Stand: 22.06.2017 11:41 Uhr  | Archiv

Reisepläne ändern - das macht meist Probleme

Eine Urlaubsreise ist schnell gebucht - per Klick im Internet oder mit einer Unterschrift im Reisebüro. Doch der damit geschlossene Vertrag kann für viel Ärger und hohe Kosten sorgen, wenn man seine Pläne ändern möchte oder muss. Diese Tipps helfen, um Risiken rechtzeitig zu begrenzen.

Auf den richtigen Namen achten

Computermaus liegt auf Flugticket © picture-alliance / beyond/Junos Foto: beyond/Junos
Augen auf bei der Flugbuchung: Der Name der Reisenden sollte korrekt angegeben werden. Eine nachträgliche Änderung kann teuer werden.

Einige Fluggesellschaften bitten Kunden selbst bei geringfügigen Namensänderungen kräftig zur Kasse. Eine Korrektur des eigenen Namens kann nach Angaben des Vergleichsportals Top Tarif 50 bis 120 Euro kosten. Bei der Buchung sollten die Angaben daher sorgfältig auf Tippfehler geprüft werden. Andere Airlines bieten die Chance, die Reisedaten binnen 24 Stunden zu ändern.

Stornierung bei Unwetter?

Die Natur kann launisch sein. Was also tun, wenn über das gebuchte Reiseziel ein Hurrikan hinweggezogen ist oder ein Erdbeben Häuser in der Region beschädigt hat? Allein weil man aufgrund von Naturereignissen keinen Spaß mehr an der Reise hat, darf man die Tour nicht kostenlos stornieren. Nur unter bestimmten Umständen haben Gerichte Reisenden den Rücktritt ermöglicht. Das galt etwa, wenn das Reiseziel wegen Verwüstungen nicht erreichbar war oder vor Ort erhebliche Gefahren lauerten. Sind die Wetterkapriolen jedoch zu erwarten, da sie in dem Land regelmäßig auftreten, gilt das nicht als Begründung für eine Absage. Das sollte man bei der Planung berücksichtigen.

Was gilt bei höherer Gewalt?

Bei unvorhersehbaren Ereignissen während des Urlaubs wie einem Vulkanausbruch oder einem beginnenden Krieg dürfen Reisende ihren Aufenthalt abbrechen. Die Kosten für den Rückflug müssen sie allerdings selbst tragen. Der Veranstalter erstattet nur den Wert der nicht genutzten Urlaubstage.

Wer zahlt bei Rücktritt?

Wer seine Reise wegen Krankheit oder eines Unfalls nicht antreten kann, muss sogenannte Stornogebühren an den Veranstalter zahlen. Die Höhe richtet sich meist nach dem Zeitpunkt der Absage: je kürzer vor der Reise, desto höher die Gebühr. So kann bis zu 100 Prozent des Reisepreises fällig werden. Eine Reiserücktrittsversicherung soll vor solchen Kosten schützen. Allerdings zahlt sie nur unter Bedingungen, die im Kleingedruckten genau definiert sind. Eine Erkältung etwa reicht als Begründung für den Rücktritt nicht aus.

Krankenversichert im Ausland?

Reisende, die in Deutschland Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung sind, haben auch in vielen Urlaubsländern Anspruch auf medizinisch notwendige Behandlungen. Das gilt für alle EU-Staaten und zusätzlich für die Schweiz, Island, Liechtenstein, Norwegen, Israel, Tunesien und die Türkei. Allerdings benötigen Urlauber dazu eine "Europäische Krankenversicherungskarte" (European Health Insurance Card - EHIC) oder eine Anspruchsbescheinigung. Diese Bescheinigungen stellt die Krankenkasse in Deutschland vor der Abreise auf Nachfrage aus. Wer in andere als die genannten Länder reist, kann sich mit einer privaten Reisekrankenversicherung vor möglichen Kosten schützen. Eine solche Versicherung ist bereits für weniger als 20 Euro pro Jahr zu bekommen.

Kein Widerruf bei Onlinebuchung

Viele Menschen buchen eine Urlaubsreise online. Im Unterschied zu anderen Käufen per Internet besteht bei Reise- und Beförderungsverträgen grundsätzlich kein Widerrufsrecht. Die im Online-Handel übliche Frist von 14 Tagen für den Rücktritt vom Kauf gilt bei Reisen also nicht.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 06.03.2017 | 20:15 Uhr

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