Stand: 27.03.2020 13:20 Uhr

Hannover 96: Horn-Transfer soll Exempel werden

Hannover 96 will den bislang nur ausgeliehenen Jannes Horn fest verpflichten.

Die Teamkollegen durften schon am Donnerstag wieder an die frische Luft und - im Rahmen der Corona-bedingten Beschränkungen - ein normales Leben führen. Bei Jannes Horn von Hannover 96 dauerte die häusliche Quarantäne hingegen etwas länger an: Der 23-Jährige war infiziert und musste erst zweimal negativ getestet werden - das entsprechende Ergebnis bekam er am Freitag, er gilt als geheilt. Doch Horn ist noch aus einem anderen Grund ein besonderes Thema beim niedersächsischen Fußball-Zweitligisten. Hannover will die mit dem 1. FC Köln vereinbarte Kaufoption für den ausgeliehenen Innenverteidiger zwar nutzen, allerdings nicht die darin festgeschriebene Summe zahlen.

Kind: "Die Fußball-Welt hat sich verändert"

"Abweichend von der Regelung werden wir weniger bieten. Die Fußballwelt hat sich verändert", erklärte 96-Clubchef Martin Kind dem "Sportbuzzer".

Der Unternehmer ist überzeugt, dass sich Ablösesummen und Spielergehälter deutlich verändern müssen: Der Markt habe sich fehlentwickelt und sei "überhitzt". Die Corona-Krise biete die Chance, hier eine Wende herbeizuführen, so der 75-Jährige. Und im Fall Horn will Kind nun damit beginnen.

Köln zahlte vor drei Jahren für den Abwehrspieler sieben Millionen Euro Ablöse an den VfL Wolfsburg. Horn konnte sich bei den Rheinländern aber nicht durchsetzen, wurde zur zweiten Mannschaft abgestellt und schließlich im vergangenen Sommer für eine Saison an Hannover ausgeliehen. Ende Juni läuft der Leihvertrag aus, 96 will Horn gerne fest verpflichten - aber über die kolportierten zwei Millionen Euro nochmal "ein bisschen reden", verkündete Kind.

Zuber muss mit Ziehvater Heldt verhandeln

Diese Aufgabe darf nun Sportchef Gerhard Zuber übernehmen. Pikant: Sein Gesprächspartner in Köln ist Horst Heldt, dessen rechte Hand Zuber in Stuttgart, Schalke und Hannover war. "Ich habe ihm gesagt, das werden dann ja pflegeleichte Gespräche mit Köln", so Kind, der selbst auf Heldt nicht mehr gut zu sprechen ist - zu sehr schmerzen die Erinnerungen an Transferflops wie Walace, Bobby Wood und Jonathas: Letzteren lotste Held 2017 für zehn Millionen Euro an die Leine. Der Brasilianer, der die Erwartungen nicht ansatzweise erfüllte (23 Spiele, sechs Tore), wurde damit teuerster Neuzugang der Vereinsgeschichte. Und wird es - geht Kinds Prognose in Erfüllung - wohl noch lange bleiben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 27.03.2020 | 23:03 Uhr