nach dreieinhalbjähriger Abstinenz werden heute Abend hingegen wohl nur knapp 10.000 Zuschauer in der Arena verfolgen. Gründe dafür sind nicht nur der späte Spielbeginn (21 Uhr) und der zeitnahe Schichtwechsel im nahegelegenen Autowerk: Der Gegner im ersten Gruppenspiel der Europa League, PFK Olexandrija aus der Ukraine, ist beileibe kein Zuschauermagnet, wie es 2016 Real Madrid im Viertelfinale der Champions League gewesen war.

VfL lockt mit launigen Tweets

VfL-Kapitän Josuha Guilavogui, der beim damaligen 2:0-Erfolg gegen die "Königlichen" auf dem Platz stand, zeigte sich dennoch enttäuscht: "Man kann es verstehen, aber es ist trotzdem richtig schade. Wir wollen gut starten und brauchen dafür unsere Fans", erklärte der Franzose in der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung".

Der Club versucht, mit launigen Mitteiligungen via Twitter Kurzentschlossene noch ins Stadion zu locken. "Auch wenn das Stadion morgen nicht voll sein wird, ihr habt die Chance dazu: Im Gegensatz zum letzten internationalen Auftritt der Wölfe, darf wieder alkoholisches Bier ausgeschenkt werden. Prost!", twitterten die Niedersachsen am Mittwoch. Wenige Minuten später folgte der Hinweis: "Liebe Klaustrophobiker, Platz ist noch genug vorhanden. Tickets gibt es hier."

Skripnik warnt den VfL: "Olexandrija ist heiß"

Auch Trainer Oliver Glasner räumte ein, dass die Gruppengegner in der Europa League - neben Olexandrija geht es gegen Saint-Etienne und Gent - "vom Namen her vielleicht nicht so groß" seien.

Gleichwohl warnte der Österreicher: "Es sind aber sehr gefährliche Mannschaften. Unser Ziel ist ganz klar, dass wir europäisch überwintern. Das ist eine schwierige Aufgabe." Die "Wölfe" werden sie wohl mit fast identischem Personal angehen wie beim 1:1 in Düsseldorf, heißt: Keeper Koen Casteels (Wadenverletzung), Xaver Schlager (Knöchelbruch) und John Anthony Brooks (Adduktorenblessur) fallen weiterhin aus.

Einer, der Olexandrija besser kennt, ist der frühere Bremer Trainer Viktor Skripnik. Der 49-Jährige ist Coach beim ukrainischen Erstligisten Sorja Luhansk und hat just gegen Wolfsburgs kommenden Gegner 1:2 verloren. "Sie haben gegen uns auf Konter gesetzt - das werden sie auch in Wolfsburg machen. Hinten stehen sie kompakt, nach vorn geht‘s über Konter", warnte Skripnik im "Sportbuzzer": Die Mannschaft ist heiß." Glasner kommt zu einer ähnlichen Einschätzung: "Wir haben uns mehrere Spiele von Olexandrija angesehen. Wir erwarten eine Mannschaft, die sehr aggressiv spielt und versucht, blitzschnell umzuschalten."

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In der Tat: Als Coach kam er mit Linz nicht über die Qualifikationsrunde zur Europa League hinaus. Dass in Wolfsburg nach dem gelungenen Ligastart sogar schon wieder von einer Rückkehr in die Champions League geträumt wird, setzt den 45-Jährigen nicht unter Druck: "Davon bin ich völlig frei. Zwei Jahre danach ging es für Wolfsburg in die Relegation. Von ganz oben nach ganz unten - das zeigt, wie schnell es im Fußball gehen kann. Deswegen beschäftige ich mich jetzt nicht mit der Champions League." Sondern mit der Partie gegen Olexandrija, die auch ein Signal an die Fans sein soll, die am Donnerstag nicht im Stadion sind: "Es liegt an uns, dass wir die Zuschauer begeistern. Wir sehen es als Auftrag an uns, die Fans ins Boot zu holen und Begeisterung auszulösen", so Glasner.

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Sport aktuell | 20.09.2019 | 06:25 Uhr