Stand: 30.08.2016 10:59 Uhr  | Archiv

Gutscheine: Vorsicht vor dem Verfallsdatum!

Ein Umschlag mit der Aufschrift "Gutschein". © fotolia.com Foto: Vielfalt21
Wer einen Gutschein geschenkt bekommt, sollte auf die Frist achten.

Kosmetik, Parfüm, Kreissäge oder Radio: Gutscheine für die unterschiedlichsten Gebrauchsgegenstände liegen voll im Trend. Laut Handel gehen von Jahr zu Jahr immer mehr Geschenkgutscheine über die Ladentische. Von dieser Entwicklung profitiert fast die ganze Warenbranche. Zu Weihnachten erwartet der Handel ein Gutscheingeschäft von über zwei Milliarden Euro. Besonders beliebt sind Gutscheine für Kleidung und Elektronikartikel. Aber auch Erlebnisgutscheine stehen hoch im Kurs. Im Schnitt gibt jeder Deutsche circa 45 Euro im Jahr für Geschenkgutscheine aus, Tendenz steigend. Besonders beliebt momentan: Online-Gutscheine. Das heißt: Derjenige, der schenken möchte, muss nicht einmal mehr im Geschäft vorbeigehen. Mit wenigen Klicks ist das Geschenk versandt - und zwar direkt an den, der den Gutschein erhalten soll.

Gutscheine haben Fristen

Viele Menschen vergessen leider, die Gutscheine einzutauschen und sammeln sie in der Schublade. Doch hier ist Vorsicht angesagt. Denn Gutscheine können tatsächlich verfallen. Drei Jahre lang kann man einen Geschenkgutschein einlösen. Danach verfällt beziehungsweise verjährt er laut Gesetz. Aber: Gutscheine für Dienstleistungen, wie beispielsweise für Kosmetikbehandlungen, dürfen auch auf ein Jahr befristet sein. Der Gedanke dahinter: Bei einer längeren Frist könnten die Kosten für Personal oder Waren steigen, der Wert des Gutscheins würde also steigen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg kann man in einem solchen Fall allerdings nach Ablauf der Befristung bis zur Verjährung - also drei Jahre nach Ausstellung - den Großteil des Gutscheinbetrags einfordern.

Alle anderen Händler, die Gutscheine mit Fristen von unter drei Jahren anbieten, haben schlechte Karten. Ein kürzlich ergangenes Urteil besagt, dass Gutscheinfristen von einem halben oder einem Jahr für Waren nicht akzeptabel sind - beispielsweise bei Baumarktgutscheinen, da hier anzunehmen ist, dass sich der Wert der Ware innerhalb eines Jahres nicht verändert. Weiterhin dürfen Gutscheine nicht in bar ausgezahlt werden. Einlösen kann ihn übrigens auch jeder. Auch, wenn der Gutschein mit einem fremden Namen gekennzeichnet ist.

Erlebnisgutscheine liegen voll im Trend

Bei der Auswahl der Gutscheine gibt es keine Grenzen. Beispielsweise können Gutscheine fürs Fußballschauen mit der Torwartlegende Jean Marie Pfaff gekauft werden, Pistenbullifahren in Österreich oder auch die Teilnahme an einer Spezialeinheiten-Übung zur Geiselbefreiung. Für 380 Euro kann man sich in das jamaikanische Skiteam einkaufen und sogar am Weltcup in St. Moritz teilnehmen.

Weitere Informationen
Screenshot von Stolperfalle bei Reisebuchung im Internet. © Katharina Blaß

Ärger mit Gutscheinen: "Ab in den Urlaub" abgemahnt

Das Reiseportal "Ab in den Urlaub" hatte Kunden einen Geldgutschein versprochen, aber viele warten immer noch auf die Auszahlung. Experten halten diese Praxis für wettbewerbswidrig. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 30.08.2016 | 07:40 Uhr

Mehr Verbrauchertipps

Eine Frau mit Notizblock beim Geldzählen. © Christian Klose

Haushaltsbuch führen: Ausgaben-Überblick hilft Geld sparen

Knapp bei Kasse? Wer seine Ausgaben mit Haushaltsbuch oder App kontrolliert, erkennt schnell, wo sich sparen lässt. mehr

Hand mit Geldscheinen vor einem Heizkörper © picture-alliance

Richtig heizen: Mit einfachen Tipps Geld und Energie sparen

Die Wohnung im Herbst und Winter warm zu halten, kostet viel Geld. Mit einfachen Maßnahmen lassen sich Kosten senken. mehr

Eine Hand öffnet ein Fenster. © fotolia Foto: thingamajiggs

Wohnung richtig lüften: So lässt sich Schimmel vermeiden

Wer selten lüftet, erhöht die Schimmel-Gefahr. In Corona-Zeiten vermindert der Luftaustausch auch das Ansteckungsrisiko. mehr

Ein Lamellenschrank wird neu lackiert. © NDR/nonfictionplanet

Lamellenschrank lackieren: So geht es richtig

Einen Lamellenschrank zu lackieren, gehört zu den Königsdisziplinen. Heimwerker sollten zwei Tage einplanen. mehr