Stand: 01.09.2019 18:18 Uhr

Werder zittert sich zum ersten Saisonsieg

von Johannes Freytag, NDR.de
Nicht nur wegen seiner zwei Treffer Mann des Tages in Bremen: Yuya Osako.

Es ist geschafft. Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach gebracht. Beim 3:2 (2:1) gegen den FC Augsburg taten sich die Hanseaten am Sonntagnachmittag allerdings schwer und leisteten sich wieder eklatante Abwehrfehler. Yuya Osako (zwei) und Josh Sargent erzielten die Treffer für die Grün-Weißen gegen lange in Unterzahl spielende Gäste. "Es war ein sehr aufregendes Spiel. Wir hätten das Spiel in der ersten Halbzeit klarer gestalten müssen. Dann hättest du ruhiger spielen können. Trotzdem Kompliment an die Mannschaft, dass sie nach dem Ausgleich die Ruhe behalten hat", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt.

Zwei Zaubertore bügeln Abwehrfehler aus

Der Trainer hatte angesichts der Verletztenmisere in der Defensive (vier Abwehrspieler fielen aus) den erst vor drei Tagen verpflichteten Michael Lang gleich in die Startelf beordert.

3.Spieltag, 01.09.2019 15:30 Uhr

Werder Bremen

3

FC Augsburg

2

Tore:

  • 1:0 Osako (6.)
  • 1:1 Vargas (12.)
  • 2:1 Sargent (21.)
  • 2:2 Vargas (46.)
  • 3:2 Osako (67.)

Werder Bremen: Pavlenka - Lang, Gebre Selassie, Moisander, Friedl - N. Sahin - M. Eggestein, Klaassen - Osako (90.+1 Groß) - Sargent (82. Pizarro), Füllkrug (87. Harnik)
FC Augsburg: Koubek - Lichtsteiner, Jedvaj, Uduokhai, Max (85. Pedersen) - R. Khedira, Baier - M. Richter, Gregoritsch (46. Suchy), Vargas (73. Finnbogason) - Niederlechner
Zuschauer: 40041

Weitere Daten zum Spiel

Die personellen Probleme schienen aber nach wenigen Minuten dank eines brillanten Werder-Spielzugs schnell vergessen: Vom Mittelkreis aus schickte Niclas Füllkrug Osako mit einem gechiptem Steilpass auf die Reise - der Japaner lief alleine auf FCA-Keeper Tomas Koubek zu und überwand den Tschechen zum 1:0 (6.). Doch die Freude währte nicht lange. Denn nur sechs Minuten später offenbarte Werder zum wiederholten Male in dieser Saison seine Fehleranfälligkeit im Abwehrverhalten: Stephan Lichtsteiners Hereingabe köpfte Ruben Vargas unbedrängt zum Ausgleich ein (12.).

Die Bremer zeigten sich jedoch unbeeindruckt und gingen nach einem erneut sehenswerten Treffer wieder in Führung. Nuri Sahin schlug einen weiten Pass auf Sargent. Der US-Amerikaner nahm den Ball in der Luft an, spitzelte ihn über den herausstürzenden Koubek hinweg und schob dann zum 2:1 ein (21.). Das Tor hielt auch der anschließenden Video-Überprüfung Stand - Lang hatte den Ball vor dem Sahin-Pass noch vor dem Seitenaus erobert.

Gelb-Rot für Augsburgs Lichtsteiner

Wenig später dezimierten sich die Augsburger selbst. Lichtsteiner rannte mehr oder weniger versehentlich Füllkrug um, sah dafür seine zweite Gelbe Karte und musste vom Platz (34.). Eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Sören Storks. Werder nutzte das Überzahlspiel, hielt den Druck hoch und vergab aber beinahe fahrlässig weitere Torchancen. Füllkrug fehlten zweimal nach Flanken von Sahin nur wenige Zentimeter zum Glück (35., 37.). Augsburg durfte froh sein, dass es zur Halbzeit nur 2:1 für Werder stand.

Osako trifft, aber Werder wackelt weiter

Keine 60 Sekunden waren im zweiten Spielabschnitt vorbei, da kassierten die Bremer mit dem zweiten Augsburger Torabschluss das 2:2. Theodor Gebre Selassie spekulierte auf Abseits, obwohl er wie sein Gegenspieler in der FCA-Hälfte stand. Florian Niederlechner sprintete auf und davon, legte quer auf den mitgelaufenen Vargas, der nur noch einschieben musste (46.).

Werder brauchte eine Weile, um sich von diesem erneuten Abwehrpatzer zu erholen. Osako verzog aus der Distanz (57.), kurz darauf hoppelte ein eigentlich als Flanke gedachter Schuss von Davy Klaassen hauchdünn am Pfosten vorbei (59.). Nach 67 Minuten aber war das Augsburger Abwehr-Bollwerk geknackt: Eine Flanke von Marco Friedl vollendete Osako wuchtig und volley zum 3:2.

War es das? Nein! In Unterzahl hebelten die Gäste ein ums andere Mal die wackelige Werder-Defensive aus und kamen durch Marco Richter (72.) und Alfred Finnbogason (75.) zu guten Ausgleichschancen. Niederlechners Schuss knallte nur an den Pfosten (82.), bei einem abgefälschten Freistoß von Philipp Max hatte Bremens Keeper Jiri Pavlenka seine Schwierigkeiten (84.). Die letzten Minuten wurden zur Geduldsprobe für den Bremer Anhang. Aber schließlich durfte auch der eingewechselte U23-Kapitän Christian Groß nicht nur sein Bundesliga-Debüt, sondern zugleich den ersten Saison-Dreier für Werder feiern.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 01.09.2019 | 22:55 Uhr