Stand: 02.12.2018 19:30 Uhr

Hannover 96: Mit der Gesamtsituation unzufrieden

Frust pur bei Niclas Füllkrug: Hannover 96 steht auf einem Abstiegsplatz.

Niclas Füllkrug war bedient: "Es ist einfach Scheiße heute gewesen", schimpfte der Stürmer von Fußball-Bundesligist Hannover 96 nach der 0:2-Niederlage gegen Hertha BSC im Interview mit dem NDR Hörfunk. "So wird es eng, da müssen wir als Spieler einen ganz anderen Auftritt hinlegen", schob der Profi sichtlich genervt hinterher. Nicht einmal das Fehlen von verletzten Leistungsträgern wie Ihlas Bebou wollte Füllkrug als Erklärung für das schwache Spiel akzeptieren: "Ich glaube nicht, dass wir mit Ihlas heute 4:0 gewonnen hätten." In der Tat präsentierte sich die Elf von Trainer André Breitenreiter erschreckend harmlos: Hinten, in der Mitte und vorne - überall offenbarte 96 Mängel. Phasenweise waren die Niedersachsen erschütternd schlecht, wussten offenbar nicht, was sie mit dem Ball anfangen sollen. Schon nach 80 Minuten flüchteten viele Fans aus dem Stadion.

In Mainz geht es wohl um Breitenreiters Job

Auch Sportchef Horst Heldt zeigte sich geschockt. Er erwarte nach dem Fall auf den vorletzten Tabellenplatz jetzt "Ideen" und "Lösungsansätze", denn sonst rücke die Zweite Liga immer näher. Eine Trennung von Breitenreiter werde es jedoch bis zum Spiel beim FSV Mainz 05 am kommenden Wochenende nicht geben. "Das schließe ich aus", sagte Heldt am Sonntag bei "Sport1". Wie schon am Samstagabend, als er ein Bekenntnis zu Breitenreiter noch vermieden hatte, deutete der Manager aber an, dass es in Mainz um den Job des Trainers gehe. Es wäre zwar "höchst deplatziert", nun "mit dem Finger auf jemanden zu zeigen", sagte der 48-Jährige, "aber es ist halt auch jeder gefordert, und die Abläufe sind immer dieselben".

Breitenreiter: "Keine Ausreden suchen"

Auch Präsident Martin Kind hält noch am Trainer fest. Zumindest bis Mainz. "André Breitenreiter hat das Vertrauen", sagte der 74-Jährige, der schon vor der Partie gegen Hertha BSC drei Siege aus den nächsten fünf Spielen gefordert hatte, der "Bild". Aber auch: "Ein Auftritt wie gegen Hertha würde mich nachdenklich stimmen." Beitenreiter selbst ist um Ruhe bemüht. Es sei eine "schwierige Situation", keine Frage, gab er zu und sprach sich, seinem Team und dem ganzen Club Mut zu. Drei Dinge seien jetzt wichtig: "Keine Schuldzuweisungen an andere". Sich "nicht beklagen, nicht jammern - arbeiten." Und: "Keine Ausreden suchen." Jeder sei gefordert, nun "Verantwortung zu übernehmen, um gemeinsam den Widerstand zu überwinden."

Es brennt überall im Club

Aber nicht nur sportlich läuft es bei Hannover 96 nicht rund. Seit Monaten herrscht eine leistungshemmende Atmosphäre: Kind kämpft um die Allmacht im Club. Seine Gegner wollen die angestrebte Ausnahmegenehmigung von der so genannten 50+1-Regel unbedingt verhindern. "Natürlich ist es immer besser, wenn die eigenen Reihen geschlossen sind", meinte Heldt.

Sind sie aber nicht. Längst kämpft der Club nicht mehr geschlossen für gemeinsame sportliche Ziele. Es wird intrigiert, Politik gemacht, eine außerordentliche Mitgliederversammlung soll Kind stürzen. Zudem berichtete die "Sport Bild" jüngst, dass Hannover im Streit um eine umstrittene Satzungsänderung seitens der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Strafe bis hin zu einem Punktabzug drohe, außerdem könnte die Lizenz für die kommende Spielzeit verweigert werden. Eine besinnliche Adventszeit sieht anders aus.

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