VIDEO: Steuert der Sport auf den nächsten Lockdown zu? (4 Min)

Schleswig-Holsteins Amateurfußballer müssen in Corona-Pause

Stand: 28.10.2020 14:35 Uhr

Durch die neue Landesverordnung kommt nicht nur der Spielbetrieb im Fußball, sondern nahezu im ganzen Amateursport bis mindestens zum 22. November zum Erliegen.

Wie der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) am frühen Dienstagabend mitteilte, ruht der Spielbetrieb in allen Altersklassen mit sofortiger Wirkung. Ob er nach Ablauf der drei Wochen fortgesetzt werden kann, stehe derzeit noch nicht fest, hieß es weiter. Der SHFV reagierte damit auf die Ankündigung von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstagmittag, dass ab dem kommenden Sonnabend im öffentlichen Raum eine Kontaktbeschränkung auf maximal zehn Personen gelten wird. Grund ist die steigende Anzahl von auf das Coronavirus positiv getesteter Menschen in Schleswig-Holstein.

Training nur noch mit maximal zehn Personen

Die Kontaktbeschränkung lässt somit in allen Spiel- und Altersklassen keinen Spielbetrieb zu. Training ist weiterhin möglich - allerdings auch nur unter Einhaltung der Kontaktbeschränkung. Sprich: Teams dürfen lediglich mit maximal zehn Spielern eine Übungseinheit abhalten. Weitere Details zu den Auswirkungen der neuen Landesverordnung (tritt am kommenden Sonnabend in Kraft) auf den Sport wird das schleswig-holsteinische Innenministerium am Mittwochabend erläutern.

Das SHFV-Präsidium will auf einer außerordentlichen Sitzung am Donnerstagabend, die als Videokonferenz stattfinden wird, sowie der siebten ordentlichen Präsidiumssitzung am 5. November darüber entscheiden, wie mit dem Spielbetrieb der Saison 2020/2021 weiter verfahren wird.

SHFV-Boss Döring: "Ein schwerer Schlag für uns"

"Die erneute Unterbrechung des geplanten Spielbetriebs ist ein schwerer Schlag für uns und unsere Vereine. Es steht aber außer Frage, dass wir die Entscheidung mittragen und uns an die behördlichen Vorgaben halten werden - so wie wir es mit unseren Vereinen seit Beginn der Pandemie getan haben. Der Fußball wird seinen Teil dazu beitragen, den gegenwärtig steigenden Infektionszahlen entgegenzusteuern. Je disziplinierter wir uns alle an die Regeln und gebotenen Maßnahmen halten, desto eher werden wir wieder in einen geregelten Spielbetrieb zurückkehren können“, erklärte SHFV-Präsident Uwe Döring.

Handballverband: Werden zu Unrecht bestraft

Was die Einschränkungen für die schleswig-holsteinischen Regionalligisten Weiche Flensburg, Holstein Kiel II, Phönix Lübeck, Heider SV und Eintracht Norderstedt sowie die Junioren-Bundesligisten bedeuten, will der Verband in den kommenden Tagen mitteilen. Durch die neue Landesverordnung kommt nicht nur der Spielbetrieb im Fußball, sondern nahezu im ganzen Amateursport zum Erliegen.

Die neuen Maßnahmen stoßen vor allem beim Handballverband Schleswig Holstein (HVSH) auf Unverständnis. "Wir haben toll mit den Gesundheitsbehörden kooperiert, sind für die Umsetzung unseres Hygienekonzeptes immer wieder gelobt worden. Wir haben gezeigt: Sportler können Regeln. Und nun werden wir mit diesen verschärften Corona-Regeln bestraft. Das ist nur schwer nachzuvollziehen", sagte HVSH-Vizepräsident Olaf Schimpf den "Lübecker Nachrichten". Konkret befürchtet der frühere Trainer der niederländischen Frauen-Nationalmannschaft, dass sein Sport durch die aktuelle Entwicklung viele ehrenamtliche Trainer verlieren könnte. "Der Aufwand für Training in Zehnergruppen ist etwa dreimal so hoch wie für normales Training. Das können viele Leute einfach nicht mehr leisten."

Proficlubs dürfen nur noch vor 100 Fans spielen

Auch die Profisclubs sind betroffen. Für Zweitligist Holstein Kiel, Drittligist VfB Lübeck und die Handball-Bundesligisten THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt bedeutet die neue Landesverordnung, dass ab Sonnabend maximal noch 100 Fans in die Stadien und Hallen kommen dürfen.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 27.10.2020 | 19:30 Uhr

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