Stand: 30.05.2020 17:58 Uhr

Braunschweiger "Löwen" mit Re-Start nach Maß

von Florian Neuhauss, NDR.de

Eintracht Braunschweig hat die Aufstiegsplätze in der Dritten Liga ins Visier genommen. Die "Löwen" siegten beim Re-Start am Sonnabend zu Hause gegen Viktoria Köln mit 4:2 (2:1) und sprangen in der Tabelle auf Rang fünf. Nur noch die schlechtere Tordifferenz trennt die Mannschaft von Marco Antwerpen von Relegationsplatz drei. "Wir sind cool geblieben, haben uns ins Spiel hereingekämpft und immer wieder gute Aktionen zum Tor gehabt", freute sich Antwerpen. Damit verdarben die Niedersachsen Pavel Dotchev sein Rekordspiel gewaltig. Der Gäste-Trainer, früher auch bei Hansa Rostock auf der Bank, stand zum 238. Mal in der Dritten Liga an der Seitenlinie - so oft wie niemand vor ihm. Zuvor teilte sich der 54-Jährige den Rekord noch mit Peter Vollmann, der derzeit Sportdirektor bei Braunschweig ist.

Eintracht trifft zum richtigen Zeitpunkt

Beiden Teams war deutlich anzumerken, dass sie sich auf den Re-Start gefreut hatten. In der Anfangsphase gab es Torraumszenen in Hülle und Fülle.

28.Spieltag, 30.05.2020 14:00 Uhr

Braunschweig

4

Viktoria Köln

2

Tore:

  • 0:1 Wunderlich (3.)
  • 1:1 Bürger (10.)
  • 2:1 Kobylanski (40.)
  • 2:2 Saghiri (62.)
  • 3:2 Bär (65.)
  • 4:2 Bär (80.)

Braunschweig: Fejzic - Goden, B. Kessel, Burmeister, Kijewski - Nehrig (81. Otto), Kammerbauer - Biankadi (81. Feigenspan), Kobylanski (90. Pfitzner), Bürger (62. Bär) - Pourié (90. Proschwitz)
Viktoria Köln: A. Weis - Gottschling (65. Koronkiewicz), Lanius, Hajrovic, Carls - Saghiri (80. Kreyer), L. Dietz (71. Klefisch), Wunderlich - Lewerenz (80. Holthaus), Bunjaku, Handle (65. Holzweiler)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Nach zehn Minuten stand es bereits 1:1. Jonas Carls war zu schnell für Braunschweigs Defensive. Die Schalke-Leihgabe setzte Mike Wunderlich in Szene, und der Kapitän traf staubtrocken zur Gästeführung (3.). Die "Löwen" mussten sich zunächst warmschießen, Merveille Biankadi (2.) und Marvin Pourié (8.) vergaben ihre Chancen. Leon Bürger machte es dann besser: Der Außenbahnspieler, der im Winter schon zur Probe bei Drittliga-Konkurrenten mittrainiert hatte, verwertete Biankadis Pass zum schnellen Ausgleich.

Die Tore zeigten Wirkung. Die Spieler gingen zaghafter zu Werke, nachdem beide Defensivreihen einmal empfindlich getroffen worden waren. Es dauerte bis zur 40. Minute, ehe wieder Torgefahr aufkam - dann aber richtig. Niko Kijewski brachte den Ball flach und wuchtig in die Mitte. Pourié hatte einen Geistesblitz und ließ das Spielgerät durch seine Beine laufen. Dadurch stand Martin Kobylanski frei vor dem Tor und bedankte sich mit dem 2:1 (40.).

Der Joker sticht: Bär verdirbt Dotchevs Laune

Die "Löwen" waren nun in einer komfortablen Position und hielten den Gegner weiter vom eigenen Tor fern.

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Kölns Trainer Pavel Dotchev stand in Braunschweig zum 238. Mal an der Linie.

Doch der Treffer fiel trotzdem. Hamza Saghiri ließ aus gut 30 Metern einen Flatterball los, der unhaltbar für Torhüter Jasmin Fejzic zum 2:2 im Eck einschlug (63.). Die Antwort der Braunschweiger ließ aber nicht lange auf sich warten: Kobylanski brachte den Ball von rechts vor das Viktoria-Tor, dort lauerte Marcel Bär und der Joker schob eine Minute nach seiner Einwechslung zur erneuten Führung ein (65.). Die Kölner ließen sich nicht hängen, Wunderlich hätte wieder ausgleichen können (77.). Aber die Hausherren waren das abgezocktere Team: Nur drei Minuten später setzte Biankadi mit einem herrlichen Flugball Bär in Szene, und der Angreifer jagte den Ball zum 4:2-Endstand in die Maschen.

Die Braunschweiger feierten ihren Sieg auch mit den Fans. Der Stadionsprecher bedankte sich bei fiktiven 18.583 Zuschauern - und versah die Zahl mit dem Hinweis, dass die Eintracht-Anhänger sehr vermisst würden. "Wir mussten die Emotionen von uns aus ins Spiel tragen, da die von den Fans gefehlt haben", beschrieb Kapitän Bernd Nehrig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 30.05.2020 | 23:03 Uhr

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