Stand: 10.07.2019 12:21 Uhr

Werder Bremen, Gregoritsch und das Herzchen

von Matthias Heidrich, NDR.de
Michael Gregoritsch würde offenbar gerne zu Werder Bremen wechseln.

Ein kleines Herzchen in den sozialen Medien kann einen großen Unterschied machen. Zumindest wenn es darum geht, in der aktuellen Fußball-Transferperiode den Wahrheitsgehalt von Wechselgerüchten einzuschätzen. "Sky" vermeldete am Dienstag via Instagram, dass FC-Augsburg-Stürmer Michael Gregoritsch "unbedingt an die Weser" zu Werder Bremen wechseln möchte. So weit so aufgeregt normal im Sommerloch.

Spannend wurde es beim Blick unter den Post. "Gefällt: mgregerl und über 9.000 weiteren Personen" war da zu lesen. "mgregerl" ist der Instagram-Account von Gregoritsch. Der Österreicher hat also aufs Herzchen gedrückt und, soviel Interpretation ist erlaubt, damit mehr oder weniger subtil zu verstehen gegeben, dass er seine Zukunft in Bremen sieht.

Kohfeldt: "Meine Wertschätzung des Spielers ist bekannt"

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Ein durchaus ungewöhnlicher Vorgang, halten sich Fußballprofis bei sich anbahnenden Wechseln doch gerne bedeckt, um die Verhandlungen nicht zu torpedieren. Bei Gregoritsch, der in Bremen die Lücke des in die Türkei abgewanderten Max Kruse füllen könnte, könnte der "Like" aber mit Bedacht gesetzt worden sein. Dass Werder-Coach Florian Kohfeldt ein großer Fan des schussgewaltigen, technisch versierten Linksfußes ist, ist kein Geheimnis. "Meine Wertschätzung des Spielers ist bekannt" erklärte er unlängst.

Augsburgs Forderung zu hoch für Werder

Die Frage ist allerdings, wie viel Werder diese Wertschätzung wert ist. Augsburg ruft dem Vernehmen nach eine zweistellige Ablösesumme für den Nationalspieler auf, der beim FCA einen Vertrag bis 2022 besitzt. Die Angaben variieren von zehn bis 15 Millionen Euro. Für die Hanseaten ist das zu viel. Zumal die Bremer für Niclas Füllkrug und Marco Friedl schon mehrere Millionen ausgegeben haben, aber auf der anderen Seite keine lukrativen Verkäufe getätigt haben.

Baumann: "Können nur das ausgeben, was wir eingenommen haben"

"Ein Transfer in dieser Größenordnung ist für uns, unabhängig von Namen, in diesem Jahr komplett unrealistisch", sagte Sportchef Frank Baumann am Mittwoch im Trainingslager im Zillertal dem "kicker". "Nach wie vor ist es so, dass wir grob überschlagen für Transfers nur das ausgeben können, was wir eingenommen haben." Dass die Augsburger ihre Forderungen trotz der offensichtlichen Vorliebe von Gregoritsch für einen Wechsel herunterschrauben, ist eher unwahrscheinlich. Allerdings ist die Transferperiode noch lang. Erst am 2. September wird der Markt geschlossen. Noch viel Zeit also, um die Einnahmeseite aufzubessern.

Wie war das noch bei Sahin?

Dass es in Bremen und bei Baumann am Ende auch mal schnell gehen kann, hat der Fall Nuri Sahin gezeigt. Der Routinier wechselte am letzten Tag der Winter-Transferphase 2018 von Dortmund an die Weser, nachdem der Werder-Sportchef 24 Stunden zuvor die Kaderplanung für abgeschlossen erklärt hatte. Eine laut Baumann "günstige Konstellation" änderte damals die Sachlage kurzfristig und Sahin kam für rund eine Million Euro. Auf selbige müssen die Bremer nun auch bei Gregoritsch hoffen. Herzchen hin oder her.

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Sportclub | 11.08.2019 | 22:50 Uhr

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