Stand: 06.10.2019 10:24 Uhr

FC St. Pauli: Mit viel Mut nach Nürnberg

Der Schwede Viktor Gyökeres traf gleich bei seinem Startelf-Debüt.

Elf Punkte aus den vergangenen fünf Spielen - besser als der FC St. Pauli hat es in diesem Zeitraum in der zweiten Fußball-Liga nur ein Team gemacht: der VfB Stuttgart. 13 Zähler sammelten die in der Tabelle oben thronenden Schwaben ein. Und doch sind die Kiezkicker (zumindest gefühlt) die Mannschaft der Stunde. Dies liegt darin begründet, dass kaum einer dem Team von Trainer Jos Luhukay einen solch herausragenden Zwischenspurt zugetraut hätte.

Erst recht nicht nach dem gründlich missratenen Start in die Saison. Die Bilanz lautete: ein Punkt aus den ersten drei Partien, vorletzter Tabellenplatz. Seitdem aber ist das Selbstvertrauen bei den Braun-Weißen spürbar gewachsen, mit jedem Schritt, den sie aus dem Keller der Tabelle hinauf machten. Und so rechnen sie sich auch in der Partie beim Bundesligaabsteiger 1. FC Nürnberg (heute, 13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) einiges aus.

Größere Breite in der Spitze

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Dass St. Pauli dieser Aufschwung gelungen ist, liegt zu einem guten Teil auch daran, dass personelle Ausfälle in der Offensive stark kompensiert wurden. Die Rolle des torgefährlichen Angreifers, die bis zu seinem Kreuzbandriss im Dezember 2018 Henk Veerman innegehabt hatte, füllte in dieser Saison endlich Dimitrios Diamantakos aus. Vier Tore erzielte der Grieche, bis ihn eine Adduktoren-Zerrung zum Pausieren zwang. Im Heimspiel gegen den SV Sandhausen (2:0) stach dann Diamantakos' Ersatz eindrucksvoll. Viktor Gyökeres, den die Hamburger vom englischen Premier-League-Club Brighton & Hove Albion ausgeliehen haben, steuerte bei seinem Startelf-Debüt einen Treffer zum Sieg bei. Der 21-Jährige stellte durch großes Engagement unter Beweis, dass er im Angriff eine exzellente Alternative ist.

Ungeahnte Möglichkeiten

Dies hatte Luhukay schon bei der Verpflichtung des schwedischen Nationalspielers vorhergesagt: "Viktor wird unser Offensivspiel mit seiner Dynamik und seinem Tempo weiter bereichern." Dazu könnte es nun auch am Sonntag beim FCN kommen, der sich am vergangenen Montagabend durch einen 4:0-Sieg bei Hannover 96 in der Tabelle unmittelbar hinter St. Pauli platziert hat. Sollten die Hamburger auch bei den ebenfalls seit fünf Partien unbezwungenen Franken siegen, würden sich ihnen ungeahnte Möglichkeiten auftun. Das Restprogramm bis zur Winterpause ist jedenfalls recht dankbar - gegen die ersten Drei der Tabelle (Stuttgart, HSV und Arminia Bielefeld) haben die Kiezkicker bereits gespielt.

Luhukay: "Riesen-Herausforderung für uns"

Luhukay zeigte sich am Freitag in der Pressekonferenz vom Auftritt der Nürnberger in Hannover beeindruckt. "Wenn man im Duell zweier Bundesliga-Absteiger vier Tore erzielt und die Punkte mitnimmt, ist das Spiel am Sonntag eine Riesen-Herausforderung für uns", sagte der 56 Jahre alte Niederländer. "Wir werden aber keine Veränderungen an unserer Spielidee vornehmen. Wir haben unseren Plan, und den wollen wir auch am Sonntag durchsetzen." Auch das spiegelt das neue Selbstbewusstsein wider.

Mögliche Aufstellung FC St. Pauli

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 06.10.2019 | 23:00 Uhr

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