Müll richtig trennen und entsorgen

Stand: 23.07.2021 14:12 Uhr

72 Kilogramm Verpackungsmüll wurden 2019 pro Kopf bei den Deutschen eingesammelt. Viele Verpackungen, die eigentlich recycelt werden könnten, landen fälschlicherweise im Hausmüll.

von Rieke Sprotte

Der ausgelöffelte Joghurtbecher, die Zeitung vom Vortag, ein Rest Bratkartoffeln. Bei der Entsorgung von Abfällen machen viele Menschen es sich dann einfach: Alles in einen Plastikbeutel und ab in den Hausmüll. Für Recycling-Kreisläufe ist das jedoch ein Problem, denn nicht sortierter Hausmüll, Restmüll, wird verbrannt. So gehen wertvolle Materialien, wie beispielsweise Aluminium, verloren und können nicht wiederverwertet werden.

Richtiges Müll-Trennen spart darüberhinaus auch Geld: Denn während die Reststoffbehälter für unsortierten Hausmüll Gebühren kosten, sind die Systeme für viele andere Verpackungsabfälle, zum Beispiel Plastik oder Altpapier, kostenlos. Gerade in Miethäusern macht sich das bemerkbar: Je mehr Reststoffmüll produziert wird, umso mehr entsprechende Abfallbehälter müssen bereitgestellt werden. Die Kosten dafür werden auf die Mieter umgelegt.

Welcher Müll gehört in welche Tonne?

Manchmal ist es gar nicht so leicht, Abfall richtig zu trennen. Restmüll gehört beispielsweise auf keinen Fall in den Gelben Sack. Er behindert die Sortierung sowie das Recycling der gesammelten Verpackungen erheblich, teilweise wird es so unmöglich gemacht. Nur die wenigsten Verpackungen haben Trenn-Hinweise aufgedruckt. Folgende Entsorgungsmöglichkeiten gibt es:

  • Gelbe Tonne/Gelber Sack: hier hinein gehören alle Leichtverpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech und Verbundmaterialien wie Getränkekartons. Mancherorts gibt es auch regionale Besonderheiten, dann dürfen auch Plastikgegenstände, wie zum Beispiel Gießkannen, die keine Verpackung sind, ebenfalls im gelben Sack entsorgt werden.
  • Graue oder schwarze Tonne: für Restmüll (z.B. Babywindeln, Asche, Knochen).
  • Papiertonne: für Papiermüll (Papier, Pappe und Karton). So gut es geht zusammenfalten, das spart Platz. Manche Verpackungen sehen aus wie aus Papier, sind aber beschichtet. Sie gehören in den gelben Sack oder die gelbe Tonne.
  • Biotonne: für organische Abfälle (außer Knochen). Häufig landet Biomüll nach wie vor im Hausmüll. So geht wertvoller Abfall verloren, denn richtig entsorgter Biomüll bekommt ein zweites Leben als Dünger.
  • Glascontainer: Altglas wird bei der Herstellung von neuem Glas verwendet, wodurch große Mengen Energie und Rohstoffe eingespart werden. Dafür ist es notwendig, dass das Glas sortenrein vorliegt. Glasbehälter und -flaschen gehören nach Farben sortiert in die unterschiedlichen Glascontainer. Blaues Glas gehört in den Container für Grünglas. Keramik, Porzellan, Trinkgläser und Bleikristall gehören nicht in den Glascontainer, sie müssen im Restmüll entsorgt werden.

Müll schon beim Einkauf vemeiden

Am besten ist es natürlich, bereits beim Einkaufen darauf zu achten, dass nicht zu viel Müll entsteht. Mit einfachen Verhaltensweisen lässt sich das reduzieren.

  • Keine Plastiktüten benutzen, sondern Mehrwegbeutel mit zum Einkaufen nehmen.
  • Unverpacktes Gemüse und Obst einkaufen, viele Supermärkte bieten hierzu bereits Mehrwegnetze an - aber auch lose aufs Band legen ist kein Problem.
  • Mehrwegflaschen aus Glas kaufen.
  • Möglichst Nachfüllpacks kaufen, zum Beispiel für Flüssigseife.

Verpackungen möglichst auseinanderbauen

Generell gilt bei der Entsorgung: Die Verpackungen so weit auseinanderbauen, wie zumutbar. Beispiel: Joghurtbecher. Aluminum-Deckel von Plastikbecher trennen und beides getrennt in den gelben Sack geben. Sollte zusätzlich eine Papp-Banderole verarbeitet sein: auch diese abtrennen und im Altpapier entsorgen.

Oftmals sind Plastikflaschen noch mit einer zusätzlichen Plastik-Banderole versehen. Das kann in den Sortieranlagen der Dualen Systeme zu Problemen führen, weil die Maschinen so nicht das richtige Plastik erkennen können und die Flaschen dann in der falschen Fraktion landen. Auch bei solchen Flaschen gilt: Banderole entfernen. Einige Hersteller haben deshalb bereits Perforationen zum einfacheren Ablösen eingebaut.

Verpackungen sollten nicht ineinander gestapelt werden. Sie müssen auch nicht ausgewaschen werden, Reste sollten aber entfernt sein.

Neue Trennhinweise für Verpackungen entworfen

Die für die Abfallwirtschaft zuständigen Dualen Systeme haben inzwischen Hinweise für Verpackungen entwickelt, die Hersteller auf ihre Produkte aufdrucken können. Diese werden der Industrie kostenlos zur Verfügung gestellt und zeigen Verbraucherinnen und Verbrauchern, welche Verpackung in welcher Art entsorgt werden sollte.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 26.07.2021 | 20:15 Uhr

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