Stand: 15.04.2019 12:37 Uhr

VfL Osnabrück: Bereit für die Zweite Liga?

Der VfL Osnabrück steht kurz vor dem Aufstieg in die zweite Fußball-Bundesliga. Vom Fast-Absteiger zum Tabellenführer binnen einer Saison - die sportliche Entwicklung ist rasant bei den Niedersachsen. Ist der VfL Osnabrück auch bereit für die Zweite Liga?

Die Fans des VfL Osnabrück stimmen bereits bei jeder Gelegenheit - zuletzt beim 3:1-Sieg beim KFC Uerdingen - den Klassiker "Nie mehr Dritte Liga!" an: Für sie steht fest, dass die Niedersachsen ihren Zwölf-Punkte-Vorsprung ins Ziel bringen werden. "Noch ist ein kleiner Schritt zu gehen", sagte VfL-Sportchef Benjamin Schmedes am Sonntag im NDR Sportclub: "Aber die Tabellensituation ist komfortabel." Kaum jemand hätte den Niedersachsen diesen rasanten Aufschwung zugetraut. Doch ist Osnabrück bereit für die Zweite Liga?

Benjamin Schmedes im Sportclub

Schmedes: "Noch ein kleiner Schritt zu gehen"

Sportclub -

Der VfL Osnabrück steht vor der Rückkehr in die Zweite Liga - dank Benjamin Schmedes. Im Sportclub sprach der Sportdirektor über den möglichen Aufstieg und sein Erfolgsrezept.

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Bremer Brücke muss umgebaut werden

Der Aufstieg ist für den VfL eine sehr große Herausforderung. "Der Club ist zurzeit personell, finanziell und infrastrukturell nicht mehr als ein durchschnittlicher Drittligist", so Geschäftsführer Jürgen Wehlend im Sportclub. Um die Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu erfüllen, muss beispielsweise das Stadion an der Bremer Brücke modernisiert und letztlich komplett überdacht werden. "Es läuft auf einen Umbau des Stadions hinaus", betonte Wehlend.

Auch Trainingsgelände und Nachwuchsleistungszentrum sind nicht mehr zeitgemäß. Es fehlen Kunstrasenplätze, Flutlichtanlagen und Funktionsgebäude. Doch das Geld ist seit Jahren knapp beim VfL. Daran würde auch der Aufstieg nichts ändern.

Schmedes: "Sind am Ende der Nahrungskette"

Schmedes weiß um die Problematik: "Letztlich gibt es im Profisport immer eine Korrelation zwischen dem Geld, das man investieren kann und dem sportlichen Erfolg." Der VfL ist seit 2011 drittklassig. "Dass man da keine Strukturen aufbauen kann, die zweitligareif sind, ist klar", beschrieb der 34-Jährige die Voraussetzungen in Osnabrück. "Wir dürfen uns nichts vormachen, wenn wir diesen Schritt gehen, eine Liga höher, dann sind wir unter den Top 36 Vereinen dieses Landes. Aber in der Nahrungskette ganz unten." So werde es beispielsweise acht Millionen Euro aus dem TV-Topf geben - Top-Vereine wie der Hamburger SV kassieren aber fast das Dreifache. Das bedeutet: Um in der Zweiten Liga zu bestehen, ist der VfL auf weitere Sponsoren und Geldgeber angewiesen.

Aufstieg könnte am kommenden Sonnabend perfekt sein

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Obwohl Schmedes betont, "dass wir es geschafft haben, mit sehr bescheidenen Mitteln einen wettbewerbsfähigen Kader zusammenzustellen", weiß er auch: Für die kommende Saison ist erneut Kreativität gefragt, denn zahlreiche Arbeitspapiere (Marcos Alvarez, Tim Danneberg, Alexander Dercho, Kamer Krasniqi, Tim Möller, Luca Pfeiffer) laufen im Sommer aus, zudem enden die Ausleihen von Torwart Nils Körber und Stürmer Benjamin Girth. Bei Letzterem gibt es eine Kaufoption.

Welche Anforderungen Schmedes und Trainer Daniel Thioune an potenzielle Neuzugänge haben, erläuterte der Sportchef noch einmal im Sportclub: "Wir definieren uns über ein paar Grundwerte: 100 Prozent Intensität und Schärfe - in jedem Spiel und Training. Das gehört zur DNA an der Bremer Brücke." Erfolg sei allerdings nicht planbar, so Schmedes. "Aber wir können Wahrscheinlichkeiten erhöhen, indem wir mehr gute Entscheidungen treffen als schlechte." Das ist den Osnabrückern für diese Saison gelungen: Die Verantwortlichen stellten jene Mannschaft zusammen, die nun souverän Tabellenführer ist und vielleicht schon am kommenden Sonnabend gegen den VfR Aalen (live im NDR Fernsehen und im Livestream bei NDR.de) den Aufstieg perfekt machen kann.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 14.04.2019 | 22:50 Uhr