Osnabrücks Marc Heider (l.) versucht, Braunschweigs Nick Proschwitz vom Ball zu trennen. © IMAGO / osnapix

Dritte Liga: So niedersächsisch wie noch nie

Stand: 20.07.2021 12:42 Uhr

Am Freitag beginnt mit der Partie VfL Osnabrück - MSV Duisburg die Dritte Liga. Zusammen mit dem VfL sind in Eintracht Braunschweig, dem SV Meppen und dem TSV Havelse vier Clubs aus Niedersachsen am Start - so viele wie noch nie.

von Johannes Freytag

"Das wird die niedersächsischste Dritte Liga aller Zeiten“, freut sich Günter Distelrath, Präsident des niedersächsischen Fußball-Verbandes vor allem auf viele Landes-Duelle. Zwölf sind es insgesamt: Das erste steigt am 30. August mit der Partie des Beinahe-Absteigers SV Meppen gegen Aufsteiger TSV Havelse.

Die vier Nordclubs starten mit unterschiedlichen Ambitionen in die Saison. Während die Braunschweiger und Osnabrücker sich eher im oberen Tabellenbereich ansiedeln werden, kämpfen Meppen und Havelse um den Klassenerhalt.

Die Niedersachsen-Duelle in der Dritten Liga

  • 30.08.: Meppen - Havelse
  • 12.09.: Braunschweig - Osnabrück
  • 18.09.: Osnabrück - Meppen
  • 23.10.: Havelse - Braunschweig*
  • 04.12.: Osnabrück - Havelse, Braunschweig - Meppen*
  • 05.02.: Havelse - Meppen*
  • 19.02.: Osnabrück - Braunschweig*
  • 26.02.: Meppen - Osnabrück*
  • 02.04.: Braunschweig - Havelse*
  • 07.05.: Havelse - Osnabrück, Meppen - Braunschweig*
* Bislang sind nur die ersten zehn Spieltage genau terminiert

VfL Osnabrück: Neuanfang auf allen Ebenen

Beim VfL Osnabrück hat ein personeller Umbruch nach einer Saison fast schon Tradition. Nach dem diesjährigen Abstieg verließen 18 Profis den Club, darunter zahlreiche Stammspieler. Zudem ging Trainer Markus Feldhoff und in Benjamin Schmedes nahm auch der Sport-Geschäftsführer seinen Hut.

Der neue Coach Daniel Scherning und Sportdirektor Amir Shapourzadeh haben eine anspruchsvolle Aufgabe vor sich. 15 Akteure verpflichtete der VfL neu, darunter in den Angreifern Andrew Wooten und Sören Bertram auch zwei Hochkaräter. Wooten wird allerdings vorerst wegen einer Bänderverletzung fehlen. Nicht nur deshalb ist es schwer einzuordnen, welche Rolle die neuformierten Lila-Weißen in der kommenden Saison spielen können.

Zum Heimspiel am Freitag (19 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) gegen den MSV Duisburg werden bis zu 5.000 Fans an der Bremer Brücke erwartet.

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Sören Bertram auf der leeren Tribüne im Osnabrücker Fußballstadion. © IMAGO / osnapix

Neuzugang Nummer zehn: VfL Osnabrück holt Angreifer Bertram

Der 30-Jährige wechselt vom Drittliga-Rivalen 1. FC Magdeburg zu den Niedersachsen und bringt jede Menge Erfahrung mit. mehr

Eintracht Braunschweig: 2018 als mahnendes Beispiel

Von der direkten Rückkehr in die Zweite Liga will auch bei Eintracht Braunschweig vorerst niemand reden - die Erinnerung an den Abstieg 2018 ist noch frisch. Damals stürzte der BTSV auch in der Dritten Liga in den Tabellenkeller. Der Klassenerhalt am letzten Spieltag unter Trainer André Schubert kam einem mittelschweren Wunder gleich. Damals wie heute gehen die Niedersachsen mit einem neuen Coach in die neue Saison.

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Peter Vollmann (l.), Sport-Geschäftsführer bei Eintracht Braunschweig, und Trainer Michael Schiele © IMAGO / Hübner

Braunschweig unter Neu-Coach Schiele: Alles kann, nichts muss

Der 46-Jährige soll beim Zweitliga-Absteiger ein homogenes Team formen. Der sofortige Wiederaufstieg ist keine Pflicht. mehr

Michael Schiele ist jedoch ein Kenner der Liga, ihm gelang mit Würzburg im vergangenen Jahr der Zweitliga-Aufstieg. Dazu kommt ein Kader, der im Ligavergleich auf den meisten Positionen seinesgleichen sucht - weil der Umbruch nicht allzu groß ausgefallen ist. Stammspieler wie Torwart Jasmin Fejzic, Danilo Wiebe, Brian Behrendt, Niko Kijewski, Jannis Nikolaou oder Martin Kobylanski sind geblieben. In Maurice Multhaup, Bryan Henning und Benjamin Girth sind erfahrene Profis dazu gekommen.

Die Eintracht startet am Sonnabend (14 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) mit dem schweren Gastspiel beim 1. FC Kaiserslautern in die Saison. Bis zu 15.000 Fans sind auf dem Betzenberg zugelassen.

SV Meppen: Die Hoffnung ruht auf den Rückkehrern

Der sportlich abgestiegene SV Meppen profitierte von der Insolvenz des Liga-Konkurrenten KFC Uerdingen und durfte in der Liga bleiben. Im Gegensatz zu den drei anderen Landesrivalen haben die Emsländer ihren Trainer behalten. Rico Schmitt darf sich über acht Neuzugänge freuen - Toptransfer ist der 30-jährige David Blacha, der bereits auf 257 Drittliga-Spiele und 77 Zweitligapartien zurückblickt. Außerdem konnte das Gros der Stammspieler gehalten werden.

In Steffen Puttkammer und Thilo Leugers kehren zudem zwei schmerzlich vermisste Führungsspieler nach langer Verletzungspause zurück. Dennoch dürfte es für Meppen wie im vergangenen Jahr nur um den erneuten Ligaverbleib gehen. Der SVM tritt am Sonnabend (14 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) beim Halleschen FC an.

TSV Havelse: Keine Angst vor dem Abstiegsgespenst

Trotz der Aufstiegs-Euphorie bleiben die Garbsener auf dem Teppich. Einen direkten Wiederabstieg in die Regionalliga würde dem TSV in Havelse niemand übel nehmen. Erfolgscoach Jan Zimmermann verließ den Club in Richtung Hannover 96, auch Aufstiegsheld Kevin Schumacher ist weg (Wechsel zu Hansa Rostock).

Für Zimmermanns Nachfolger Rüdiger Ziehl ist die Dritte Liga allerdings Neuland - ebenso wie für die meisten Profis. Unter den Neuzugängen sticht Julius Düker hervor, der immerhin schon 99 Mal in der Dritten Liga (für Meppen und Eintracht Braunschweig) gespielt hat.

Havelse darf seine Heimspiele nicht im 3.500 Zuschauer fassenden Wilhelm-Langrehr-Stadion bestreiten, sondern spielt in der Bundesliga-Arena von Hannover 96. Dort könnten schon am Sonnabend (14 Uhr, im Livecenter bei NDR.de)gegen den 1. FC Saarbrücken bis zu 15.000 Fans dabei sein.

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Omar Haktab Traore vom VFL Osnabrück © IMAGO / osnapix

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Wer kommt, wer geht? Alle Zu- und Abgänge der norddeutschen Fußball-Drittligisten Eintracht Braunschweig, VfL Osnabrück, SV Meppen und TSV Havelse in der Saison 2021/2022 im Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 23.07.2021 | 23:03 Uhr

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