Zwei Radfahrer mit Leuchtwesten und-streifen im Straßenverkehr. © imago Foto: Jochen Tack

Mit dem Fahrrad sicher im Herbst und Winter unterwegs

Stand: 12.11.2021 12:39 Uhr

Eine gute Beleuchtung und zuverlässige Bremsen sind in der dunklen Jahreszeit besonders wichtig. Radfahrer sollten ihr Fahrrad deshalb im Herbst gründlich durchchecken.

Immer mehr Menschen fahren auch im Herbst und Winter regelmäßig mit dem Fahrrad. In der dunklen Jahreszeit ist allerdings die Unfallgefahr wegen Glätte und schlechter Sicht besonders hoch. Es empfiehlt sich deshalb, im Herbst das Rad auf seine Funktionsfähigkeit zu überprüfen und einen kleinen Sicherheitscheck zu machen. Für Preise um 50 Euro bieten viele Fahrradläden und -werkstätten einen solchen Check an, die Wartezeiten sind allerdings manchmal lang. Vieles kann man auch selbst machen.

Gute Beleuchtung ist Pflicht

Ein gut beleuchtetes Fahrrad ist im Herbst und Winter ganz besonders wichtig. Laut Gesetz muss ein Rad vorne einen weißen Scheinwerfer und hinten ein rotes Schlusslicht haben. Batteriebetriebene Lichter sind erlaubt, müssen aber so befestigt sein, dass sie nicht verrutschen. Außerdem sind ein großer weißer Frontreflektor und ein großer roter Reflektor hinten vorgeschrieben.

Die Pedalen müssen vorne und hinten mit gelben Rückstrahlern ausgestattet sein. Zwischen den Speichen sind an Vorder- und Hinterrad mindestens je zwei gelbe Reflektoren Pflicht. Eine legale Alternative sind weiße Streifen an den Reifenflanken.

Die Rückleuchte eines Fahrrads leuchtet auf. © picture alliance / PHOTOPQR/LE TELEGRAMME/MAXPPP
Wer ohne Licht fährt, wird bei Dunkelheit schlechter gesehen und riskiert einen Unfall und ein Bußgeld.

Kontrollieren Sie, ob das Licht vorne und hinten einwandfrei funktioniert. Falls nicht, prüfen Sie, ob die Birnen kaputt sind oder ob die Verkabelung zwischen Dynamo und Lampen unterbrochen ist. Möglicherweise sind auch die Kontakte verrostet oder verbogen. Wer neue Leuchten einbaut, sollte möglichst auf helle LED-Lichter zurückgreifen. Empfehlenswert sind Modelle mit Standlicht sowie mit Sensorautomatik, die sich bei Dunkelheit automatisch einschaltet. Wer noch ein älteres Fahrrad ohne Nabendynamo besitzt, sollte über eine Umrüstung nachdenken. Vorteile: Nabendynamos laufen auch bei nasser Straße zuverlässig und sind sehr leichtgängig.

Wichtig: LED- Scheinwerfer können stark blenden, wenn sie zu hoch eingestellt sind. Daher sollten sie stets so montiert sein, dass sie den Nahbereich gut ausleuchten und zugleich die Grenze des Lichtkegels auf der Fahrbahn deutlich zu erkennen ist.

Helle Kleidung tragen, Leuchtwesten und Reflektoren nutzen

Generell sollten Radfahrer im Herbst und Winter auf möglichst helle Kleidung achten. Ideal sind zusätzliche Leuchtwesten oder Jacken und Hosen mit reflektierenden Streifen. Auch für Rucksäcke gibt es spezielle Hüllen in reflektierenden Farben oder Reflektoren zum Anhängen.

Bremsen überprüfen

Die Bremsen sollten natürlich immer gut funktionieren. Überprüfen Sie, ob ausreichend Gummi auf den Bremsbelägen ist und ob die Bremszüge intakt sind. Im Zweifel die Beläge und Züge austauschen. Zu locker eingestellte Bremsen lassen sich bei vielen Modellen über die Stellschraube am Bremszug fester ziehen.

Die Kette säubern oder wechseln

Kontrollieren Sie die Kette auf Rost. Ist der Rost zu stark, muss sie ausgewechselt werden. Ansonsten reicht es, sie zu säubern. Dafür die Kette und die Ritzel am besten mit einem trockenen Lappen weitgehend von Kettenschmiere befreien und danach beides gut ölen. Dafür eignet sich spezielles Fahrradöl aus dem Fahrradladen, aber auch günstiges Motoröl fürs Auto tut seinen Dienst. Hängt die Kette durch, muss sie neu gespannt werden.

Lockere Schrauben nachziehen

Überprüfen Sie alle Schrauben einmal auf festen Sitz und ziehen Sie sie gegebenenfalls nach.

Reifen kontrollieren

Mann pumpt Fahrradreifen auf © picture-alliance/dpa Sportreport Foto: Ulrich Perrey
Im Winter kann man den Reifendruck etwas reduzieren. So hat das Rad mehr Haftung.

Wichtig bei nasser oder gar glatter Straße ist ein Reifen mit ausreichendem Profil. Ist das Profil deutlich abgefahren oder sind an den Seiten poröse Stellen zu sehen, sollte man den Mantel besser austauschen. Den Reifendruck kann man im Winter leicht senken, sodass er beim Mindestdruck liegt. Dann hat das Rad mehr Haftung. Im Fahrradhandel sind zudem spezielle Winterreifen für Räder erhältlich, die besonders gute Haftung auch bei Eis und Schnee bieten. Erhältlich sind auch Reifen mit Spikes, die sogar für Glatteis geeignet sind.

Weitere Tipps zur Fahrradpflege sowie Video-Reparaturanleitungen finden sich auf den Seiten des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC).

Weitere Informationen
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Mein Nachmittag | 26.04.2016 | 16:10 Uhr

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