Lamellenschrank lackieren: So geht es richtig

Stand: 16.10.2020 17:34 Uhr

Lamellentüren lassen sich mit Lack wieder auffrischen. Anders als Wandfarbe enthalten Lacke mehr Bindemittel. So lassen sich Metall, Kunststoff und Holz ideal beschichten.

Einen Lamellenschrank zu lackieren, gehört zu den Königsdisziplinen unter Heimwerkern und braucht Zeit. Darum mindestens zwei Tage Zeit nehmen. Denn vor dem Lackieren sind mehrere Arbeitsschritte nötig.

Rund um die zu lackierende Tür, das Fenster oder den Tisch muss alles sauber und staubfrei sein.

Diese Werkzeuge sollten bereitliegen:

  • Abdeckung für Fußboden und gegebenenfalls Möbel, Abklebeband
  • Klappböcke
  • Schleifpapier und Schleifmaschine
  • Grundierung
  • Lackpinsel
  • Farbwanne
  • Lappen
  • Gallseife und Lösungsmittel zum Flecken entfernen

Abdeckpapier eignet sich als Bodenschutz

Die Farbe soll an die Wand, nicht auf den Boden. Deswegen unbedingt den Fußboden gut vor Farbspritzer schützen. Abdeck-Plastikfolie eignet sich weniger, da sie sehr dünn ist, schnell reißt und sich bewegt. Dadurch können Stolperfallen entstehen. Als Bodenschutz empfiehlt sich, Maler-Abdeckpapier zu verwenden. Es lässt sich einfach verlegen, ist rutschfest - und noch dazu umweltfreundlich. Scharniere oder Griffe gegebenenfalls abkleben.

Schleifen mit Maschine oder Papier

Eine Lamellentür wird mit einer Schleifmaschine angeschliffen. © NDR
Mit einer Schleifmaschine lässt sich schnell und gründlich arbeiten.

Dann geht es ans Schleifen: Lamellentüren, die sich aushängen lassen, am besten auf Klappböcke legen. Alte Lackschichten anschleifen: Mit einer Maschine lassen sich Flächen schön gleichmäßig bearbeiten. Als erstes mit den Rändern beginnen. Dann über jede Lamelle einzeln gehen - ohne Druck. Dafür das Schleifgerät möglichst glatt auflegen, so dass es nicht kippelt und der alte Lack bis aufs Holz entfernt wird.

Wer keine Maschine besitzt, kann die Flächen mit Schleifpapier per Hand schleifen. Für das Anschleifen des Lacks eine Körnung von etwa 100 bis 150 verwenden. Wichtig: Vor dem Schleifen die Lamellentür einmal reinigen und im Anschluss ans Schleifen den Staub entfernen.

Grundierung sparsam auftragen

Vor dem eigentlichen Lackieren braucht eine Lamellentür eine Grundierung. © NDR
Mithilfe einer Farbwanne oder eines Abstreichgitters lassen sich Farbe oder Lack gut dosieren.

Als nächstes geht es an die Grundierung - etwa mit einem Vorlack. Darauf haftet später der Lack gut und deckt gleichmäßig. Wichtig: Nicht zu viel aufzutragen. Den Pinsel vorher an einer Farbwanne abstreifen oder abtupfen. Dann zunächst die Kanten und anschließend jede einzelne Lamelle sorgfältig streichen.

Sollten Farbtropfen entstehen, diese sofort mit einem sauberen Lappen abwischen. Bevor es weitergeht, die Grundierung gut trocknen lassen. Die Dauer hängt unter anderem von dem verwendeten Produkt, der Raumtemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab. Deswegen: Auf die Produktangaben achten.

Zwischenschliff vor dem Lackieren nicht vergessen

Vor dem finalen Anstrich mit Lack die Flächen noch mal mit feinem Schleifpapier (Körnung 180 bis 220) anschleifen und anschließend vom Schleif-Staub säubern. Jetzt geht es ans Lackieren, am besten mit einem Spezial-Pinsel: Die für Lack auf Wasserbasis sind anders als die für Lack auf Basis von Lösungsmitteln. Hier lieber nicht die billigsten Pinsel verwenden. Denn die verlieren schnell Borsten, die dann auf der lackierten Fläche kleben.

Typisch für Wasserlack-Pinsel sind gespaltene Borsten für einen sauberen Farbverlauf. Für lösungsmittelhaltige Lacke gibt es Pinsel, die lösungsmittelbeständig sind. Zur Auswahl stehen Rund- und Flachpinsel. Die flachen haben einen breiteren Griff und liegen so gut in der Hand. Sie eignen sich besonders für Flächen, Rundpinsel dagegen eher für kleine und gewölbte Flächen.

Tipps zum Reinigen von Lackflecken und -pinseln

  • Lacke auf Wasserbasis: Die benutzten Pinsel lassen sich mit Wasser und ein wenig Spülmittel reinigen.
  • Lösungsmittelhaltige Lacke: Zuerst den Pinsel je nach Anweisung auf der Verpackung etwa mit Terpentinersatz oder speziellem Pinselreiniger reinigen, bis keine Farbreste mehr vorhanden sind. Anschließend mit Wasser und ein wenig Spülmittel ausspülen.
  • Frische, noch feuchte Lackflecke in Hose oder Hemd lassen sich mit Gallseife entfernen. Eingetrocknete Flecken vorsichtig mit Lösungsmitteln aufweichen.

Beim Lackieren auf Lacktropfen und -nasen achten

Wer die Lamellenschranktür nicht aushängen kann und senkrecht arbeitet, sollte Lack nehmen, der zähflüssig ist und möglichst sofort haftet. So klappt es, den Lack gleichmäßig zu verteilen.

Und zum Schluss ganz wichtig: Lackreste gehören in den Sondermüll auf dem Recyclinghof!

Dieses Thema im Programm:

Mach kein Murks! | 19.10.2020 | 21:00 Uhr

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