Aktenordner mit Aufschrift Garantie und Gewährleistung. © Fotolia.com Foto: Stauke

Umtausch und Reklamation: Welche Rechte haben Verbraucher?

Stand: 25.05.2022 13:27 Uhr

Verbraucher können gekaufte Produkte nicht in jedem Fall umtauschen. Anders sieht es aus, wenn die Ware Fehler hat oder defekt ist. Was Sie über Gewährleistung und Garantie wissen sollten.

Die Farbe des neuen Handys gefällt doch nicht, die bestellte Jacke ist leider zu klein: Kein Problem, denken viele, man kann ja umtauschen. Doch so einfach ist das nicht. In den meisten Fällen müssen Kunden darauf hoffen, dass sich der Händler kulant zeigt.

Gibt es ein Recht auf Umtausch?

Ist die gekaufte Ware frei von Mängeln, hat der Kunde grundsätzlich keinen Anspruch auf Umtausch. Es gilt: Gekauft ist gekauft. Dass der Artikel nicht gefällt oder passt, reicht zur Begründung nicht aus. Dennoch sind viele Händler bereit, Waren freiwillig zurückzunehmen - aus Kulanz. Die Bedingungen dafür können sie selbst festlegen. So kann der Verkäufer statt Bargeld einen Warengutschein ausgeben oder den Umtausch zeitlich begrenzen. Manche Händler drucken ihre Umtausch-Bedingungen bereits auf die Kassenzettel. Den Beleg sollten die Kunden in jedem Fall gut aufheben, denn ohne ihn klappt der Umtausch kaum.

Tipp: Schon beim Kauf schriftlich zusichern lassen, dass und zu welchen Bedingungen umgetauscht werden kann (zum Beispiel "Rückgabe gegen Bargeld innerhalb von 14 Tagen möglich").

Widerufsrecht bei Kauf via Internet, Katalog und Telefon

Wer nicht im Laden, sondern im Internet-Handel, aus dem Katalog oder am Telefon gekauft hat, steht besser da. Einen solchen "Fernabsatzvertrag" kann der Kunde innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Ware widerrufen. Die Wirkung ist mit einem Umtausch vergleichbar, erklärt die Verbraucherzentrale. Der Kunde sendet die Ware zurück und bekommt den Kaufpreis erstattet. Das gilt jedoch nur bei Käufen von einem gewerblichen Händler. Privatpersonen, die etwa per Kleinanzeige etwas verkaufen, müssen die Ware nicht zurücknehmen.

Tipp: Bestimmte Waren sind vom Umtausch ausgeschlossen, etwa DVDs, wenn das Siegel nach der Lieferung geöffnet wurde, frische Lebensmittel oder Spezialanfertigungen wie Maßanzüge.

Mängel und Defekte an Waren sofort reklamieren

Ganz andere Regeln gelten, wenn die gekaufte Ware einen Mangel hat. Dann kann der Kunde zwei Jahre lang reklamieren. Das heißt aber nicht, dass der Händler sofort den Kaufpreis erstatten muss. Er hat die Möglichkeit, den Defekt zu reparieren oder die Ware gegen ein Produkt ohne Mängel zu tauschen. Sind nach dem Kauf mehr als sechs Monate vergangen, muss der Kunde nachweisen, dass der Mangel schon beim Kauf bestanden hat - auch wenn er nicht sofort erkennbar war. Für Waren, die 2022 gekauft wurden, verlängert sich diese Frist von sechs auf zwölf Monate. Im ersten Jahr nach dem Kauf der Ware müssen Verbraucher also nicht nachweisen, dass sie die Ware bereits defekt erhalten haben.

Tipp: Wer einen Fehler feststellt, sollte sofort reklamieren.

Hersteller oder Verkäufer, wo muss ich reklamieren?

Manche Händler verweisen bei Reklamationen an den Hersteller der Ware. Grundsätzlich ist innerhalb der gesetzlichen Gewährleistung jedoch der Verkäufer der Ansprechpartner. Nur wenn ein Hersteller eine weiterführende Garantie einräumt, etwa für ein drittes Jahr, muss sich der Kunde an ihn wenden.

Tipp: Beim Händler mit Verweis auf die Rechtslage darauf bestehen, dass er sich um die Reklamation kümmert.

Kein Umtausch bei reduzierter Ware?

Wenn Produkte zum reduzierten Preis verkauft wurden, gelten die gleichen Regeln wie beim vollen Kaufpreis. Hat die Ware also einen Mangel, auf den vor dem Kauf nicht hingewiesen wurde, kann der Kunde reklamieren und verlangen, dass nachgebessert wird.

Wie sieht es mit Gutscheinen aus?

Gutscheine sind eine Möglichkeit, Ärger beim Umtausch zu vermeiden. Der Beschenke kann sich die Ware selbst aussuchen und ausprobieren. Allerdings gelten Gutscheine nicht unbegrenzt. Der Händler kann eine Verfallsfrist eintragen, die aber nicht weniger als ein Jahr betragen sollte. Wurde nichts anderes vereinbart, gilt ein Gutschein drei Jahre lang. Bargeld muss der Händler für den Gutschein nicht auszahlen.

Tipp: Die Gültigkeitsdauer des Gutscheins vor dem Kauf klären und vermerken lassen. Den Beschenkten auf die Frist hinweisen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 30.05.2022 | 20:15 Uhr

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