Stand: 11.01.2020 12:14 Uhr

Reck in Jeddeloh: "Ich alleine werde kein Spiel gewinnen"

von Johannes Freytag, NDR.de
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Oliver Reck (l.) soll den SSV Jeddeloh II vor dem Abstieg aus der Regionalliga Nord retten.

Edewecht im Ammerland, knapp 18 Kilometer westlich von Oldenburg - laute Kommandos schallen über den Fußballplatz: "Genauer spielen - ruhig, nicht zu hektisch - wichtig ist der erste Kontakt, Jungs, nicht der zweite". Die laute Stimme gehört Oliver Reck, dem langjährigen Bundesligatorwart von Werder Bremen, der erstmals das Training des Nord-Regionalligisten SSV Jeddeloh II leitet. Spätestens jetzt dürfte auch dem letzten der 50 Zuschauer klar geworden sein: Nein, es handelte sich am 23. Dezember vorigen Jahres tatsächlich nicht um einen verfrühten Aprilscherz, als die Verpflichtung des Ex-Profis bekanntgegeben wurde. Reck, 54 Jahre alt, 471 Bundesligaspiele, deutscher Meister, Pokalsieger, Europapokalsieger, Europameister und Bronzemedaillengewinner bei Olympia 1988, soll den SSV vor dem Abstieg retten. Derzeit rangieren die Niedersachsen auf dem Relegationsplatz 15.

Olli Reck soll SSV Jeddeloh vor Abstieg retten

Hallo Niedersachsen -

Ex-Nationalspieler Oliver Reck ist neuer Trainer vom SSV Jeddeloh. Die Torwartlegende von Werder Bremen soll den Verein vor dem Abstieg aus der Regionalliga retten.

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Manager Meyer: "Klare Ansprache, klares Konzept"

Die ersten Eindrücke der Kiebitze sind positiv: "Es gefällt mir, da ist richtig Dampf drin", sagt ein Zuschauer und verweist darauf, dass Recks Vorgänger "oft zu leise" gewesen seien. Auch Jeddelohs Teammanager Gerhard Meyer, der für den Weihnachts-Coup verantwortlich zeichnet, äußert sich zufrieden: "Das macht einen guten Eindruck bislang. Klare Ansprache, klares Konzept - so wie wir das haben wollen. So, wie das halt ist, wenn man schon mal höher trainiert hat." Der Kontakt zu Reck sei über Dieter Burdenski, einer weiteren Werder-Ikone, zustande gekommen. Anfangs war Meyer skeptisch: "Was soll ich den anrufen, der wird eh nicht kommen." Aber dann habe es gute Gespräche gegeben, er habe gemerkt, dass der Ex-Profi "heiß" auf den Job sei. Vorerst gilt der Vertrag bis Saisonende.

Reck: Jeddeloh hat super Bedingungen

Reck ist höchst angetan von dem, was er im Ammerland vorgefunden hat: "Keine andere Regionalligamannschaft hat solche Bedingungen. Das müssen wir nutzen. Hier kann man etwas entwickeln. Und ich möchte etwas entwickeln." Der Herausforderung, mit der jungen Jeddeloher Mannschaft die schwierige Mission Klassenerhalt zu schaffen, stellt er sich gern: "Ich sehe das Feuer in den Augen der Jungs. Ich sehe, dass die Jungs eine gewisse Hilfe brauchen - ein paar Tricks und Kniffs, die ich ihnen mitgeben will in den nächsten Spielen." Die erste Pflichtaufgabe ist gleich ein "Sechs-Punkte-Spiel": Am 16. Februar gastiert Jeddeloh II beim punktgleichen 16., Altona 93.

"Ich werde kein Spiel alleine gewinnen"

Reck, der seit 2005 den Fußballlehrerschein besitzt, hat seine Hausaufgaben gemacht und kennt den Werdegang Jeddelohs, das vor zehn Jahren noch in der Bezirksliga Weser/Ems 2 spielte: "Das ist ein gewachsener Verein, der nach zwei erfolgreichen Spielzeiten in der Regionalliga nun ein bisschen Probleme hat. Das ist aber nichts Ungewöhnliches." Jetzt müsse er halt "ein bisschen korrigieren", und dabei wolle er "alle mitnehmen", sagt der 54-Jährige, der bislang überwiegend als Torwarttrainer (auf Schalke, in Duisburg und Düsseldorf) gearbeitet hat. Über einen längeren Zeitraum als Chefcoach war er lediglich bei seinem Jugendverein Kickers Offenbach tätig, den er zweieinhalb Jahre lang in der Regionalliga betreute und zum Saisonende 2017/2018 als Tabellendritter verließ.

Diese Erfahrungen will der Ex-Profi nun in Jeddeloh einbringen: "Ich bin ein richtiger Teamplayer und habe den Jungs gesagt: 'Ich alleine werde kein Spiel gewinnen, aber wir als Mannschaft können viel machen'. Ich werde versuchen, dass wir als Team funktionieren und dann wird der SSV Jeddeloh auch etwas davon haben."

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Hallo Niedersachsen | 11.01.2020 | 19:30 Uhr