Stand: 19.09.2018 15:08 Uhr

Spitzenreiter HSV: Genießen und mahnen

Von wegen, "willst du Hamburg oben seh'n, musst Du die Tabelle dreh'n": Dieser Spott ist nicht mehr angebracht, denn der Hamburger SV ist erstmals seit neun Jahren nach einem kompletten Spieltag Spitzenreiter. Den Platz an der Sonne hatten die Hanseaten damals nach einem 1:0 gegen den FC Bayern inne - schon daran wird deutlich, wo der kleine Schönheitsfehler am derzeitigen Glücksgefühl für die HSV-Fans liegt. Im Gegensatz zur damaligen Bundesligasaison 2009/2010 sind die Hamburger inzwischen nur noch zweitklassig unterwegs. Sicherlich auch ein Grund dafür, dass an der Elbe das bislang Erreichte richtig eingeordnet wird.

Becker sieht noch viel Verbesserungs-Potenzial

"Man darf sich über den Sieg und die Entwicklung auch mal freuen. Das kann man mitnehmen", sagte Sportchef Ralf Becker zunächst nach dem 1:0-Erfolg des HSV im Nachholspiel bei Dynamo Dresden, der bereits der fünfte Pflichtspielsieg in Serie war. Es folgte ein deutliches Aber. "Gewisse Dinge müssen wir einfach besser machen, um auch nachhaltiger oben mit dabei zu sein", fügte Becker an - wohl wissend, dass der Sieg wie auch das 3:2 am Wochenende gegen Heidenheim durchaus glücklich war.

Titz bemängelt Defensivverhalten

Die erfolgreiche Zwischenbilanz verstellte auch Trainer Christian Titz keinesfalls den Blick. "Die Tabelle ist eine Randerscheinung. Ich freue mich für die Fans, dass wir nach den Ergebnissen der Vergangenheit jetzt mehrere Siege in Serie einfahren konnten. Aber wir als Mannschaft können einschätzen, wie hart die Siege erkämpft wurden und wie schwer die kommenden Aufgaben noch werden", sagte Titz am Mittwoch. Bereits unmittelbar nach dem Spiel in Dresden hatte der HSV-Coach im NDR Interview das Defensivverhalten seiner Mannschaft kritisiert: "Wir hätten uns nicht über ein Gegentor beschweren dürfen. Dann kippt möglicherweise die Partie komplett." Auch die HSV-Spieler gaben sich selbstkritisch: "Wenn das Spiel 5:3 für Dresden ausgeht, dann hätten wir ein Spektakel gesehen, und es wäre von den Torchancen her auch in Ordnung gewesen", sagte zum Beispiel Christoph Moritz.

Qualität durch Rotation

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Der Haken am Spielsystem von Trainer Christian Titz: Es greift so lange nicht, wie Gegner mit einer doppelten Absicherung vor dem Strafraum agieren und nach Ballgewinn blitzartig ausschwärmen. In Dresden merkte man, dass dem Bundesliga-Absteiger Spieler fehlen, die individuell stark genug sind, um eine Betonabwehr auszuhebeln. Erst wenn der Gegner müde wird, kommt der HSV. Dann allerdings gewaltig: Gegen Heidenheim drehte Joker Pierre-Michel Lasogga mit einem Hattrick die Partie, in Dresden sorgte der eingewechselte Neuzugang Hee-chan Hwang für den Siegtreffer. "Gerade in den englischen Wochen ist es wichtig, dass wir ein Stück weit rotieren und so eine Qualität reinbringen können", so der HSV-Trainer, der für das kommende Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) gegen Jahn Regensburg "Veränderungen auf der einen oder anderen Position" ankündigte. An der Platzierung in der Tabelle soll sich natürlich nichts ändern...

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 19.09.2018 | 18:30 Uhr

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