Stand: 24.11.2017 08:31 Uhr  | Archiv

Imprägnierspray: Viel Chemie, wenig Wirkung

von David Peuyn

Imprägniermittel sollen Schuhe wasserabweisend machen: Wenn Regen und Nässe vom Leder abperlen, bleiben die Füße trocken. In einer Stichprobe vergleicht Markt fünf Imprägniermittel für Lederschuhe (Preis pro 250 Milliliter):

  • Imprägnol Universal für 1,84 Euro
  • Erdal Protect Xtreme Schaumspray für 2,47 Euro
  • Kiwi Superprotector für 4,99 Euro
  • Impregno Pumpspray für 7,47 Euro
  • Deichmann Nässeblocker für 7,95 Euro

Die Imprägniermittel werden unter Anleitung von Schuhmachermeister Oliver Neumann auf neue Lederschuhe aufgetragen und und bei einem Waldspaziergang in der Praxis getestet.

Imprägniersprays nur im Freien verwenden

Auf den meisten Imprägniermitteln steht ein Warnhinweis, dass Gesundheitsschäden durch Einatmen möglich sind. Deshalb sollte man die Sprays im Freien bei guter Belüftung verwenden. Dennoch: "Man steht in einer Aerosol-Wolke und atmet die kleinen Tröpfchen ein", sagt Diplom-Chemiker Manfred Santen von Greenpeace. Außerdem enthielten die Sprays Treibgase, die zum Teil klimaschädlich seien.

Fluorierte Kohlenwasserstoffe in Schuhsprays

In den Imprägniersprays von Imprägnol und Deichmann hat das Magazin Öko-Test fluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) nachgewiesen. Die meisten dieser Stoffe gelten als umweltschädigend und können sich auf die Gesundheit auswirken. Sie stehen im Verdacht, an der Entstehung von Schilddrüsenerkrankungen und Krebs beteiligt zu sein.

Fazit: Ein Spray ohne PFC mit guter Wirkung

Im Praxistest ist das günstigste Imprägnierspray gleichzeitig das beste: Imprägnol schützt den Schuh am besten vor Nässe, enthält aber fluorierte Kohlenwasserstoffe. Ähnlich guten Nässeschutz bietet das Kiwi Superprotector, das ohne PFC auskommt. Bei den Imprägniersprays von Erdal, Impregno und Deichmann werden die Füße im Schuh nass.

Das sagen die Händler und Hersteller

Brauns-Heitmann (Imprägnol)

"Es sind alle vom Gesetzgeber vorgeschriebenen und für den Verbraucher sinnvollen Warnhinweise vorhanden. Zusätzlich werden noch freiwillige Warnhinweise bezüglich Asthma und Haustieren auf dem Produkt aufgebracht. Ein Hinweis auf PFC ist vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben, und wird daher nicht aufgebracht. (...)"

 

 

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Markt | 27.11.2017 | 20:15 Uhr

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