Jeremy Dudziak (HSV/l.) im Zweikampf mit Alexander Mühling (Kiel).  Foto: Valeria Witters

Aufstiegskampf in Liga zwei: Spannender geht es kaum

Stand: 15.02.2021 12:13 Uhr

Der Aufstiegskampf in der zweiten Fußball-Bundesliga spitzt sich zu. Hinter dem punktgleichen Trio HSV, VfL Bochum und Holstein Kiel liegen in Fürth und Karlsruhe zwei weitere Teams in Lauerstellung.

Weil der HSV im Spitzenspiel gegen Verfolger SpVgg Greuther Fürth trotz langer Überzahl nicht über ein torloses Remis hinauskam, wird die Luft an der Tabellenspitze immer dünner. Bei Holstein Kiel spricht man nach dem 1:0 gegen Würzburg offen von den Aufstiegsambitionen. Am Sonntag schloss auch Bochum nach Punkten zu den Hamburgern auf. "Wir wollen Erster werden", sagte VfL-Torhüter Manuel Riemann nach dem 2:0 gegen Eintracht Braunschweig forsch. "Wir haben Abstiegskampf erlebt, unsere Mannschaft ist kaum verändert. Wir sind zusammengerückt", sagte Riemann. 

Dass so ein psychologischer Effekt nicht weit hergeholt ist und tatsächlich funktionieren kann, bewies zum Beispiel der FC St. Pauli mit dem unerwarteten Aufstieg 2001. Ein Jahr zuvor hatten die Kiezkicker erst am letzten Spieltag die Klasse gesichert...

HSV hat Vorsprung ungeschlagen verspielt

Der HSV ist zwar seit mittlerweile elf Spielen ungeschlagen, hat allerdings auch nur eines der letzten vier gewonnen. Und so ist der Vorsprung von vier Zählern binnen einer Woche plötzlich komplett aufgebraucht. Entsprechend gab es am Wochenende lange Gesichter. "Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Wir waren nicht so effektiv wie in den letzten Wochen", erklärte Routinier Aaron Hunt nach dem zweiten Unentschieden hintereinander: "Wir sind ein bisschen geknickt."

Ein Remis ist in der aktuellen Tabellenkonstellation eben schon zu wenig. Denn die Konkurrenz zeigt sich erstaunlich stabil. Kiel feierte jüngst drei Siege in Serie, Fürth und Bochum haben in diesem Kalenderjahr erst jeweils eines von acht Ligaspielen verloren, Karlsruhe noch keines.

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Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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Spitzenteams mit mehr Punkten als im Vorjahr

Wie stark das jetzige Spitzentrio ist, zeigt auch die Tatsache, dass alle drei Clubs mit jeweils 42 Punkten schon mehr Zähler auf dem Konto haben als vor einem Jahr Tabellenführer Arminia Bielefeld (41). Der HSV kam zudem damals auf lediglich 40 Punkte, der spätere Aufsteiger VfB Stuttgart auf nur 38. Auch die Fürther und Karlsruher stehen deutlich besser da als die Viert- und Fünftplatzierten im Vorjahr.

HSV-Sportdirektor Mutzel versprüht Selbstbewusstsein

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel gibt sich trotz des engen Aufstiegsrennens gelassen: "So bleibt es schön spannend. Und wir müssen jede Woche ein gutes Spiel abliefern." Dass den Hamburgern das gelingt, davon ist Mutzel überzeugt: "Wir spielen guten Fußball und schießen viele Tore. Ich sehe keinen Grund, warum das plötzlich aufhören sollte."

Bis Ostern fünf direkte Duelle der Top 5

Es darf aus Hamburger Sicht auch nicht aufhören. Denn an den sechs Spieltagen bis Ostern kommt es zu fünf direkten Duellen der Top-5-Teams. Höhepunkt ist der 24. Spieltag mit den Partien HSV - Kiel und Fürth - Bochum. Der HSV hat zudem noch das Stadtderby gegen den FC St. Pauli vor der Brust. Das auf dem Papier leichteste Programm hat der KSC, der fast ausnahmslos gegen Kellerkinder antreten muss.

VIDEO: HSV-Sportdirektor Mutzel: "Der Weg ist gut" (1 Min)

 

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 15.02.2021 | 11:25 Uhr

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