Stand: 13.07.2020 13:52 Uhr

Club-Urgestein Bargfrede hofft auf Werder-Verbleib

Philipp Bargfrede droht nach 16 Jahren das Aus als Profi bei Werder Bremen.

"Lebenslang Grün-Weiß" heißt der Song, der bei jedem Heimspiel des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen aus den Boxen des Weserstadions erklingt. Was für die Fans eine sehr liebgewonnene Hymne ist, ist für Philipp Bargfrede ein Lebensmotto. Bereits seit 16 Jahren trägt der frühere U21-Nationalspieler das Trikot der Hanseaten, hat seitdem 236 Pflichtspiele für das Profiteam bestritten. Dass weitere Einsätze des 31-Jährigen für den viermaligen deutschen Meister hinzukommen, ist allerdings fraglich. Erstmals in seiner Karriere steht der Mittelfeldmann nach einer Saison ohne Vertrag da, nachdem sein Arbeitspapier mit dem Ende der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim (0:0/2:2) ausgelaufen ist.

"Habe noch richtig Lust auf Fußball"

Der Sohn von Ex-Profi Hans-Jürgen Bargfrede, der einst ebenfalls für Werder kickte, hatte in der Vergangenheit immer wieder mit teils schweren Verletzungen zu kämpfen.

An ein Karriere-Ende denkt er dennoch nicht. "Ich habe noch richtig Lust auf Fußball. Und ich werde definitiv weiterspielen", erklärte der 31-Jährige dem Portal "Deichstube". Dass der gebürtige Zevener seine Zukunft bei Werder sieht, "ist doch nach meiner Geschichte mit diesem Verein klar", sagte Bargfrede. Er habe mit den Verantwortlichen vereinbart, "in den nächsten Tagen" Gespräche zu führen.

Fakt ist, sollte Bremen dem Routinier kein Angebot für eine Verlängerung seines Kontrakts als Profispieler unterbreiten, hätte der Mittelfeldakteur die Möglichkeit, sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt einen Anschlussvertrag als Trainee im Sport- und/oder Management-Bereich des Bundesligisten zu bekommen. So ist es zwischen Bargfrede und Werder vereinbart. Diesen Weg sind bereits vor ihm andere verdiente Bremer Fußballer gegangen.

Müssen Bartels und Langkamp gehen?

Neben Bargfrede sind auch Verteidiger Sebastian Langkamp und Offensivmann Fin Bartels derzeit in der Warteschleife, nachdem ihre Verträge ebenfalls ausgelaufen sind. Ihre Chancen auf ein neues Arbeitspapier beim viermaligen Meister dürften wegen geringer Einsatzzeiten in der vergangenen Serie nicht sonderlich hoch sein. "Es gibt noch zu viel Ungewissheit im Kader. Deshalb wollen wir bei Fin und Sebastian zeitnah noch keine Entscheidung treffen", erklärte Sportchef Frank Baumann der "Deichstube". Bartels soll laut dem Fachblatt "kicker" ein Thema bei seinem Ex-Club Holstein Kiel sein. Allerdings wäre es auch vorstellbar, dass Werder den 33-Jährigen als erfahrenen Backup halten möchte.

Eine ähnliche Rolle könnte in der neuen Serie der gleichaltrige Martin Harnik bei den Bremern einnehmen. Er kehrt nach einer glücklosen Ausleihe zum Hamburger SV an die Weser zurück. Zumindest vorerst. Denn wie sagte noch Baumann: "Es gibt noch zu viel Ungewissheit im Kader."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 13.07.2020 | 22:40 Uhr