Stand: 27.07.2018 22:51 Uhr

50+1-Regel: 96-Clubchef Kind zieht vors Landgericht

Hannovers Vereins-Präsident Martin Kind zieht vor das Landgericht Frankfurt.

Hannovers Clubchef Martin Kind wird vor dem Landgericht Frankfurt gegen Ablehnung seiner Sondergenehmigung bei der 50+1-Regel durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) klagen. Das bestätigte der Chef des niedersächsischen Bundesligisten am Freitagabend bei "Sky". Die Klage werde unabhängig vom Verfahren vor dem ständigen Schiedsgericht der Lizenzligen eingereicht, so Kind: "Das ist ein laufendes Verfahren." Vor dem Landgericht gehe es um die weitergehenden Fragestellungen.

Es geht um die Spielregeln im deutschen Fußball-Markt

"Ich wollte es nicht Richtern überlassen, wie sich ein Markt der Zukunft darstellen soll. Jetzt wird die Klage eingereicht und sie könnte mit dem Ergebnis enden, dass 50+1 nicht mehr bestätigt wird", erklärte der 74-Jährige. "Dann werden sich die Spielregeln im deutschen Markt deutlich verändern."

Kriterium der "erheblichen Förderung" als Streitpunkt

Stichwort 50+1

Durch die sogenannte 50+1-Regel wird bislang verhindert, dass Investoren mehr als 50 Prozent der Anteile an einem Fußball-Club erwerben können. In anderen Ligen - zum Beispiel in England - gibt es eine solche Regelung nicht. Besonders Hannover 96 mit Clubpräsident Martin Kind an der Spitze macht sich dafür stark, die Regel zu kippen, um die "Kapitalsituation der Clubs zu verbessern". Die Regelung wurde bisher beibehalten, steht aber permanent in der Diskussion. Befürworter der Regelung kritisieren, dass beim Wegfall der Markt für ausländische Investoren geöffnet werden könnte, die kein sportliches Interesse an einem deutschen Bundesliga-Club haben.

Die DFL hatte in der vergangenen Woche Kinds Antrag auf Bewilligung einer Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel einstimmig abgelehnt. Kind ist es damit nach den Verbandsregeln nicht möglich, die Mehrheit der Anteile an der "Hannover 96 Management GmbH" zu übernehmen. In der abschließenden Bewertung war das DFL-Präsidium zu dem Ergebnis gekommen, dass das Kriterium der "erheblichen Förderung" als Voraussetzung für die Erteilung einer Ausnahme nicht erfüllt ist.

Prüfungsantrag der DFL beim Bundeskartellamt

Die DFL hatte im Anschluss beim Bundeskartellamt eine freiwillige Überprüfung der 50+1-Regel beantragt. Das Bundeskartellamt soll klären, ob die grundsätzliche Anwendung und Auslegung der Regel kartellrechtliche Bedenken beinhaltet. Die 50+1-Regel besagt, dass die Stammvereine immer eine Stimmenmehrheit an ausgegliederten Kapitalgesellschaften im Profi-Fußball halten müssen.

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