Stand: 30.01.2017 06:00 Uhr  | Archiv

Outlet-Center: Oft schlechtere Qualität

von Ann-Brit Bakkenbüll
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Nicht immer gibt es in Outlet-Centern echte Schnäppchen.

Markenware zu Schnäppchenpreisen: Das erwarten viele Verbraucher vom Einkauf in Outlet-Centern. In einer Stichprobe hat Markt Kleidungsstücke namhafter Markenhersteller in einem Outlet-Center im schleswig-holsteinischen Neumünster gekauft. Recherchen bei den Herstellern haben ergeben, dass die in den Outlet-Centern verkauften Produkte nicht in den normalen Filialen erhältlich sind. Die Wettbewerbszentrale hält insbesondere die angeblichen Rabattpreise für irreführend.

Textilexpertinnen überprüfen Qualität

Textilexpertinnen der Akademie Mode und Design in Hamburg haben die Outlet-Produkte auf ihre Qualität hin geprüft. Unter dem Mikroskop konnten sie erkennen, dass die Outlet-Mode im Vergleich zu ähnlichen Produkten aus den normalen Geschäften der Markenhändler von zum Teil minderwertiger Qualität war. Geprüft wurden:

  • ein Damen-Poloshirt von Tommy Hilfiger für 41,90 Euro im Outlet-Store und ein ähnliches Modell für 59,90 Euro aus dem Concept-Store in Hamburg
  • ein Herren-Poloshirt von Ralph Lauren für 29,99 Euro im Outlet-Store und ein ähnliches Modell für 64 Euro
  • eine Damenbluse von Ralph Lauren für 44,99 Euro im Outlet-Store und ein ähnliches Modell für 99 Euro
  • Winterstiefel von UGG für 134,95 Euro im Outlet und für 209,95 Euro im Original
  • die Jeans Levis 501 für 35 Euro im Outlet und für 99,95 Euro im Original

Wie gut ist Kleidung aus Outlet-Centern?

Qualitätsunterschiede bei Schuhen und Hemden

Das Futter eines Winterschuhs der Marke UGG war zum Beispiel wesentlich schlechter verarbeitet als beim Original (es hat gefärbt und gefusselt), die Baumwolle eines Poloshirts von Ralph Lauren war körniger und teilweise schief geschnitten. Bei einem Poloshirt von Tommy Hilfiger war die Passform nach Ansicht der Experten schlechter als beim Original. 

Wettbewerbszentrale: "Irreführende Werbung"

Verwirrend vor diesem Hintergrund sind vor allem die Preise im Outlet-Center. So sind auf vielen Produkten vermeintliche Ursprungspreise ausgezeichnet, die es so aber nie gegeben haben kann. Die Wettbewerbszentrale sieht das kritisch. "Wenn dieser höhere Preis, der hier als Originalpreis gekennzeichnet ist, so nicht gefordert wurde, dann ist das ein Falle von irreführender Werbung über die Preisgestaltung", meint Peter Brammen, Geschäftsführer der Wettbewerbszentrale in Hamburg.

Keiner der betroffenen Hersteller hat sich gegenüber Markt zu den Ergebnissen der Recherche geäußert.

Outlet-Center: Beliebt in der Textilbranche

Bei sogenannten Outlet-Centern, kurz Outlets genannt, handelt es sich um eine spezielle Form des Handels. Dabei befinden sich viele Läden in einheitlich gestalteten Gebäuden oder Anlagen mit in der Regel mindestens 5.000 Quadratmetern und 20 Outlet-Stores. Hersteller können in Outlet-Stores zum Beispiel Auslaufmodelle, Zweite-Wahl-Produkte, Überschussprodukte und Testprodukte für die Marktforschung anbieten.

Die am häufigsten vertretene Branche ist die Bekleidungsindustrie mit einem Anteil von 60 bis 70 Prozent an allen Outlet-Centern. 10 bis 20 Prozent entfallen auf Schuhe und Lederwaren. Oft werden außerdem Haushaltsartikel, Uhren, Schmuck, Sportartikel, Porzellan und Heimtextilien angeboten.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 30.01.2017 | 20:15 Uhr

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