Stand: 12.08.2019 20:21 Uhr

Bitteres Erstrunden-Aus für Hansa Rostock

von Hanno Bode, NDR.de

Jede Serie endet bekanntlich einmal. So nun auch die des FC Hansa Rostock im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart. Viermal hatten sich beide Traditionsclubs vor ihrem Duell am Montagabend in dem Wettbewerb gegenübergestanden - jedes Mal jubelten am Ende die Norddeutschen. Der fünfte Vergleich ging nun an die Schwaben. Nicht unbedingt verdient. Doch das dürfte weder die schwach in die Dritte Liga gestarteten Mecklenburger trösten. Noch sollte man davon ausgehen, dass sich die Fußball-Profis des mit 1:0 (1:0) siegreichen Zweitligisten lange gedanklich mit dem Zustandekommen des Erfolges auseinandersetzen werden. "Joker" Hamadi Al Ghaddioui köpfte das Team des vormaligen Holstein-Kiel-Coaches Tim Walter in die zweite Runde.

Vermeidbares Gegentor nach vermeidbaren Eckstoß

Um eine Sensation im DFB-Pokal zu schaffen, muss erfahrungsgemäß schon einiges zusammengekommen. Es bedarf eines Underdogs, der über sich hinauswächst. Der Favorit muss einen ziemlichen miesen Tag erwischen. Und etwas Glück gehört für den "David" natürlich auch immer dazu. Eines aber sollte der Außenseiter besser vermeiden, wenn er denn überraschen will: vermeidbare Fehler. Genau ein solcher unterlief Hansa-Verteidiger Sven Sonnenberg aber in der 19. Minute der Partie gegen Stuttgart. Der 20-Jährige versuchte in einem Laufduell mit Santiago Ascacíbar einen Eckball zu verhindern, indem er seinen Körper zwischen das Spielgerät und den VfB-Profi stellte. Doch weil der Argentinier sich nicht so leicht abdrängen ließ, berührte Sonnenberg die Kugel doch noch, bevor sie die Linie überschritten hatte. Er hätte sie besser vorher ins Seitenaus bugsiert. Denn aus dem vermeidbaren Standard resultierte die Führung der Schwaben. Ascacíbar spielte die Ecke kurz zu Daniel Didavi, der butterweich auf den im Rostocker Strafraum freistehenden Al Ghaddioui flankte. Der erst kurz zuvor für den angeschlagenen Orel Mangala in die Begegnung gekommene Angreifer traf per Kopf zum 1:0.

Rostock gut, aber zu ungefährlich

1.Spieltag, 12.08.2019 18:30 Uhr

Hansa Rostock

0

VfB Stuttgart

1

Tore:

  • 0:1 Al Ghaddioui (19.)

Hansa Rostock: Kolke - Riedel, Sonnenberg, Rieble - Butzen (76. M. Pepic), Hildebrandt, T. Öztürk, Ahlschwede - Vollmann - Breier (76. Ramaj), Königs (59. Verhoek)
VfB Stuttgart: Bredlow - P. Stenzel, M. O. Kempf, Badstuber (46. Phillips), Sosa - Karazor, Ascacibar, Castro, Mangala (12. Al Ghaddioui) - Didavi, Mar. Gomez (74. Klement)
Zuschauer: 24000 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Der Gegentreffer war bitter für die Mecklenburger. Wie ein Stich ins Herz. Denn sie hatten gut begonnen und durch Korbinian Vollmann zwei Möglichkeiten gehabt. Zunächst scheiterte der 25-Jährige per Heber an Fabian Bredlow (8.), 60 Sekunden später prüfte der Mittelfeldmann den Schlussmann mit einem strammen Schuss. Mit einer Führung im Rücken wäre für die Hanseaten wohl vieles einfacher geworden an diesem milden Sommerabend. Sie wussten zwar auch nach dem 0:1 zu überzeugen und waren auf Augenhöhe mit den Schwaben. Aber Gefahr konnte Hansa vor der Halbzeit nicht mehr entwickeln. Die "Abteilung Attacke" bleibt nach den Abgängen von Merveille Biankadi, Cebio Soukou und Marcel Hilßner das Sorgenkind des früheren Bundesligisten.

Verhoek vergibt Riesenchance zum 1:1

Hätte es noch eines Beweises dafür bedurft, der im deutschen Profifußball inzwischen weit herumgekommene John Verhoek lieferte ihn. In der 60. Minute kam der Sekunden vorher für Marco Königs eingewechselte Niederländer aus zehn Metern völlig frei zum Kopfball. Die Hansa-Fans hatten den Torschrei schon auf den Lippen, mussten dann jedoch fassungslos registrieren, dass der Versuch des 30-Jährigen am Ziel vorbeiflog. Unglaublich. Und auch fast schon unverzeihlich, wenn man denn eine Sensation schaffen will. Denn weitere klare Chancen konnte die Equipe von Coach Jens Härtel trotz eines riesigen Aufwands, den sie betrieb, nicht kreieren. So blieb den im Pokal zuvor immer gegen die Schwaben siegreichen Rostockern schließlich nur die einst von Stephan Remmler besungene Weisheit: "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei."

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 13.08.2019 | 19:30 Uhr

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