Stand: 16.06.2020 21:31 Uhr

1:1 gegen Osnabrück - HSV patzt im Aufstiegsrennen

von Hanno Bode, NDR.de
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Kapitän Aaron Hunt (r.) und der HSV verpassten gegen Osnabrück eine große Chance.

Der Hamburger SV hat seine ausgezeichnete Ausgangsposition im Kampf um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga unter Umständen verspielt. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking kam am Dienstagabend gegen den Nordrivalen VfL Osnabrück nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und könnte am Mittwoch wieder vom VfB Stuttgart vom zweiten Tabellenplatz verdrängt werden. Voraussetzung ist ein Sieg der Schwaben im Duell mit dem SV Sandhausen. Der frühere VfB-Stürmer Martin Harnik brachte den HSV gegen Osnabrück in Front (35.), Moritz Heyer egalisierte für die trotz des Punktgewinns weiter in Abstiegsgefahr schwebenden Niedersachsen (57.).

"Wir haben heute den Sieg nicht verdient, weil wir sehr, sehr langatmig gespielt haben", sagte Hecking. VfL-Coach Daniel Thioune freute sich hingegen darüber, "dass meine Mannschaft brutal verteidigt hat und wieder ein hohes Investment gehabt hat".

Remis in Hamburg lässt Bielefeld jubeln

Jubel gab es im entfernten Bielefeld. Die dort ansässige Arminia stieg durch das Remis im Hamburger Volksparkstadion auf der Couch auf, nachdem sie am Vorabend Dynamo Dresden mit 4:0 geschlagen hatte. Die Ostwestfalen können von den Hanseaten nicht mehr eingeholt werden.

Ceesays unglaublicher Fehlschuss

Der HSV begann schwungvoll und besaß durch David Kinsombi (scheiterte an Keeper Philipp Kühn/6.) und Sonny Kittel (7.), der verstolperte, zwei Gelegenheiten in der Anfangsphase. Im Anschluss taten sich die Hausherren gegen den im Vergleich zur 0:2-Pleite am vergangenen Spieltag gegen den VfL Bochum auf sieben (!) Startelf-Positionen veränderten Kontrahenten jedoch schwer, konstruktive Spielzüge vorzutragen. Dem Spiel des Aufstiegsaspiraten mangelte es an Tiefe, Tempo und Ideen. Osnabrück verteidigte allerdings auch klug und setzte zudem hin und wieder Nadelstiche in der Offensive. Einen der Entlastungsangriffe hätte Assan Ceesay zur Führung der Niedersachsen nutzen müssen. Nach mustergültiger Vorarbeit von Felix Agu kam die Leihgabe vom FC Zürich aus zwei Metern frei zum Abschluss, verfehlte jedoch das Ziel (22.).

Harnik beendet Durststrecke

Nach diesem Schreckensmoment rissen die Hamburger das Zepter wieder etwas mehr an sich. Viel Nennenswertes entsprang ihren Bemühungen aber nicht, bis David Kinsombi per Außenrist Martin Harnik in Szene setzte und dieser Gäste-Schlussmann Philipp Kühn mit einem Schuss ins kurze Eck überwand. Der 33-Jährige beendete damit eine monatelange Durststrecke. Sein bis dato letztes Tor hatte der Angreifer am 26. Oktober beim 6:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart erzielt.

Heyer bestraft HSV-Leistungsabfall

32.Spieltag, 16.06.2020 18:30 Uhr

Hamburger SV

1

VfL Osnabrück

1

Tore:

  • 1:0 Harnik (35.)
  • 1:1 Heyer (57.)

Hamburger SV: Pollersbeck - Vagnoman (73. Gyamerah), Letschert, G. Jung, Leibold - Fein (88. Samperio Bustara) - Hunt, Kinsombi (64. Schaub) - Harnik (74. Hinterseer), Pohjanpalo, Kittel (64. Jatta)
VfL Osnabrück: P. Kühn - Heyer, Gugganig, Susac - Ajdini, Köhler (89. Ouahim), Blacha (83. Nik. Schmidt), Agu - Klaas (65. Br. Henning), Heider (89. Girth) - Ceesay (65. Amenyido)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Zur Pause war die Hamburger Fußball-Welt in Ordnung. Denn neben der eigenen Führung gab es für die Hecking-Elf auch positive Nachrichten aus dem weit entfernten Fürth. Dort tat sich der Tabellenvierte 1. FC Heidenheim gegen die gastgebende Spielvereinigung schwer. Nach 45 Minuten stand es 0:0. Mit Beginn des zweiten Abschnitts begannen die Hecking-Schützlinge jedoch etwas zu schludern. Das machte sich in unsauberen Zuspielen und nicht mehr mit der letzten Konsequenz geführten Zweikämpfen bemerkbar. Osnabrück spürte offenbar, dass der HSV Konzentrationsprobleme besaß und versuchte, noch mutiger anzulaufen. Der Lohn für einen äußerst couragierten Auftritt war der Ausgleich von Heyer, der nach einem Konter und einer Abwehr nach vorne von Keeper Julian Pollersbeck aus wenigen Metern erfolgreich war.

Hecking kritisiert Schiedsrichter

Der eingewechselte Bryan Henning besaß in der 77. Minute sogar die große Chance zum 2:1 für die Niedersachsen, ließ diese jedoch aus. Weil auch Sven Köhler nicht genug Druck hinter seinen Kopfball bekam (85.), blieb die große Überraschung aus. Die in Durchgang zwei überwiegend planlos agierenden Hamburger forderten in der Nachspielzeit einen Strafstoß, nachdem Benjamin Girth Timo Letschert im Strafraum zu Boden gerissen hatte (90.+3). Doch die Pfeife von Referee Martin Thomsen (Kleve) blieb stumm. "Das ist ein ganz klarer Elfmeter", echauffierte sich Hecking über die Entscheidung des Unparteiischen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 16.06.2020 | 18:00 Uhr