Stand: 17.09.2018 09:51 Uhr

Naturkosmetik: Auf welche Siegel ist Verlass?

von Saskia Engels
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"Natürliche" Kosmetik enthält oft nur geringe Mengen an Pflanzenextrakten, aber viel Chemie.

Körperpflege-Produkte werden durch Inhaltsstoffe wie Blüten, Blätter und Pflanzenextrakte nicht automatisch zu einem echten Naturprodukt. Denn der Begriff Naturkosmetik ist gesetzlich nicht geschützt. Häufig kommt in "natürlichen" Gels, Cremes oder Lotionen auch Chemie zum Einsatz. Zertifizierte Naturkosmetik-Produkte können Verbrauchern an Siegeln wie Natrue und BDIH erkennen.

Unterschiedliche Naturkosmetikprodukte aneinander gereiht.

Naturkosmetik: Worauf man achten muss

Markt -

Viele Hersteller werben mit "natürlichen" Körperpflege-Produkten. Doch eine einheitliche Definition von Naturkosmetik gibt es nicht. Auf welche Siegel sollten Verbraucher achten?

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Tricks mit Naturkosmetik

  • Einige Hersteller werben auf der Verpackung zum Beispiel mit Inhaltsstoffen wie Olivenöl, Milch oder Granatapfel, obwohl nur Spuren davon enthalten sind.

  • Einige Hersteller werben mit selbst gemachten Siegeln. So kann bei Verbrauchern der Eindruck entstehen, es handele sich um zertifizierte Naturkosmetik.

  • Einige Hersteller schreiben auf, was alles nicht enthalten ist, zum Beispiel "ohne Parabene", "ohne Mineralöle" und "ohne Konservierungsstoffe". Allerdings kommen die wenigsten Produkte tatsächlich ohne Chemie aus.

  • Statt herkömmlicher Konservierungsstoffe werden oft Ersatzstoffe wie Caprylyl Glycol und Ethylhexylglycerin verwendet. Sie wirken konservierend, müssen aber nicht als Konservierungsstoff deklariert werden.

Naturkosmetik: Siegel im Vergleich

Für Naturkosmetik verwenden Hersteller in Deutschland am häufigsten die Siegel Natrue und BDIH:

Das Natrue-Siegel wurde von Naturkosmetik-Herstellern entwickelt, um sich von Produkten abzuheben, die nur Anteile an pflanzlichen Ölen und Auszügen enthalten. Natrue-zertifizierte Kosmetik darf keine Mineralöle, Silikone, synthetischen Duftstoffe oder Konservierungsstoffe wie Parabene enthalten. Außerdem darf das Siegel nur Produkte kennzeichnen, die ohne Tierversuche hergestellt wurden. Rohstoffe von toten Wirbeltieren, zum Beispiel Nerzöl, sind verboten.

Ähnliche Kriterien erfüllen Produkte mit dem BDIH-Siegel. Die Abkürzung steht für Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel. Das Siegel mit der Bezeichnung "Cosmos Natural" oder "Cosmos Organic" kennzeichnet Naturkosmetik in Bio-Qualität. Die internationalen Standards für das Siegel hat der BDIH gemeinsam mit den europäischen Naturkosmetik-Siegeln Ecocert, Cosmebio, ICEA und Soil Association entwickelt:

  • Pflanzliche Rohstoffe müssen aus biologischem Anbau stammen und dürfen nicht gentechnisch verändert sein.

  • Tierversuche und Rohstoffe von toten Wirbeltieren sind nicht erlaubt.

  • Chemisch-synthetische Stoffe wie Paraffine, Erdölprodukte, Silikone, synthetische Duftstoffe oder organisch-synthetische Lichtschutzfilter dürfen nicht verarbeitet werden.

  • Bei Konservierungsstoffen gibt es Einschränkungen.

Dass Naturkosmetik keine synthetischen Inhaltsstoffe enthält, bedeutet allerdings nicht, dass sie besser verträglich ist. Auch sie kann Allergien auslösen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 17.09.2018 | 20:15 Uhr

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