Stand: 14.08.2019 12:02 Uhr

Hansa Rostock: Fan-Choreo sorgt für Wirbel

Ein Teil der Hansa-Fan-Choreographie vor dem Pokalspiel gegen Stuttgart.

Sportlich ist das Kapitel DFB-Pokal für Hansa Rostock nach der 0:1-Niederlage gegen den VfB Stuttgart beendet, die Fan-Choreographie unmittelbar vor Beginn der Partie dürfte aber für den Fußball-Drittligisten ein Nachspiel haben. Gemeint ist allerdings nicht die T-Shirt-Aktion, mit der Club und Fanszene Geld für das Projekt "Neue Flutlichmasten" sammelten, und die mit 20.000 Beteiligten im Stadionrund für ein einzigartiges positives Motiv sorgte.

"Wolgastä"-Banner sorgt für Wirbel

Dass hingegen auf der Südtribüne zugleich Pyrotechnik gezündet wurde, Banner mit Text in Fraktur-Schrift zu sehen waren und Musik der Band "Böhse Onkelz" gespielt wurde, sorgt für reichlich Wirbel. Die Aktion stammt von der berüchtigten Ultra-Gruppe "Wolgastä", die für ihre rechtsorientierten Mitglieder bekannt ist. Allein der Slogan "Ausser Rand und Band, für Verein und Vaterland" bietet viel Raum für Spekulationen. Zudem feierte "Wolgastä" seinen 20. Geburtstag mit dem Schriftzug "Multikriminell seit 1999". Auf Anfrage von NDR 1 Radio MV teilte der FC Hansa mit, dass eine Prüfung der Inhalte der Choreo vorab keine Auffälligkeiten ergeben habe.

Fanszene scheint gespalten

Die Rostocker Fanszene jedenfalls scheint gespalten. In den einschlägigen Foren und sozialen Netzwerken wird heftig diskutiert - die Palette reicht von Begeisterung ("Absolut Hammer!") bis hin zu heftiger Kritik ("Schämt Euch!" "Nicht zu fassen!", "Mir wird schlecht"). Die einen verweisen darauf, dass der Begriff "Vaterland" auch im Text der deutschen Nationalhymne vorkomme, und die "Böhsen Onkelz" zudem schon lange nicht mehr der rechten Szene zuzuordnen seien. Die anderen wiederum erkennen eine eindeutige Nazi-Gesinnung, die zur Schau getragen worden sei - und gegen die der Club offenbar nicht vorgehen wolle.

Eines steht aber fest: Zumindest die verbotene Pyrotechnik wird vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit einer Geldstrafe belegt werden - zumal Hansa-Anhänger diesbezüglich schon in der Vergangenheit immer wieder negativ aufgefallen sind. Allein in der Saison 2018/2019 mussten die Rostocker 112.000 Euro Strafe an den DFB zahlen - so viel wie kein anderer Drittligist. "Ich rechne mit einer Geldstrafe in Höhe von 15 000 bis 20 000 Euro", sagte Vorstandschef Robert Marien der "Ostsee-Zeitung".

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 13.08.2019 | 19:30 Uhr

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