Stand: 27.08.2018 11:31 Uhr

Braunschweig: Aller (Neu)-Anfang ist schwer

Das Urteil der Fans von Eintracht Braunschweig über die Leistung ihres Teams fiel deutlich aus: "Wir haben die Schnauze voll", hallte es am Sonntag während der 0:2-Niederlage der "Löwen" gegen Fortuna Köln von den Tribünen. Das Fazit von Trainer Henrik Pedersen: "Die Spieler sind enttäuscht, ich bin enttäuscht, die Fans sind enttäuscht." Der deutsche Meister von 1967 steckt bereits nach dem fünften Spieltag in einer Krise. Dabei gab es vor Beginn der Saison tatsächlich Aufbruchsstimmung an der Hamburger Straße, trotz des dramatischen und bitteren Abstiegs aus der Zweiten Liga. Ein neuer Trainer und eine fast komplett neue Mannschaft weckten Hoffnungen bei den Anhängern, dass die Dritte Liga ein einjähriges Intermezzo mit Spaßfußball werden könnte, an dessen Ende der Wiederaufstieg steht.

Von Spaßfußball ist nichts zu sehen

Doch schon nach wenigen Wochen ist trister Alltag eingekehrt. Die noch sieglose Eintracht ist Tabellenvorletzter. Fast noch schlimmer für die treuen Zuschauer: Spaß- und Offensivfußball gibt es überhaupt nicht zu sehen. Vielmehr erinnert das Auftreten der Mannschaft an die bleierne Schlussphase unter Torsten Lieberknecht, obwohl nur wenige Profis der Abstiegself noch in Braunschweig spielen. Gerade darin liegt allerdings auch ein Problem der Eintracht: Eine komplett neue Mannschaft zu formen, braucht Zeit. Doch nach den jüngsten Enttäuschungen haben viele Fans keine Geduld mehr. Sie fokussieren ihre Wut auf Sportchef Marc Arnold. Die "Arnold raus"-Rufe waren am Sonntag jedenfalls nicht zu überhören.

Coach Pedersen: "Nichts verändern, sondern verbessern"

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Trainer Pedersen, der selbst noch nicht in der Kritik steht, nahm seinen Sportchef in Schutz. "Wir haben einen guten Kader", betonte der Däne und forderte von seinen Profis: "Wir müssen kapieren, wo wir sind und arbeiten. Arbeit ist das Fundament, um in der Dritten Liga zu gewinnen." Auch eine stabile Defensive könnte helfen: "Wir kriegen viel zu leicht Gegentore", bemängelte Kapitän Stephan Fürstner. Möglicherweise wird Arnold bis zum Ende der Wechselfrist am Freitag noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv.

Braucht die Eintracht gewissermaßen einen Neuanfang im Neuanfang? "Man muss nicht etwas verändern, sondern verbessern", betonte Petersen. Und das Verbesserungspotenzial in Braunschweig ist derzeit groß.

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Sportclub | 26.08.2018 | 22:50 Uhr