Stand: 05.02.2019 11:23 Uhr

"Fußball-Gott" Meier lässt St. Pauli träumen

von Sebastian Ragoß, NDR.de
Alexander Meier (Mitte) jubelt mit seinen Teamkollegen vom FC St. Pauli.

Der "Fußball-Gott" lief wenige Meter mit geballten Fäusten und einem lauten Freudenschrei. Dann wurde er von seinen Teamkollegen eingeholt und war in einer Jubeltraube verschwunden. Was für ein Spiel und was für ein Comeback für Alexander Meier am Millerntor: In der Nachspielzeit behielt der 36-Jährige die Nerven und verwandelte beim 3:2-Sieg des FC St. Pauli gegen Union Berlin den entscheidenden Elfmeter, nachdem er bereits das 2:0 per Kopf markiert hatte. "Unglaublich", fand Meier den Abend. "Ein Wahnsinnsspiel", kommentierte Sturmpartner Sami Allagui. "Wow, was für eine Partie", sagte St. Paulis Trainer Markus Kauczinski nach dem Auf und Ab.

Triumphales Comeback am Millerntor

Vor mehr als 15 Jahren hatte Meier den FC St. Pauli verlassen und sich nach einem kurzen Gastspiel beim Nachbarn HSV in Frankfurt den Titel "Fußball-Gott" erarbeitet. Nun soll die Karriere dort zu Ende gehen, wo sie begann. Vielleicht sogar mit dem Aufstieg in die Bundesliga? Als derzeitiger Zweiter (drei Zähler hinter dem Hamburger SV) können die Kiezkicker ihre Rolle eigentlich nicht mehr kleinreden. "Wichtig sind die letzten drei, vier Spieltage. Dann müssen wir oben dran sein. Das ist unser Ziel", sagte Meier mit Blick auf die Tabelle.

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Fußball-Ästheten könnten nun einwenden: St. Pauli spielt selten überragend und hat einige Partien gewonnen, in denen der Gegner besser war. Falsch ist das nicht. Doch die Hamburger holen eben ihre Punkte: Weil sie in der Defensive in der Regel sicher stehen, in Marvin Knoll (am Sonntag zu Gast im NDR Sportclub) den wohl besten Standardschützen der Liga haben und immer für ein spätes Tor gut sind. Meier könnte ein entscheidender Faktor im Aufstiegskampf werden, auch wenn am Montagabend deutlich zu sehen war, wie groß seine körperlichen Defizite nach langer Pflichtspielpause immer noch sind. Dass er überhaupt 90 Minuten durchspielen konnte, überraschte den 36-Jährigen selbst. "Das war schon länger als erwartet", sagte er.

Nächstes Topspiel am Freitag beim 1. FC Köln

Was Meier aber wohl nie verlieren wird, ist sein Torinstikt. Der Treffer zum 2:0 gegen Union war ein echter Meier-Klassiker: Ein kurzer Schubser gegen den Gegner, sich in die richtige Position bringen und dann platziert einköpfen. "Er weiß halt, wo das Tor steht", so Kauczinski trocken. Es war Meiers erster Treffer für St. Pauli seit exakt 5.783 Tagen: Zuletzt hatte er am 6. April 2003 das 2:1-Siegtor bei Eintracht Trier markiert. St. Pauli geht mit viel Euphorie in das nächste Spitzenspiel beim 1. FC Köln am Freitag (18.30 Uhr / im NDR Livecenter). "Dass wir jetzt als Tabellenzweiter nach Köln fahren, davon hätten wir vor der Saison nur träumen können", betonte Verteidiger Daniel Buballa. Manchmal werden Träume aber wahr, vor allem, wenn man den "Fußball-Gott" in seiner Mannschaft hat.

"Fußball-Gott" lässt Millerntor beben

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Sportplatz | 04.02.2019 | 20:00 Uhr

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