Stand: 14.04.2018 18:31 Uhr

Herber Dämpfer für Hamburger Hoffnungen

von Florian Neuhauss, NDR.de

Der Hamburger SV ist der Zweiten Liga wieder ein Stück näher gekommen. Das Team von Trainer Christian Titz verlor am Sonnabend bei der TSG Hoffenheim mit 0:2 (0:2) - und war damit noch sehr gut bedient. Die Hoffenheimer hatten ein Dutzend guter Chancen, scheiterten dreimal am Aluminium. Nicht nur Jubilar Aaron Hunt, der seinen 300. Bundesliga-Einsatz absolvierte, hatte sich nach dem Sieg gegen Schalke 04 viel mehr erhofft. "Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, da waren wir überhaupt nicht präsent", sagte Hunt dem NDR.

Titz: "Die Situation wird nicht leichter"

Dem HSV helfen nur noch Siege, um in der Tabelle zumindest noch auf den Relegationsrang zu springen. Douglas Santos muss beim nächsten "Endspiel" zuschauen: Der Brasilianer fehlt gegen Freiburg (Sonnabend, 15.30 Uhr/im Liveticker) wegen seiner fünften Gelben Karte. "Die Situation wird natürlich nicht leichter, wir haben immer weniger Spiele vor der Brust. So lange es rechnerisch noch möglich ist, werden wir nicht aufgeben", sagte Titz.

Der HSV taumelt Richtung Zweitklassigkeit

Hamburgs spielerische Linie stimmt erneut

Der HSV-Coach musste sein Gewinnerteam auf einer Position ändern: Für den gelbgesperrten Kyriakos Papadopoulos begann Gideon Jung in der Innenverteidigung. Und die Hamburger zeigten wie schon gegen Schalke ein gefälliges Spiel. Luca Waldschmidt prüfte Oliver Baumann (11.), und gegen Gotoku Sakai musste der TSG-Keeper schon eine Weltklasse-Parade auspacken, um den Einschlag zu verhindern (35.). Auch Tatsuya Ito erdribbelte sich noch einen Abschluss (41.). Gar nicht so schlecht bei den so heimstarken Hoffenheimern. Vorne also hui...

Hoffenheim spielt HSV-"Defensive" schwindelig

... hinten aber pfui! Schon in der achten Minute lag der Ball erstmals im HSV-Tor. Der Treffer von Benjamin Hübner zählte allerdings wegen einer Abseitsstellung nicht. Zehn Minuten später brach der Damm: Serge Gnabry umspielte Rick van Drongelen, dessen Beine nicht so wollten wie er, und tunnelte auch noch Torhüter Julian Pollersbeck - 1:0. Nun gab es (Konter-) Chancen im Minutentakt für die Hausherren. Gnabry hätte fast das zweite Tor nachgelegt, doch schoss frei vor Pollersbeck vorbei (20.). Jung rettete mit einer Super-Grätsche in höchster Not gegen Nadiem Amiri, der Pollersbeck schon hatte aussteigen lassen (24.). Aber das 2:0 fiel trotzdem: Nico Schulz ließ Sakai wie einen Schuljungen stehen und bediente Adam Szalai, der sich um Jung gewunden hatte. Der Ungar schob locker ein (27.).

Danach scheiterten noch Andrej Kramaric (29.) und Szalai (32.), zudem traf Hübner die Latte und Szalai den Pfosten (39.). In der Schlussminute hätte es sogar noch Elfmeter für die Hausherren geben müssen, der schon früh eingewechselte Albin Ekdal trat Kramaric im Zweikampf auf den Fuß. Aber die Pfeife von Schiedsrichter Harm Osmers blieb unverständlicherweise genauso stumm wie der Videoassistent in Köln. Der HSV war mit dem 0:2 zur Pause noch verdammt gut bedient.

HSV-Offensive bleibt ohne ernsthafte Torchance

Zweite Hälfte, gleiches Bild: Der HSV spielte gefällig, die Hoffenheimer waren gefährlich: Pavel Kaderabek scheiterte am Außenpfosten (47.), Gnabry schoss ans Außennetz (49.) und Szalai köpfte freistehend drüber (51.). Weil die Gastgeber allerdings weiter Chancenwucher betrieben, lebte die Hamburger Hoffnung weiter. Für die letzten 30 Minuten schickte Titz Jann-Fiete Arp ins Rennen. Die TSG zog sich nun weit zurück und überließ es den Hanseaten, das Spiel zu machen. Torchancen erspielten sich die Hamburger jedoch nicht. Sogar im Schongang blieben die Gastgeber gefährlicher. In der 73. Minute bugsierte Kevin Akpoguma den Ball zum 3:0 ins Netz - doch das Gespann entschied auf Abseits. Kramaric scheiterte noch einmal an Pollersbeck (84.). Titz versuchte alles, wechselte noch einmal offensiv, doch Hoffenheim ließ nichts mehr zu. Der HSV blieb in der zweiten Hälfte ohne ernsthafte Torchance.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 15.04.2018 | 22:50 Uhr

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