Wie unseriöse Teppichhändler Kasse machen

Stand: 18.12.2020 16:27 Uhr

Dubiose Teppichhändler machen im Norden mit einer speziellen Masche Kasse: Sie behaupten, die Teppiche ihrer Kunden seien besonders wertvoll, und schwatzen ihnen eine völlig überteuerte Reinigung und Reparatur auf.

Die Händler versprechen eine Teppichwäsche nach alter persischer Tradition und den anschließenden Weiterverkauf der Teppiche an internationale Kunden. Nach einem persönlichen Beratungsgespräch beim Kunden nehmen die Verantwortlichen die Teppiche für die Aufbereitung gleich mit. Meistens sehen die Auftraggeber ihre Ware dann nie wieder. 

Die Opfer sind meist ältere Menschen

Die Firmen schalten Anzeigen im Internet oder inserieren in Tageszeitungen. Die Kunden sind meist ältere Leute. Sie wollen Teppiche verkaufen, die oft jahrelang in Familienbesitz waren. Die dubiosen Teppichhändler nutzen die Ahnungslosigkeit ihrer Opfer aus, denn diese wissen meist nicht, was ihre Teppiche wirklich wert sind. Gelockt von einem viel zu hohen versprochenen Weiterverkaufspreis, sind die Kunden bereit, viel Geld für die Aufbereitung zu zahlen. Da die Händler vorgeben, 25 Prozent Provision zu kassieren, glauben die Verbraucher an das ehrliche Interesse eines Weiterverkaufs. In Wirklichkeit haben die Teppichwäscher aber nie die Absicht, die Teppiche zu verkaufen.

Falsche Händler mieten Ladenlokale für kurze Zeit

In den Werbeanzeigen behaupten die dubiosen Teppichhändler, über jahrzehntelange Tradition und Erfahrung zu verfügen. Sie erwecken den Anschein, sie seien schon genauso lange in dem Ladenlokal der jeweiligen Stadt. In der Regel nutzen sie allerdings leer stehende Ladenlokale, die sie günstig und kurzfristig anmieten und verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Oft haben sie auch nur einen Raum in einem Bürokomplex gemietet, der nicht darauf ausgelegt ist, Kunden zu empfangen.

Unternehmen deutschlandweit vernetzt

Die unseriösen Teppichhändler sind gut vernetzt. Nachdem zum Beispiel das Ladengeschäft eines dubiosen Teppichhändlers in Hamburg geschlossen wurde, meldeten sich weiterhin Kunden, die von der selben Masche berichten. Wie sich herausstellt, machten die Verantwortlichen im Auftrag anderer weiter. Markt hat herausgefunden, dass der Geschäftsführer einer dubiosen Hamburger Teppich-Galerie auch von einem Kölner Unternehmen geschickt wird.

Tipps zum Schutz vor unseriösen Teppichhändlern

Nur die wenigsten Kunden gehen zur Polizei. Sie schämen sich, auf diese Masche reingefallen zu sein, und wollen oftmals auch Verwandten nicht erzählen, dass sie fremde Leute ins Haus gelassen haben.

Diese Tipps können helfen, um nicht selbst Opfer der Masche zu werden:

  • Fahren Sie vorab beim Ladenlokal des Anbieters vorbei und lassen Sie sich zeigen, wie er arbeitet.
  • Erkundigen Sie sich in der Nachbarschaft des Ladens, wie lange es das Geschäft schon gibt.
  • Ermitteln Sie mithilfe alter Rechnungen, was Ihr Teppich gekostet hat. Ziehen Sie Alter und Gebrauchsspuren großzügig ab. So können Sie abschätzen, bis zu welcher Summe sich eine Reinigung lohnt.
  • Holen Sie sich eine zweite Meinung ein. Fragen Sie einen weiteren Experten, ob er den geschätzten Wert und den Preis für die Aufbereitung der Teppiche als realistisch einschätzt.
  • Leisten Sie nie Vorkasse.
  • Geben Sie nie den Teppich heraus, ohne die Durchschrift einer umfassenden Auftragsbestätigung erhalten zu haben.
  • Lassen Sie sich bei der Herausgabe des Teppichs nicht zu lange vertrösten.
  • Wenn Sie den Verdacht haben, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht, schalten Sie schnell die Polizei ein.

Weitere Informationen
Staubsauger saugt einen Teppich ab. © Fotolia.com Foto: didesign

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 21.12.2020 | 20:15 Uhr

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