Neue Energieeffizienz-Klassen bei Kühlschrank und Co

Stand: 19.02.2021 14:22 Uhr

Der Energieverbrauch von Elektrogeräten spielt nicht nur für die Umwelt eine Rolle. Er wirkt sich auch finanziell aus. Mit sparsamen Geräten können Verbraucher viele Euro pro Jahr sparen.

Ab dem 1. März 2021 gelten in Europa neue Energieeffizienz-Klassen für Elektrogeräte. Die Einteilung erfolgt nun von A bis G.

Folgende Geräte bekommen das neue Energielabel:

  • Kühl- und Gefriergeräte (auch Weinlagerschränke)
  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen und Waschtrockner
  • Fernseher und Monitore (elektronische Displays)

Auf den neuen Labeln lässt sich künftig nicht nur der Jahresverbrauch eines Gerätes ablesen. Sie bieten außerdem Zusatzinformationen, beispielsweise wird künftig auch die Laufzeit von Energiesparprogrammen angezeigt. Außerdem ist ein QR-Code angegeben, der auf die neue europäische Produktdatenbank EPREL leitet. Dort gibt es ab März weitere Informationen zu den jeweiligen Geräten.

Neue Energieklassen für besseren Durchblick

Die Einteilung von Elektrogeräten erfolgte bislang auf Basis von vor Jahren festgelegten Mess- und Prüfverfahren. Da die Hersteller immer effizientere Produkte auf den Markt gebracht haben, wurden die Zusatzangaben mit dem "+" notwendig. Oder sogar mit mehreren Pluszeichen: Inzwischen sind so beispielsweise viele Kühlschränke als "A+++" eingestuft, obwohl es zwischen den einzelnen Geräten erhebliche Unterschiede gibt, was den Stromverbrauch angeht.

Auch Verbraucherzentralen kritisierten, dass eine Differenzierung so nur noch schwer möglich sei. Die neue Kennzeichnung sei deshalb besser, da sie feiner zwischen den einzelnen Effizienz-Klassen unterscheide.

Die neuen Energielabel berechnen sich nun durch überarbeitete Prüfverfahren. Diese sollen den Alltagsgebrauch der Geräte besser abbilden und somit einen realistischeren Verbrauch anzeigen. So wurden beispielsweise Geschirrspüler in früheren Tests nur mit Porzellantellern befüllt, bei den neuen Messverfahren kommen jetzt auch verschmutzte Töpfe und Schüsseln dazu.

Geschirrspüler und Waschmaschinen schneiden erstmal schlechter ab

Die neuen Energielabel bedeuten allerdings, dass selbst neueste Waschmaschinen und Kühlschränke zunächst alle in schlechtere Energieeffizienz-Klassen abrutschen. Die heute verkauften Top-Energiesparer werden sich beispielsweise alle im Mittelfeld, zwischen den Klassen C bis D, wiederfinden. "Die Bedingungen für die neuen Klassen A und B erfüllt voraussichtlich noch gar kein Kühlschrank", heißt es auf einer Seite des Bundesverbands der Verbraucherzentralen zum Thema.

Hersteller sollen so motiviert werden, noch sparsamere Geräte herzustellen. Laut Bundeswirtschaftsministerium spielt für 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher die Energieeffizienz-Klasse eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung.

Neue Energieeffizienz-Klassen auch bei Lampen und Heizungen

"Es gibt nur eine kurze Übergangszeit vom 1. bis 18. März 2021, in der Händler die Kennzeichnung nach und nach umstellen müssen", so der Bundesverband der Verbraucherzentralen im Fall von Waschmaschine und Co. Anschließend dürfen die alten Labels nicht mehr verwendet werden. In der Zwischenzeit gilt bereits, dass für ein Gerät niemals beide Energielabels gleichzeitig gezeigt werden dürfen.

Nach und nach werden alle elektrischen Geräte mit den neuen Labeln versehen. Ab September 2021 erfolgt die neue Klassifizierung bei Lampen. Bei Trocknern, Staubsaugern und Backöfen ist die Umstellung 2024 vorgesehen, Heizungen erhalten ab 2026 neue Effizienzlabel. Bis 2030 sollen alle Produktgruppen umgestellt sein.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 22.02.2021 | 20:15 Uhr

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