Stand: 09.01.2014 11:17 Uhr  | Archiv

Test: Auch Hausmittel besiegen Schimmel

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Wenn sich der Schimmel großflächig ausgebreitet hat, sollte ein Fachmann den Schaden begutachten.

Schimmel in der Wohnung schreckt Mieter und Eigentümer gleichermaßen auf. Zwar gehören Schimmelpilze zum Kreislauf der Natur und finden sich in Erde, Biotonnen oder Komposthaufen. Doch wenn sich die Pilze in Wohnungen unkontrolliert vermehren, ist Vorsicht geboten. Hohe Konzentrationen der Sporen, die Schimmelpilze abgeben, können Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. In Wohnräumen sollte Schimmel daher umgehend beseitigt werden. Stiftung Warentest hat 20 Mittel auf den Prüfstand gestellt, mit denen sich die Pilze entfernen lassen soll. Das Ergebnis: Alle getesteten Produkte wirken gegen Schimmelbefall.

Produkte enthalten unterschiedliche Wirkstoffe

Manche der Flüssigkeiten belasteten allerdings die Atemwege der Anwender spürbar mit der Chemikalie Hypochlorit. Von diesen Produkten raten die Warentester ab. Am besten schnitt der Schimmelentferner von FLT ab, der auch als Eigenmarke der Baumarkt-Ketten Hellweg, Toom und Max Bahr angeboten wird. Er wird aus Zerstäuber-Flaschen auf die befallenen Stellen gesprüht. Das schlechteste Urteil bekamen zwei Produkte von AGO, die jedoch immerhin noch mit "ausreichend" bewertet wurden.

Preiswerte Hausmittel helfen auch

Parallel zu den Industrie-Produkten prüfte Stiftung Warentest die Wirksamkeit von Hausmitteln: Brennspiritus (Ethyl-Alkohol), 70-prozentigen Isopropyl-Alkohol und 3-prozentiges Wasserstoffperoxid. Auch sie erzielten gute Ergebnisse, sind teilweise sogar deutlich preiswerter als die Fertigprodukte und in Drogerien oder Apotheken erhältlich. Außerdem hinterlassen die Hausmittel keine schädlichen Rückstände. Da Alkohol schnell verdunstet, sollte er nicht versprüht, sondern mit einem Tuch aufgetragen und der Raum gut gelüftet werden. Flammen oder glimmende Zigaretten sind bei der Anwendung tabu.

Sichtbaren Schimmel vorsichtig entfernen

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Schimmel mit einem feuchten Tuch entfernen, damit sie die Sporen nicht weiter im Raum verbreiten.

Egal, ob man mit Fertigprodukten oder Haushaltschemiekalien gegen Schimmel vorgeht, gilt grundsätzlich: Zunächst wird der sichtbare Schimmel mit einem nassen Tuch vorsichtig abgewischt. Beim Einsatz von Alkoholen muss die befallene Stelle dann mindestens zweimal behandelt werden. Bei der Arbeit sollte man Gummihandschuhe und einen Atemschutz tragen.

Feuchtigkeit zieht Schimmel an

Zum Kampf gegen Schimmel gehört, die Ursachen an den befallenen Stellen zu klären und zu beseitigen. Pilzsporten kommen mit der Kleidung, Blumenerde und beim Lüften in die Innenräume. An feuchten, porösen Flächen wie Wänden oder Möbeln nisten sie sich ein und vermehren sich. Schimmelpilzbefall deutet daher stets auf eine hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 70 bis 80 Prozent hin. Häufig genügt es bereits regelmäßig, gründlich zu lüften. Ausführliche Tipps zu den Ursachen und den Kampf gegen Schimmel bieten das Bremer Gesundheitsamt und das Umweltbundesamt auf ihren Webseiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen / 04.02.2016 / 09:50 Uhr

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