Stand: 16.05.2018 17:35 Uhr

Unterwegs bei den Special Olympics in Kiel

von Samir Chawki und Janis Roehlig

Unser Tag beginnt um 11 Uhr beim Beachvolleyball im Camp 24/7 an der Kiellinie. Hier treten insgesamt acht Mannschaften an, fünf davon kommen aus Baden-Württemberg, zwei aus Bayern und eine aus Serbien. Die Teams, die sich bei optimalem Wetter messen, sind unified. Das heißt, sie setzen sich zusammen aus zwei Athleten, also Menschen mit Behinderung und ihren sogenannten Partnern. Jeweils zwei Athleten und ihre Partner sind in den Partien auf dem Platz. Die Vorrunde läuft untermalt von fröhlicher Musik bereits seit Dienstag, das Finale wird am Donnerstagabend um 18 Uhr stattfinden. Geheimfavorit auf den Sieg sind die Gäste aus Serbien. Die Stimmung ist gelöst und alle freuen sich über das tolle Event. Und das hört man auch am lauten Applaus.

Mega-Action in den Uni-Sportstätten

An den Sportstätten der Christian-Albrechts-Universität (CAU) ist richtig viel los. Leichtathletikveranstaltung, Schwimmwettkämpfe und ein Mitmachpark locken viele Zuschauer an. Hier treffen wir auch auf zwei Kollegen. Für die inklusive Redaktion der Special Olympics sind Andreas Bister aus Essen und seine Unterstützerin Svenja Halft aus Aukrug (Kreis Rendsburg-Eckernförde) unterwegs. Beide machen Fotos und sind noch ganz begeistert vom Voltigieren. Sie werden heute bestimmt noch viele tolle Bilder für die Redaktionsseite der Special Olympics machen.

Medaillen für Grefrath

Richtig gut gelaunt begrüßen uns die Sportler der Turnerschaft Grefrath. Die Schwimmer aus Nordrhein-Westfalen präsentieren freudig ihre gewonnenen Medaillen. Auf verschiedenen Strecken waren sie ganz vorne mit dabei. Die ohnehin schon gute Stimmung der Athleten wächst scheinbar proportional zum gewonnenen Edelmetall. Wir freuen uns jedenfalls kräftig mit und veranstalten gemeinsam mehrere La-Ola-Wellen. Da können sogar wir mit der guten Laune der Schwimmer mithalten.

Kiel zeigt Sonnenseite zu den Special Olympics

Die Oma, die andere auf die Matte legt

Monika Wiechmann aus Neuerkenrode im Landkreis Wolfenbüttel sieht aus wie eine freundliche alte Dame. Wer sie aber zur falschen Zeit trifft, wird gnadenlos auf die Matte geschickt. Heute, an ihrem 64. Geburtstag, waren das ziemlich viele. So hat sie sich in ihrer Gewichtsklasse im Judo bis auf den vierten Platz gekämpft. Bei der Medaillenvergabe singt ihr die ganze Halle ein Geburtstagslied. Der Abschied ist das aber noch nicht. Denn auch wenn sie jetzt bei den Kämpfen immer mit einem Rollator zur Matte fährt, möchte sie den braunen Gürtel samt Kampfanzug noch lange nicht an den Nagel hängen. Judo ist ihre Leidenschaft und das schon fast seit 30 Jahren. Sie wird weiter kämpfen, so lange sie dazu körperlich in der Lage ist.

Enttäuschung und Bestleistungen trennen nur wenige Meter

Hochspringer Mike Schwenke aus Bremen will heute seine persönliche Bestmarke von 1,20 Meter egalisieren. 1,08 Meter sind für ihn heute in der Vorrunde schon mal kein Problem. Mit sauberer Technik meistert er diese Höhe locker. Locker war nicht das Motto von Schwimmer Ferdinant Kuner aus Berlin. Er war super ehrgeizig und wollte unbedingt aufs Treppchen schwimmen. Mit seinem fünften Platz ist ihm das nicht ganz gelungen. Kurz macht sich Traurigkeit breit. Als wir ihn aber auf die Stadt Kiel und seine Gastgeber ansprechen, gerät er ins Schwärmen. "Hier ist es voll geil," sagt er, bevor er uns mit einem überschwänglichen High-Five und einem dicken Grinsen verabschiedet.

Weitere Informationen

Special Olympics in Kiel gehen zu Ende

Am Freitag ist nach vier Tagen das Feuer der Special Olympics erloschen. Rund 4.600 Athleten mit geistiger und mehrfacher Behinderung waren in Kiel in 19 Disziplinen gegeneinander angetreten. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.05.2018 | 12:00 Uhr

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